LIQID Select
Q2 2026

Quartalsupdate

Was hat die Märkte im zweiten Quartal 2026 bewegt?

Das zweite Quartal 2026 begann in einem geopolitisch weiterhin angespannten Umfeld. Der im Vorquartal ausgebrochene Krieg im Nahen Osten war noch in vollem Gange, die Straße von Hormus blieb blockiert, und der Ölpreis notierte zu Quartalsbeginn deutlich über dem Vorjahresniveau. Vor diesem Hintergrund ist die anschließende Aufholbewegung an den Kapitalmärkten bemerkenswert: Bereits im April setzte eine breite Erholung ein, die im Mai und Juni an Fahrt gewann. Zentraler Treiber war weniger eine tatsächliche Verbesserung der Fundamentaldaten als vielmehr die zunehmende Hoffnung auf eine baldige diplomatische Lösung des Konflikts.

Diese Hoffnung wurde in der zweiten Junihälfte zunächst bestätigt: Mitte Juni einigten sich die USA und der Iran auf einen Rahmenvertrag zur Beendigung der Kampfhandlungen und zur Wiederöffnung der Straße von Hormus. Infolgedessen fiel der Ölpreis binnen weniger Wochen von seinen Höchstständen deutlich zurück und beendete das zweite Quartal nahe dem Ausgangsniveau des Vorjahres. Parallel dazu verlor die zu Jahresbeginn dominante Inflationssorge an Gewicht, was Renten- und Aktienmärkten gleichermaßen Rückenwind gab.

Getragen wurde die Aktienmarkterholung insbesondere von wachstumsorientierten Sektoren. Nach dem massiven Abverkauf der Technologiewerte im ersten Quartal kehrte die Nachfrage nach KI-nahen Titeln zurück. Die Halbleiter- und Softwareaktien zählten in der Folge zu den stärksten Sektoren des Quartals. Gleichzeitig weitete sich die Marktbreite spürbar aus – Industrie-, zyklische Konsum- und Finanzwerte gewannen deutlich, und auch mittlere und kleinere Unternehmen holten spürbar auf.

Wachstum & Konjunktur

Zu Beginn des zweiten Quartals stand die Weltwirtschaft unter dem Eindruck des andauernden Nahostkonflikts. Die Blockade der Straße von Hormus verteuerte Energie- und Vorleistungsgüter, belastete internationale Lieferketten und ließ die Wachstumserwartungen für nahezu alle Regionen sinken. Besonders energieimportabhängige Volkswirtschaften – allen voran die Eurozone – gerieten unter Druck, während die USA aufgrund ihrer eigenen Rohstoffbasis und einer weiter robusten Binnennachfrage vergleichsweise widerstandsfähig blieben.

Im Quartalsverlauf hellte sich das Bild schrittweise auf. Der starke Rückgang des Ölpreises ab der zweiten Junihälfte entlastete Industrie und Konsum, internationale Lieferketten normalisierten sich mit der Aussicht auf eine Wiederöffnung der Straße von Hormus. Auf Unternehmensseite fielen die im Quartal berichteten Ergebnisse besser aus als befürchtet, was den Aktienmarkt zusätzlich stützte. In Europa blieben die konjunkturellen Frühindikatoren dagegen fragil: Auftragslage in der Industrie und Konsumklima erholten sich nur langsam von den Belastungen der ersten Jahreshälfte. In den USA sorgten zudem die zwischenzeitlich wieder verschärften Zolldiskussionen für Unsicherheit, ohne jedoch die Wachstumsdynamik grundsätzlich zu verändern.

Geldpolitik & Inflation

Nach dem Inflationsschub des ersten Quartals verlief die Preisentwicklung im zweiten Quartal uneinheitlich. In der Eurozone erreichte die Teuerung im Mai ihren vorläufigen Höhepunkt, bevor der markante Rückgang des Ölpreises im Juni die Inflationsrate überraschend deutlich senkte. In den USA blieb die Inflation dagegen hartnäckig erhöht, da neben Energie auch die Kernkomponenten – insbesondere Dienstleistungen – weiter anzogen. Der fallende Ölpreis in der zweiten Junihälfte dämpfte die längerfristigen Inflationserwartungen auf beiden Seiten des Atlantiks deutlich.

Die Europäische Zentralbank reagierte entschlossen auf den Inflationsdruck und hob den Einlagenzins um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent an und veränderte die Zinsen damit erstmals seit elf Monaten. 

