Quartalsupdate
Was hat die Märkte im ersten Quartal 2026 bewegt?
Das erste Quartal 2026 stand im Zeichen einer deutlichen Zäsur: Der zum Jahreswechsel noch vorherrschende Optimismus wich rasch einer spürbaren Risikoaversion. Zwei Entwicklungen dominierten das Marktgeschehen und verstärkten sich gegenseitig in ihrer Wirkung.
Zum einen erschütterten aufkeimende KI-Disruptionsängste die Bewertungen im Technologiesektor. Investoren begannen zunehmend, die Nachhaltigkeit etablierter Geschäftsmodelle zu hinterfragen, insbesondere im Software-as-a-Service-Bereich, wo US-Softwareaktien bereits bis Ende Februar um rund 23 Prozent nachgaben. Zum anderen eskalierte die geopolitische Lage ab Ende Februar dramatisch: Der US-amerikanisch-israelische Angriff veranlasste das iranische Regime, die Straße von Hormus zu blockieren und Versorgungsketten für verschiedene Rohstoffe so empfindlich zu stören.
Die Folgen für die Finanzmärkte waren unmittelbar: Der S&P 500 erlebte mit einem Minus von rund 4 Prozent das schwächste Quartal seit 2022. Gleichzeitig erlebte der Energiesektor eine historische Outperformance, während Technologie- und Finanzwerte mit jeweils rund 7 Prozent deutliche Verluste verzeichneten. An den Rentenmärkten verdrängte die Angst vor einer erneuten Inflationswelle die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen, aktuell erwarten die Finanzmärkte bis Jahresende zwei Zinserhöhungen von der Europäischen Zentralbank.
Geopolitik und Energiemärkte
Ende Februar starteten die USA und Israel koordinierte Luftangriffe auf den Iran, woraufhin Teheran Öl- und Gasförderanlagen in mehreren arabischen Ländern angriff und zudem jeglichen Verkehr durch die Straße von Hormus blockierte. Durch die Meerenge werden rund 20 Prozent des globalen Ölangebots transportiert. Darüber hinaus ist sie eine wichtige Route für den Transport von Düngemittel und Helium, welches für die Chipherstellung benötigt wird.
Die wirtschaftlichen Folgen waren unmittelbar spürbar: Rohöl verteuerte sich im Quartalsverlauf um knapp 80 Prozent, was den Energiesektor zum klaren Outperformer an den Aktienmärkten machte, während energieintensive Sektoren wie die Industrie unter erheblichem Margendruck litten. Für Europa sind die Konsequenzen besonders gravierend: Sollte sich der Ölpreis länger über 100 US-Dollar pro Barrel halten, könnte dies das Wachstum erheblich dämpfen und gleichzeitig die Inflation anheizen. Die Wachstumsprognosen wurden entsprechend nach unten revidiert: Das globale erwartete BIP-Wachstum für 2026 wurde um 0,5 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent herabgesetzt.
Geldpolitik und Inflation
Der Quartalsverlauf offenbarte eine schwierige Gemengelage für die Zentralbanken diesseits und jenseits des Atlantiks. Zu Jahresbeginn schien der geldpolitische Kurs noch vergleichsweise klar: Die Inflation im Euroraum lag im Januar bei lediglich 1,7 Prozent und eine Mehrheit der Experten rechnete mit stabilen Leitzinsen für den Rest des Jahres. Der Ausbruch des Nahost-Konflikts Ende Februar änderte dieses Bild abrupt.
