Sie haben beim Geld den Dreh heraus. Den sechs Investoren, die wir Ihnen hier vorstellen, gelingt es seit Jahrzehnten, ihr eigenes oder das ihnen anvertraute Vermögen rasant zu vermehren. Was ist ihr Erfolgsgeheimnis? Im sechsten und letzten Teil stellen wir Ihnen John Bogle vor.

John (Jack) Bogle – Der Indexfreund (geboren 1929)

Ein Fehlinvestment war der Startschuss für John Bogles Karriere als Investor: Denn seine gescheiterte Anlage führte dazu, dass ihm sein damaliger Arbeitgeber Wellington Management kündigte. Nach einem mehrjährigen Intermezzo im Investment Company Institute, dem Zusammenschluss der US-amerikanischen Investmentgesellschaften, gründete Bogle 1974 die Investmentgesellschaft The Vanguard Group. Vanguard ist heute mit einem verwalteten Vermögen von drei Billionen Dollar der zweitgrößte Vermögensverwalter der Welt.

Das Besondere an Vanguard ist die Gesellschafterstruktur: Vanguards Anteilseigner sind die eigenen Fonds bzw. deren Anleger. Bis 1996, also über 20 Jahre leitete Bogle die Geschicke des Unternehmens als Vorstandschef (CEO), anschließend noch weitere vier Jahre lang als Aufsichtsratschef (Senior Chairman).

Bogle ist der einzige der sechs großen Anleger, die in dieser Artikelserie porträtiert wurden, die nicht versuchen, mit ihrer Strategie den Markt oder eine Benchmark zu schlagen, an der sie sich messen. Stattdessen bietet Bogles Firma Finanzprodukte an, die sich an Indizes orientieren. Solche Produkte – Indexfonds (ETF) – sind auch unter Kleinanlegern stark verbreitet und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Indexfonds sind denn auch das Steckenpferd von Bogles Fondsgesellschaft Vanguard. Sein Argument für Indexfonds: Sie verursachen deutlich weniger Kosten als aktive Fonds und bringen deshalb auf Dauer mehr Rendite. Denn der großen Mehrheit der Fondsmanager, die aktive Fonds betreuen, gelingt es Bogle zufolge ohnehin nicht, ihre Benchmark zu schlagen.

Seine These wird von der Forschung zunehmend untermauert, unter anderem vom Researchinstitut Dalbar aus Boston. Allerdings gibt es auch Argumente, die gegen passive Fonds und für aktive Fondsprodukte sprechen.

So zum Beispiel, dass sie, vorausgesetzt ihre Kosten halten sich im Rahmen und die Fondsmanager sind fähig, in bestimmten Marktphasen durchaus Überrenditen erwirtschaften oder Risiken minimieren können. Solche Argumente lässt Bogle weitgehend außer Acht. Auch in einer weiteren Hinsicht unterscheidet sich Bogle von den fünf anderen: Sein Credo lautet: Think global, invest local – zu Deutsch: Denke global und investiere lokal, in Bogles Fall fast ausschließlich in den USA. Eine weltweite Diversifikation ist also seine Sache nicht. Der Erfolg gibt seiner Strategie Recht. Allerdings ist seine Strategie eben auch nicht die einzig richtige – wie die fünf anderen hier porträtierten Star-Investoren beweisen.

Das könnte Sie auch interessieren


Unser kostenloser Newsletter.

Wenn Sie mehr über das Thema Geldanlage und LIQID erfahren möchten, melden Sie sich hier für unseren monatlichen Newsletter an.

Sie können diese kostenlosen Informationen jederzeit abbestellen und der Verwendung Ihrer Daten für Werbezwecke widersprechen.