Mit Sachwerten wie Gemälden, Oldtimern oder Antiquitäten konnten Anleger in der Vergangenheit spektakuläre Wertzuwächse erzielen. Doch bei solchen Liebhaberobjekten nur auf die Rendite zu schauen, wäre ein Fehler. In erster Linie sollten ihre Besitzer sich einfach an ihnen erfreuen.

Wer Geld anlegt, übt im Allgemeinen Verzicht: Er verschiebt Konsumwünsche in die Zukunft und möchte dafür mit Zinsen, Dividenden oder Kursgewinnen belohnt werden. Die erwartete Rendite auf seine Investition betrachtet der Anleger also als Entschädigung dafür, dass er die Früchte seines Einkommens nicht sofort genießt.

Es gibt aber auch Anlageformen, die keinen Verzicht erforderlich machen, sondern die, anders als dröge Wertpapiere, ihrem Besitzer ein hochwertiges Konsumerlebnis bescheren. Geldanlagen mit Spaßfaktor sozusagen. Und das Beste kommt noch: Sie werden durch Benutzen nicht verbraucht, sondern gewinnen, wenn es gut läuft, mit zunehmendem Alter sogar noch an Wert.

Ein paar Flaschen edlen Wein oder gleich ein ganzes Weingut?

Die Rede ist, Sie ahnen es schon, von Sachwerten wie Kunstgegenständen, Oldtimern, Antiquitäten, Uhren und Schmuck, Musikinstrumenten, Münzen, Briefmarken oder Büchern. Doch „Sachwert“ ist eigentlich ein viel zu nüchterner Begriff für solche Dinge. Der Begriff passt eigentlich besser für Immobilien oder Grundstücke. Viel passender für die aufgezählten schönen Dinge wäre der Begriff Liebhaberobjekte. Auch Wein gehört grundsätzlich zu dieser Anlagekategorie. Die edlen Tropfen sind allerdings ein Sonderfall: Zwar kann sein bloßer Besitz durchaus Freude bereiten. Im Unterschied zu den anderen genannten Sachwerten verschafft Wein den eigentlichen Genuss allerdings wohl doch eher dadurch, dass er getrunken wird. Anleger, die das nötige Kleingeld mitbringen, können aber auch in ganz anderen Dimensionen Geld mit Wein verdienen: Wenn sie sich gleich einen ganzen Weinberg oder sogar ein Weingut anschaffen.

In Zeiten von Nullzinsen erscheint eine Anlage in Sachwerten besonders attraktiv: „Wenn ich für mein Sparbuch oder mein Festgeld sowieso keine Zinsen bekomme, kann ich das Geld auch gleich in etwas investieren, das Spaß macht“, sagen sich viele Anleger. Das hat sich in den vergangenen Jahren für viele im wahrsten Sinne des Wortes ausgezahlt: Die Preise für begehrte Kunstgegenstände, Oldtimer oder auch Weine sind in den vergangenen Jahren kräftig nach oben gegangen.

Plötzliche Preiseinbrüche sind immer möglich

Dennoch bleibt bei Sachwerten Vorsicht geboten. Denn egal, wie es in der Vergangenheit lief, die künftige Preisentwicklung ist sehr schwer Egal, wie es in der Vergangenheit lief, die künftige Preisentwicklung ist sehr schwer vorherzusagen und ein Gewinn für Anleger, die jetzt einsteigen, alles andere als garantiert.vorherzusagen und ein Gewinn für Anleger, die jetzt einsteigen alles andere als garantiert. Es kann auch innerhalb kürzester Zeit zu drastischen Preiseinbrüchen kommen, wenn zum Beispiel ein Künstler auf einmal nicht mehr angesagt ist und niemand seine Gemälde mehr haben will oder wenn eine seltene Briefmarke plötzlich gar nicht mehr so selten ist, weil unerwartet noch weitere Exemplare von ihr auftauchen, die als vernichtet oder verloren galten.

Zwar gelten Sachwerte als krisensichere Investments, weil sie für sich genommen einen Wert haben – anders zum Beispiel als Bargeld, Bankguthaben oder Anleihen, die genau genommen nur das Versprechen darstellen, dafür Dinge für einen bestimmten Gegenwert erwerben zu können. Kommt es zum Beispiel zu einer rasanten Inflation, droht Bargeld & Co ein erheblicher Kaufkraftverlust. Doch auch Sachwerte können in Krisenzeiten empfindlich an Wert verlieren: In solchen Zeiten geraten nämlich viele Menschen in Geldnot. Viele sehen dann keinen anderen Ausweg, als ihre Sachwerte zu verkaufen, was die Preise massiv einbrechen lassen kann.

Der Wiederverkauf ist manchmal schwierig

Auch in normalen Zeiten ist es für Anleger allerdings nicht immer leicht, einen Sachwert zu einem angemessenen Preis wieder zu veräußern. Denn eine Börse Je seltener aber das Objekt, desto schwieriger in der Regel die Preisfindung. Nur für außergewöhnlich wertvolle Gegenstände gibt es wiederum zuverlässige Märkte.wie für Wertpapiere gibt es für Oldtimer, Gemälde, Möbel oder Schmuck nicht. Verkaufswillige müssen in der Regel selbst einen Käufer finden oder sich zu diesem Zweck an darauf spezialisierte Plattformen im Internet wenden. Je seltener aber das Objekt, desto schwieriger in der Regel die Preisfindung. Nur für außergewöhnlich wertvolle Gegenstände gibt es wiederum zuverlässige Märkte, auf denen sich der Verkäufer berechtigte Hoffnungen auf einen guten Preis, vielleicht sogar auf einen Rekordpreis machen kann: Auktionshäuser wie Sotheby’s oder Christie’s.

Emotionaler Bezug zu dem Gegenstand nötig

Solche exklusiven Dinge müssen sich Anleger allerdings erst einmal leisten können. Klar ist: Gönnen sollte man sie sich nur, wenn Sie sollten sie sich aber nicht leisten, wenn sie dafür die eisernen Reserven auflösen müssten, sondern nur, wenn sie auch nach der Anschaffung noch über ein ordentliches finanzielles Polster verfügen: „Das Gros seines Vermögens sollte ein Anleger in Wertpapiere investieren – im Zinstief am besten überwiegend in Aktienfonds“, rät Christian Schneider-Sickert, Chef des digitalen Vermögensverwalters LIQID. „Ein kleiner Teil kann aber durchaus in Sachwerte fließen, wenn das dem Anleger Spaß bereitet.“

Die wichtigste Regel bei Sachwerten aber lautet: Der Anleger sollte etwas von dem Objekt seiner Begierde verstehen oder sich zumindest ernsthaft dafür interessieren: Denn es bringt gar nichts, in teure Kunstwerke, Oldtimer oder Uhren zu investieren, wenn man sie nicht selbst schätzt. Wer dagegen einen emotionalen Bezug zu dem Gegenstand hat, den er erwirbt, hat einen entscheidenden Vorteil: Entwickelt sich der Wert nicht so wie erhofft, sollte sich der Ärger des Anlegers in Grenzen halten. Denn er kann sich dann ja immer noch an dem Objekt selbst erfreuen. Und der damit einhergehende Genuss lässt sich gar nicht mit Geld aufwiegen.

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