Die EZB beließ die Leitzinsen auf ihrer März-Sitzung zwar unverändert, machte aber deutlich, dass der Krieg im Nahen Osten das Umfeld deutlich unsicherer gemacht hat und volkswirtschaftliche Risiken mit sich bringt. In ihrer aktualisierten Projektion rechnet die EZB nun mit einer Inflation von 2,6 Prozent für das Gesamtjahr 2026. Auch die US-Notenbank hielt still: Die Fed beließ den Leitzins im März im Korridor von 3,5 bis 3,75 Prozent und betonte, es sei „zu früh“, die Auswirkungen des Krieges auf die Wirtschaft zu beurteilen. Die Erwartungen an Zinssenkungen schrumpften auf allenfalls eine Senkung im Jahresverlauf. Damit befinden sich beide Notenbanken in einer klassischen „Stagflation“-Falle: Steigende Energiepreise treiben die Teuerung an, während das Wachstum gleichzeitig unter Druck gerät. Da auf diese Probleme geldpolitisch mit entgegengesetzten Mitteln reagiert wird, ist der Handlungsspielraum in einem solchen Szenario begrenzt.
Wie haben sich die einzelnen Anlageklassen entwickelt?
Das erste Quartal 2026 stand an den globalen Finanzmärkten im Zeichen einer tiefgreifenden Neuordnung: Geopolitische Schocks verdrängten bisherige Wachstumsthemen, und die Sektorrotation weg von Technologie und hin zu Energie und defensiven Werten war unübersehbar.
US-Aktien schlossen das Quartal mit einem Minus von 2,8 Prozent als das schwächste Segment. Wachstumsorientierte Mega-Caps wie Microsoft, Nvidia und Apple standen dabei besonders im Fokus. KI-Disruptionssorgen und steigende Energiepreise belasteten die Bewertungen der großen Tech-Aktien. Europäische Aktien hielten sich auf Quartalssicht mit einem Minus von 0,9 Prozent vergleichsweise stabil, was den heftigen Einbruch im März (–7,7 Prozent) verdeckt. Die großen Kursverluste riefen die Energieabhängigkeit Europas und die Anfälligkeit der Industrie für steigende Rohstoffpreise schmerzhaft in Erinnerung.
Asien bot ein gespaltenes Bild. Japanische Aktien schlossen das Quartal trotz heftigen Verlusten im März (–10,3 Prozent) mit 3,3 Prozent im Plus. Der breitere Pazifik-Raum ohne Japan erreichte sogar 4,7 Prozent auf Jahressicht. Schwellenländeraktien beendeten das Quartal mit 1,8 Prozent ebenfalls im Plus, obwohl ein Großteil der Schwellenländer stark auf Energielieferungen angewiesen ist und im März mit einem Minus von 10,9 Prozent besonders hart getroffen wurden.
An den Anleihemärkten gerieten fast alle Segmente unter Druck. Kreditrisikoprämien, die sich zuvor nahe historischer Tiefs befanden, wuchsen insbesondere im High-Yield-Bereich deutlich an. Gleichzeitig ließ das Einpreisen mittelfristig höherer Zinsen die Kurse fallen. Euro-Staatsanleihen gaben 0,9 Prozent nach, Investment-Grade-Unternehmensanleihen 1,0 Prozent und Hochzinsanleihen 1,3 Prozent. Einzig inflationsindexierte Anleihen reagierten positiv auf die gestiegenen Inflationserwartungen und schlossen mit 0,7 Prozent leicht im Plus. Schwellenländeranleihen behaupteten sich mit einem kleinen Verlust von 0,3 Prozent vergleichsweise gut.
Gold erlebte ein außerordentlich volatiles Quartal. Aufgrund der Krise um Grönland legte es im Januar deutlich zu und wurde nach Anzeichen von Entspannung wieder abverkauft. Nach erneuten Zuwächsen im Februar musste Gold aufgrund des mit den gestiegenen Inflationserwartungen einhergehenden Einpreisens von Zinserhöhungen deutliche Abverkäufe hinnehmen und verlor im März knapp 9,5 Prozent. Seit Jahresbeginn steht Gold zum Quartalsende 9,3 Prozent im Plus.
