Sie haben beim Geld den Dreh heraus. Den sechs Investoren, die wir Ihnen hier vorstellen, gelingt es seit Jahrzehnten, ihr eigenes oder das ihnen anvertraute Vermögen rasant zu vermehren. Was ist ihr Erfolgsgeheimnis? Im zweiten Teil stellen wir Ihnen George Soros vor. Lassen Sie sich überraschen, wer noch folgt.

George Soros – Der Spekulant (geboren 1930)

Während sich Warren Buffett auf Aktien konzentriert, ist sein Altersgenosse George Soros dafür bekannt, alle möglichen Anlageinstrumente einzusetzen, um sein Vermögen zu vermehren. Und anders als Buffett betreibt Soros auch kurzfristige Spekulation. Sein Fonds verfolgt eine Global Macro Strategie: Basierend auf volkswirtschaftlichen Daten werden kurz- und mittelfristige Positionen eingegangen. So wettete der US-Amerikaner ungarischer Herkunft im September 1992 – gemeinsam mit einigen Kollegen – auf die Abwertung des britischen Pfunds. Grundlage war seine Analyse, dass das Pfund aus politischen Gründen völlig überbewertet in das Europäische Währungssystem aufgenommen worden war. Zu diesem Zweck tauschte er geliehene Pfund in andere europäische Währungen wie die Deutsche Mark und den Französischen Franc. Seine Spekulation ging auf: Innerhalb kürzester Zeit erzielte er damit rund eine Milliarde Dollar Gewinn. Nicht einmal die englische Zentralbank vermochte Soros zu stoppen. Das brachte ihm den Titel „The man who broke the Bank of England“ ein.

Ein weiterer Coup gelang Soros 2008: Mit seinem Quantum Endowment Fund setzte er gezielt auf spekulative Geschäfte und erzielte im selben Jahr eine Rendite von 32 Prozent. Ihm persönlich brachte das knapp drei Milliarden Dollar ein. Darüber hinaus war Soros 2008 mit einem Einkommen von 1,1 Milliarden Dollar der bestbezahlte Hedgefonds-Manager weltweit.

Auch nutzt Soros so ziemlich jede legale Möglichkeit, um staatlichen Einfluss bei seinen Deals außen vor zu lassen. Seine Quantum Fonds, die er gemeinsam mit dem Rohstoffinvestor Jim Rogers gründete, haben ihren Sitz in Offshore-Finanzzentren wie den Niederländischen Antillen und den Jungferninseln. Damit entzog er seine Geschäfte der Kontrolle durch die US-Finanzaufsicht. 1997/98 machte ihn der damalige malayische Premierminister wegen seiner Spekulationsgeschäfte für die Asienkrise verantwortlich.

Soros bezieht sich bei seiner Anlagestrategie auf die Theorie der Reflexivität des Philosophen Karl Popper, der einer seiner Professoren an der Universität war. Demnach gibt es eine Diskrepanz zwischen wahrgenommener und tatsächlicher Realität, der auch Anleger unterworfen sind. Diese Diskrepanz versucht Soros auszunutzen – augenscheinlich mit Erfolg: Auf der aktuellen Forbes-Liste steht Soros mit einem Vermögen von gut 25 Milliarden Dollar auf Platz 29. Mit seinen Anlagemethoden polarisiert Soros ohne Zweifel. Doch der gebürtige Ungar hat auch eine andere Seite: Er tritt auch als Philanthrop und durch politisches Engagement in Erscheinung. Unter anderem ermöglichte er ethnischen Minderheiten in Südafrika, die Universität zu besuchen. Zudem spielte er eine wichtige Rolle bei den politischen Prozessen in Osteuropa, die ab 1989 zum Zusammenbruch des Ostblocks führten und war nach eigener Aussage „aktiv an der Revolution beteiligt, die das Sowjetsystem hinwegfegte“. 2014 engagierte er sich für die Ukraine und zog damit den Zorn Russlands auf sich. Auch spendet er regelmäßig große Summen für wohltätige Zwecke. Er verwaltet heute nur noch sein eigenes Vermögen.

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