Sie haben beim Geld den Dreh heraus. Den sechs Investoren, die wir Ihnen hier vorstellen, gelingt es seit Jahrzehnten, ihr eigenes oder das ihnen anvertraute Vermögen rasant zu vermehren. Was ist ihr Erfolgsgeheimnis? Im dritten Teil stellen wir Ihnen Carl Icahn vor. Lassen Sie sich überraschen, wer noch folgt.

Carl Icahn – Der Umkrempler (geboren 1936)

Von allen hier porträtierten Anleger-Legenden hat Carl Icahn vermutlich den schlechtesten Ruf. Denn der in einer jüdischen Familie aufgewachsene New Yorker wird gerne uncharmant als Corporate Raider bezeichnet, was frei übersetzt so etwas wie ein Unternehmensplünderer ist.

Der Grund für diesen Ruf: Icahn ist kein stiller Investor, der wie andere Anleger Aktien von Unternehmen erwirbt, deren Management er vertraut. Vielmehr kauft sich Icahn oft bewusst in Unternehmen ein, die er für schlecht geführt hält, um dort massive Veränderungen zu fordern – und am Ende in vielen Fällen auch durchzusetzen. Doch er tut das gerade nicht, mit dem Ziel, die Unternehmen auszuplündern, sondern um deren Wert zu steigern. Das kann auch bedeuten, dass er sich für eine Zerschlagung des Unternehmens einsetzt; doch nur, wenn er davon überzeugt ist, dass eine solche Maßnahme seine Beteiligung insgesamt wertvoller macht. Denn dann hat er selbst am meisten davon: dank steigender Aktienkurse.

Um seine Ziele zu erreichen, erwirbt Icahn meist Beteiligungen in nennenswertem Umfang, sodass es ihm immer wieder gelingt, Druck auf die Konzernleitung auszuüben. Doch auch bei Unternehmen, an denen er nicht viele Anteile hält, setzt Icahn oftmals seinen Willen durch – so brachte er zum Beispiel trotz einer Beteiligung von nur 2,5 Prozent den Ebay-Konzern dazu, seinen Bezahldienst PayPal auszugliedern, wovon der Ebay-Aktienkurs letztlich kräftig profitierte.

Unter anderem hält oder hielt Icahn auch Beteiligungen an Apple, Yahoo, Time Warner, Alcoa, Motorola, Dell und Xerox.

Grundsätzlich versucht Icahn, ähnlich wie Warren Buffett, antizyklisch zu handeln. „Du musst Aktien kaufen, wenn sie keiner haben möchte. Das ist das wahre Geheimnis. Wenn alle etwas hassen, dann kaufst du es. Und dann, wenn jeder die Aktie haben möchte, verkaufst du sie“, sagte er 2015 in einem Interview des Fernsehsenders CNBC. Und auch er ist der Meinung, dass man gute Aktien am besten langfristig halten sollte. Allerdings hat er ein anderes Verständnis von einer Langfristanlage als Buffett: Für Icahn sind sieben bis neun Jahre schon ein sehr langer Anlagezeitraum. Buffett dagegen behält viele Aktien jahrzehntelang.

Auf der Forbes-Liste steht Icahn mit einem Vermögen von knapp 17 Milliarden Dollar aktuell auf Platz 55. Bis vor kurzem gehörte Icahn zum Berater-Team von US-Präsident Donald Trump. Er sollte dem Präsidenten in Regulierungsfragen helfen. Allerdings hat sich Icahn nicht, wie einige andere aus Trumps Beraterteam, mit dem Präsidenten überworfen. Bis heute unterstützt Icahn den umstrittenen republikanischen Präsidenten. Doch Icahn war vorgeworfen worden, er stehe in einem Interessenkonflikt, weil seine Empfehlungen positiv für seine eigenen Geschäfte sein könnten. Aus diesem Grund trat er freiwillig als Trump-Berater zurück.

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