Rohstoffe waren der dominierende Gewinner des Quartals. Angetrieben durch den massiven Ölpreisanstieg infolge der Blockade der Straße von Hormus schloss der breite Rohstoffindex das Quartal mit einem Plus von 26,8 Prozent. Allein im März betrug der Zuwachs 14,3 Prozent. Rohstoffe sind damit beinahe die einzige Anlageklasse, die im März keine Verluste einfuhr.
Was hat die Märkte im ersten Quartal 2026 bewegt?
Die LIQID Select Strategien schlossen das erste Quartal 2026 allesamt im Minus und verzeichneten eine Performance zwischen −0,21 Prozent (Select 10) und −2,03 Prozent (Select 100). In allen Risikoklassen lag LIQID Select damit vor der jeweiligen Benchmark, die noch deutlicher nachgab. Nach einem starken Jahresauftakt — die ersten beiden Monate verliefen sowohl für Aktien als auch für Anleihen positiv — drehte die Performance im März für nahezu alle Anlageklassen ins Negative.
Rohstoffe und Gold als Stabilitätsanker
Die stärksten positiven Beiträge zur Quartalsperformance lieferten erneut Rohstoffe und Gold. Xetra Gold legte im ersten Quartal um 7,0 Prozent zu, der iShares Diversified Commodity Swap ETF erzielte sogar einen Zuwachs von 24,7 Prozent gegenüber dem Jahresanfangswert. Beide Positionen trugen maßgeblich dazu bei, dass die Risikoklassen 10 bis 90 auf Quartalssicht nur leichte Verluste hinnehmen mussten.
Aktien: Schwellenländer und Japan als relative Gewinner
Auf der Aktienseite zählten Schwellenländer- und Japan-Engagements zu den klaren Outperformern des Quartals. Der ARGA Emerging Markets Equity Fonds erzielte seit Jahresbeginn einen Zuwachs von 8,5 Prozent und war damit die stärkste Einzelposition auf der Aktienseite. Der Columbia Threadneedle Japan Equities Fund legte ebenfalls deutlich zu und gewann 5,5 Prozent seit Jahresbeginn.
Auf der negativen Seite dominierten US-amerikanische Wachstumsaktien das Bild. Sowohl der PGIM Jennison US Growth Fonds als auch der William Blair US Large Growth Fonds verzeichneten im ersten Quartal einen Rückgang von jeweils 9,0 Prozent — ein Spiegelbild der breiten Korrektur im US-Technologie- und Wachstumssegment.
Anleihen: Inflationsschutz vorn, High Yield unter Druck
Am Rentenmarkt schlossen nahezu alle Segmente das Quartal im Minus. Positiv stachen inflationsindexierte Anleihen sowie Schwellenländeranleihen heraus, die als einzige Segmente das Quartal im Plus beendeten. Der Amundi Global Inflation-Linked Bond ETF legte seit Jahresbeginn um 1,1 Prozent zu — getragen von den wieder aufkeimenden Inflationssorgen an den Märkten.
Taktische Allokationsanpassungen im Quartalsverlauf
Die taktische Allokation von LIQID Select wurde im ersten Quartal mehrfach angepasst, um auf das sich rasch verändernde Marktumfeld zu reagieren. Ende Januar wurde der Anteil der währungsgesicherten Position in US-Aktien erhöht, um das Wechselkursrisiko gegenüber dem US-Dollar zu begrenzen. Ende Februar wurden Schwellenländeranleihen auf neutral herabgestuft und gleichzeitig die Cash-Position übergewichtet. Mitte März folgte die Herabstufung von Schwellenländeraktien ebenfalls auf neutral.
Zum Quartalsende präsentiert sich die Allokation insgesamt weitgehend neutral aufgestellt. Bestehende Ausnahmen bilden das anhaltende Untergewicht in Investment-Grade-Unternehmensanleihen sowie das fortgeführte Übergewicht der Cash-Position. Die Positionierung bringt die vorsichtige Grundhaltung gegenüber dem aktuellen Marktumfeld zum Ausdruck.
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