Börse

Rasantes Wachstum ≠ hohe Aktienrenditen

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LIQID Investments GmbH

Banken und Anlageberater empfehlen gerne Aktien aus Ländern mit hohem Wirtschaftswachstum. Hohes Wachstum führe auch zu hohen Renditen, so ihr Argument. Das klingt zunächst einmal plausibel. Läuft die Konjunktur, steigen die Unternehmensgewinne und langfristig auch die Aktienkurse. Doch für die weitverbreitete These, dass ein positiver Zusammenhang zwischen Wachstum und Aktienrenditen besteht, existieren keine wissenschaftlichen Belege. Verschiedene Untersuchungen deuten in die entgegengesetzte Richtung. Danach brachten Aktien in wachstumsschwachen Ländern tendenziell höhere Erträge als in Ländern, in denen die Wirtschaftsleistung von Jahr zu Jahr stark anstieg.

Für dieses Muster gibt es verschiedene Erklärungsansätze:

  1. Anleger legen ihr Geld lieber in Ländern mit hohem Wachstum als in schwächelnden Volkswirtschaften an. In den Wachstumsländern sind die
    Aktienpreise wegen der großen Nachfrage überhöht. In der Folge fallen die Renditen magerer aus.

  2. Viele börsennotierte Unternehmen operieren weltweit. Lokales Wachstum spielt für sie lediglich eine untergeordnete Rolle.

  3. Hohes Wachstum muss auch finanziert werden. Konzerne sammeln über die Ausgabe neuer Aktien frisches Kapital ein. Die Gewinne im Unternehmenssektor mögen zwar mit der Konjunktur steigen. Aber sie verteilen sich auf immer mehr Aktien. Ökonomen sprechen von einem Verwässerungseffekt, der die Rendite schrumpfen lässt.

Anleger sollten sich demnach nicht von hohen Wachstumszahlen und -prognosen blenden lassen. Sie sind kein Anhaltspunkt für überdurchschnittliche Aktienrenditen und deshalb auch kein stichhaltiges Argument für Investitionen in bestimmten Ländern oder Regionen.

sum

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