Aktive Fonds


Aktive Fonds sind zum Beispiel Aktien- oder Anleihenfonds, bei denen ein Fondsmanager die Entscheidung über die Auswahl der Wertpapiere trifft. Ihr Ziel ist es, ihre Benchmark – also den Vergleichsindex, an dem sie sich messen – zu schlagen.

Bis vor einigen Jahren waren alle Fonds aktiv. Inzwischen gewinnen börsengehandelte Indexfonds (ETF) aber zunehmend an Bedeutung. Diese spiegeln einen bestimmten Vergleichsindex wider, weshalb sie auch passiv genannt werden und ohne Fondsmanager auskommen.

Die gängigsten Strategien der Fondsmanager

Aktienfondsmanager verfolgen meist eine feste Strategie. Zu den verbreitetsten zählen Value- und Growth- sowie Dividendenstrategien.
Bei der Value-Strategie sucht der Fondsmanager nach Aktien, die im Vergleich zum realen Wert des Unternehmens unterbewertet sind und deshalb Chancen auf überproportionale Kursgewinne bieten. Denn auf lange Sicht, so die gängige Aktienmarkttheorie, bleibt keine Aktie unterbewertet, sondern nähert sich ihrem fairen Wert an.

Bei der Growth-Strategie setzt der Fondsmanager auf Unternehmen, bei denen sie hohes Wachstumspotenzial vermuten. Ein typisches Beispiel ist der Internet-Versandriese Amazon: Obwohl seine Aktie nach traditionellen Kriterien extrem hoch bewertet ist, gehen Growth-Investoren davon aus, dass das Unternehmen in den kommenden Jahren enorme Gewinnsteigerungen erzielen wird – eine hohe Bewertung also gerechtfertigt ist.

Dividendenstrategien setzen auf Aktien mit hohen Ausschüttungen an Aktionäre. Denn eine hohe Dividende ist in der Regel – allerdings nicht immer – ein Zeichen dafür, dass es einem Unternehmen gut geht. Anhänger der Dividendenstrategie setzen zudem darauf, dass sich Aktien mit hohen Ausschüttungen in einer Schwächephase des Marktes vergleichsweise gut gegen den allgemeinen Abwärtstrend stemmen, weil die Aktie aufgrund ihrer Dividende vielen Investoren dann weiterhin attraktiv erscheinen sollte.

Kosten sind ein wichtiges Thema

Banken empfehlen fast immer aktiv gemanagte Fonds. Denn für ihre Vermittlung können sie – anders als bei ETF (und anders als Vermögensverwalter) – hohe Provisionen kassieren.

Die vergleichsweise hohen Kosten von aktiven Fonds sind aus der Sicht von Anlegern ein klarer Nachteil. Dennoch gibt es auch gute Argumente für aktive Fonds. So können Fondsmanager durch ihre Anlageentscheidungen Risiken reduzieren, ein spezielles Marktsegment abdecken oder in besonderen Marktphasen einen klar definierten Zweck in einem diversifizierten Portfolio erfüllen.

Wie ein aktiver Fonds im Einzelnen abschneidet, hängt primär von der Qualität des Managers ab. Auf der Aktienseite gelingt es nur wenigen aktiven Fondsmanagern, langfristig besser als ihre Benchmark abzuschneiden. Denn grundsätzlich ist es für sie schwer, ihren Kostennachteil gegenüber ETF durch dauerhaft gute Leistungen wettzumachen. Bei aktiven Anleihefonds hingegen zeigen Untersuchungen, dass Überrenditen auch langfristig möglich sind. So konnten laut Morningstar in den vergangenen zehn Jahren die meisten Anleihefondsmanager bei US-Anleihen mittlerer Laufzeit den Marktdurchschnitt schlagen. Warum? Bei Anleihen haben Fondsmanager größere Möglichkeiten, systematisch positiven Einfluss zu nehmen. So lässt sich zum Beispiel bei Anleihen, anders als bei Aktien, die kurzfristige Kursentwicklung zuverlässiger prognostizieren. Die laufende Rendite einer Anleihe wird von ihrem Kurs und ihrer (Rest)-laufzeit bestimmt. Hält ein Anleger die Anleihe bis zur Fälligkeit und wird die Anleihe voll zurückgezahlt, entspricht sie auch der realisierten Rendite. Während der Laufzeit schwankt ihr Kurs jedoch, vor allem mit Veränderungen im allgemeinen Zinsniveau und ihrer Bonitätsbewertung. Die Herabstufung der Bonitätsbewertung kann den Kurs einer Anleihe drücken und so Verluste für den Investor verursachen. Ein umsichtiger Fondsmanager kann eine solche Entwicklung frühzeitig erkennen und darauf reagieren.