Zusätzliches Gewicht erhielt die geldpolitische Debatte durch den Wechsel an der Spitze der US-Notenbank. Der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh, der im Juni erstmals eine FOMC-Sitzung leitete, zeigte sich überraschend restriktiv und unterstrich in seiner ersten Pressekonferenz den „unmissverständlichen und einstimmigen" Willen des Ausschusses, Preisstabilität zurückzugewinnen. Obgleich die Fed die Zinsen unverändert ließ, wertete der US-Dollar auf und die kurzfristigen US-Renditen zogen an, während länger laufende Zinserwartungen mit Blick auf die einsetzende Deeskalation im Nahen Osten leicht nachgaben.

Wie haben sich die einzelnen Anlageklassen entwickelt?

Das zweite Quartal 2026 stand an den globalen Finanzmärkten im Zeichen einer breit angelegten Aufholbewegung: Nach den geopolitischen Schocks des Vorquartals nahmen Hoffnung auf eine diplomatische Lösung und die Rückkehr der KI-Rally das Ruder in die Hand, und die Verluste des Vorquartals wurden in verschiedenen Märkten mehr als ausgeglichen.

An den globalen Aktienmärkten kehrten sich die Vorzeichen des ersten Quartals nahezu vollständig um. Sämtliche wesentliche Regionen beendeten das erste Halbjahr 2026 klar im Plus, wobei Schwellenländer und japanische Aktien die stärksten Zuwächse verzeichneten. Schwellenländeraktien legten seit Jahresbeginn um 27,2 Prozent zu, japanische Aktien gewannen 18,9 Prozent und US-amerikanische Aktien 12,9 Prozent. Europäische Aktien und Aktien aus dem Pazifikraum schlossen mit 10,8 Prozent und 8,9 Prozent zwar etwas dahinter,  konnten die Verluste aus dem ersten Quartal jedoch ebenfalls mehr als aufholen und zwischenzeitlich neue Allzeithochs erreichen. Im Juni verlief die Entwicklung differenzierter: Europäische Titel (+3,0 Prozent) und Schwellenländeranleihen (+3,1 Prozent) profitierten besonders stark vom nachlassenden Inflationsdruck, während bei US-, Japan- und Schwellenländeraktien auf hohem Niveau moderat konsolidiert wurde.

Am Anleihemarkt überwog nach dem schwachen Auftakt die Erholung. Der starke Ölpreisrückgang im Juni und die einsetzende Deeskalation im Nahen Osten führten zu sinkenden Inflationserwartungen und dementsprechend zu Kursgewinnen bei Staats- und Unternehmensanleihen. Euro-Staatsanleihen legten seit Jahresbeginn um 1,3 Prozent zu und zeigten sich trotz der EZB-Zinserhöhung im Juni stabil. Hochzinsanleihen gewannen 1,9 Prozent, Investment-Grade-Unternehmensanleihen 0,4 Prozent. Deutliche Kursgewinne verzeichneten Schwellenländeranleihen: Der breite Index legte im ersten Halbjahr um 5,5 Prozent zu, davon allein 3,1 Prozent im Juni. Inflationsindexierte Anleihen konnten das positive Ergebnis aus dem ersten Quartal knapp behaupten (+1,1 Prozent seit Jahresbeginn), gaben mit dem Rückgang der Inflationserwartungen im Juni jedoch leicht nach (–0,5 Prozent).

Gold gab nach der starken Q1-Performance im zweiten Quartal deutlich nach. Insbesondere die restriktivere Ausrichtung der Fed setzte das Edelmetall unter Druck. Allein im Juni fiel Gold um rund 10,0 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Minus von 5,7 Prozent zu Buche.

Rohstoffe gaben im Juni 6,6 Prozent nach, wesentlich durch den sinkenden Ölpreis beeinflusst. Aufgrund der starken Vorquartalsperformance liegt der Rohstoffindex seit Jahresbeginn dennoch 17,5 Prozent im Plus und gehört gemeinsam mit japanischen sowie Schwellenländeraktien damit zu den stärksten Anlageklassen des ersten Halbjahres.

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Was hat die Märkte im zweiten Quartal 2026 bewegt?

Die LIQID Select Portfolios schlossen das erste Halbjahr 2026 mit Performances zwischen +1,9 Prozent (Select 10) und +13,3 Prozent (Select 100). Nach dem Rückgang im ersten Quartal setzte im zweiten Quartal eine breite Erholung ein, getragen insbesondere von aktiv gemanagten Positionen in Schwellenländern und Japan.