Wie setzt LIQID aktive Fonds ein?

In unserem LIQID Global-Anlagestil setzen wir ausschließlich auf ETF. Bei LIQID Select verwenden wir neben ETF auch ausgewählte aktive Fonds – allerdings nur in Marktsegmenten, in denen wir einen Mehrwert durch aktives Management sehen.

Aktive Fonds sind für uns immer ein Mittel zum Zweck – wir betrachten sie also nie isoliert, sondern immer als Baustein des Portfolios, der für eine bestimmte Zeit eine bestimmte Aufgabe erfüllt. Einmal ausgewählte aktive Fonds stellen wir laufend auf den Prüfstand: Erfüllt ein Fonds seine Aufgabe im Portfolio nicht mehr, wird er aussortiert und durch einen anderen ersetzt.

Fonds werden von unserem Investment-Team ausgewählt: Basierend auf internen und externen Recherchen erstellt es eine laufend aktualisierte Empfehlungsliste, die 50 bis 60 Fonds in über 20 Kapitalmarktsegmenten umfasst. Für die Beurteilung der Qualität eines Fonds reicht es nicht aus, nur seine historische Rendite zu betrachten – denn sie ist kein zuverlässiger Indikator für die zukünftige Entwicklung. Wir achten deshalb auf eine Vielzahl weiterer Kriterien und Erfolgskennziffern. Zu ihnen zählen eine klare Investmentstrategie sowie ein konsequentes Risikomanagement. Ein wichtiger Faktor ist außerdem ein stabiles, breit aufgestelltes Investment-Team. Auch die Frage, ob die Fondsmanager eigens Geld in ihre Strategie investieren, wird berücksichtigt.

Damit in einen Fonds investiert wird, muss seine Strategie zu unserer Markteinschätzung passen. Mit aufwendigen Analysen lässt sich zum Beispiel herausfinden, in welchem Marktumfeld ein Fonds besonders gute Erfolgsaussichten hat. So kann es sogar vorkommen, dass wir Fonds auswählen, die in der Vergangenheit relativ schlecht abgeschnitten haben. Denn der Grund für die Underperformance kann zum Beispiel darin liegen, dass ein Fondsmanager bewusst Risiken begrenzt. In außerordentlich guten Börsenphasen hält ein solcher Fonds womöglich nicht mit dem Marktdurchschnitt mit. In schwachen Börsenphasen wird er aber mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich geringere Verluste erleiden als das Gros der Konkurrenz.

Von großer Bedeutung sind auch die Kosten. Selbstverständlich zahlen LIQID-Kunden keine Ausgabeaufschläge oder laufende Provisionen. Außerdem haben wir mit vielen Fondsgesellschaften niedrigere Verwaltungsvergütungen ausgehandelt, was den Kostenunterschied zu ETF minimiert. Durch unsere Partnerschaft mit HQ Trust, dem Vermögensverwalter der Familie Harald Quandt, bekommen Sie Zugang zu Konditionen, die sonst nur hochvermögenden Anleger offenstehen. Ein Beispiel: Der Vontobel US Equity Fund rechnet Privatanlegern laufende Kosten von 2,69 Prozent pro Jahr ab. LIQID Kunden zahlen hingegen nur 0,69 Prozent pro Jahr – denn unser Investment-Team hat für sie eine eigene Anteilsklasse verhandelt. Ein Kostenvorteil, den Sie direkt in Ihrer Rendite spüren.

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