Das sagen unsere Kunden

Aktien: Schwellenländer- und Japan-Fonds als klare Gewinner

Die stärksten Aktienbeiträge lieferten die aktiv gemanagten Positionen in Schwellenländern und Japan. Der Skyline ARGA Emerging Markets Equity Fund legte im ersten Halbjahr um 46,4 Prozent zu und war damit die stärkste Einzelposition der Select-Portfolios. Auch der Heptagon Driehaus Emerging Markets Sustainable Fund (+30,6 Prozent) sowie der Xtrackers MSCI Emerging Markets ETF (+28,3 Prozent) trugen deutlich zur Erholung bei. Auf der Japan-Seite gewann der Columbia Threadneedle Japan Equities Fund 19,9 Prozent seit Jahresbeginn, der Goldman Sachs Japan Equity Portfolio 16,9 Prozent, der Amundi MSCI Japan ETF 19,3 Prozent.

Die im ersten Quartal stark unter Druck geratenen US-Growth-Fonds konnten einen Teil ihrer Verluste aufholen, blieben in der Erholungsphase des zweiten Quartals aber verhalten. Der PGIM Jennison US Growth Fund gewann im ersten Halbjahr 6,8 Prozent, der William Blair US Large Growth Fund 7,0 Prozent. Die stärkeren Beiträge auf der US-Seite kamen aus dem Value- und Core-Segment: Der Robeco US Premium Equities Fund legte 14,6 Prozent zu, der Franklin Putnam US Large Cap Value 13,4 Prozent und der Beutel Goodman US Value 13,1 Prozent.

Anleihen: Schwellenländer- und High-Yield-Anleihen vorn

Auf der Rentenseite entwickelten sich Schwellenländeranleihen am stärksten: Der Goldman Sachs EM Corporate Bond Fund gewann 4,6 Prozent seit Jahresbeginn, der Vanguard Emerging Markets Bond Fund 2,6 Prozent. Auf der High-Yield-Seite legten der Aegon Global High Yield Fund um 1,8 Prozent und der BlueBay Global High Yield Fund um 1,5 Prozent zu. Investment-Grade-Unternehmensanleihen (u. a. Vanguard Global Credit Bond Fund: +0,9 Prozent) sowie Euro-Staatsanleihen (iShares EUR Govt Bond 7-10Y: +1,5 Prozent) schlossen das Halbjahr ebenfalls leicht im Plus.

Alternative Anlagen: Rohstoffe und Hedgefonds positiv, Gold belastet

Der iShares Diversified Commodity Swap ETF konnte einen Großteil des starken Vorquartalszuwachses in das Halbjahr retten und schloss mit +14,7 Prozent seit Jahresbeginn ab. Der Goldman Sachs Absolute Return Tracker vereinnahmte unter anderem das anhaltende Momentum an den Aktienmärkten und legte 5,3 Prozent zu. Deutlich belastet wurde die Performance hingegen durch Xetra Gold, das nach dem starken ersten Quartal einen Großteil des Zuwachses wieder abgab und das Halbjahr mit einem Minus von 5,7 Prozent beendete.

Taktische Allokation

Die taktische Allokation von LIQID Select wurde im Quartalsverlauf weiter angepasst. Zum Quartalsende bleibt die Aktienquote insgesamt neutral, mit einem Übergewicht in Nordamerika und einem Untergewicht in Europa. Auf der Anleihenseite bleibt das Untergewicht in Investment-Grade-Unternehmensanleihen bestehen, während Staats- und Schwellenländeranleihen neutral gehalten werden. Auf der Alternatives-Seite bleiben Edelmetalle übergewichtet, Hedgefonds und Rohstoffe neutral. Insgesamt reflektiert die Positionierung ein weiterhin konstruktives, aber vorsichtiges Bild bei erhöhter geopolitischer Unsicherheit.

Anpassung der strategischen Asset Allokation

Ergänzend zur taktischen Steuerung haben wir Anfang Juni in den Select-Strategien eine Anpassung der langfristigen, strategischen Asset Allokation vorgenommen. Kernelemente sind eine höhere Geldmarktallokation zulasten von Euro-Staatsanleihen, eine regional ausgewogenere Aktienallokation mit stärkerer Gewichtung von Großbritannien und Schwellenländern und einer entsprechenden Reduktion in Japan und Kontinentaleuropa, sowie ein leicht höheres Gewicht von Gold gegenüber breit aufgestellten Hedgefonds. Schwellenländeranleihen werden künftig in Euro abgesichert.

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