Wenn deutsche Anleger über den Aktienmarkt reden, dann meinen sie fast immer nur den DAX. Doch der Deutsche Aktienindex spiegelt lediglich einen kleinen Teil des Aktienmarkts wider. Wer nur in den DAX investiert, handelt deshalb sehr einseitig und gegen das oberste Anleger-Gebot, das Vermögen breit zu streuen.

„Dax auf neuem Rekordhoch“, „DAX bricht ein“, „Goldene Zeiten für den DAX“. Wenn man die Schlagzeilen in den Medien liest, könnte man meinen, der Deutsche Aktienindex sei ein Synonym für die Börse. Viele Anleger glauben dies offenbar tatsächlich und investieren nur in den DAX: Entweder, indem sie sich nur DAX-Werte wie Allianz, BASF, Daimler oder RWE ins Depot legen, oder indem sie in Fonds investieren, die lediglich in den DAX oder in Teile davon investieren.

Nur 30 von weltweit 35.000 börsennotierten Unternehmen

Sicher, die 30 DAX-Konzerne sind gemessen an ihrem Börsenwert die bedeutendsten börsengelisteten Unternehmen in Deutschland. Gemeinsam beschäftigen sie Millionen von Mitarbeitern. Doch ist der DAX nur das Abbild eines ganz kleinen Teils der börsennotierten deutschen Unternehmen – und erst recht des globalen Aktienmarkts: Insgesamt werden an der Frankfurter Wertpapierbörse laut Deutscher Börsen AG rund 500 Unternehmen gelistet. Hinzu kommen noch einige Hundert Unternehmen, die nur an Regionalbörsen wie Berlin und München gehandelt werden. Doch auch wenn sich ein Anleger an all diesen Unternehmen beteiligte, würde er damit nur einen kleinen Bruchteil des globalen Aktienmarkts abbilden: Weltweit gibt es laut der World Federation of Exchanges (WFE) mehr als 50.000 börsennotierte Aktiengesellschaften [1].

Die Zahlen machen klar: Anleger, die nur in die 30 DAX-Konzerne investieren, beschränken sich auf nur einen kleinen Teil des Aktienmarktes und legen damit, bildlich gesprochen, alle Eier in einen Korb.

Genau davon aber raten Experten dringend ab. Denn eine breite Streuung ist am Aktienmarkt wichtig, um die Risiken gering zu halten. DAX-Fans verfallen damit einem klassischen psychologischen Anleger-Fehler, dem Home Bias. Das heißt, sie beschränken sich auf ihren Heimatmarkt – in diesem Fall sogar nur auf einen kleinen Teil davon.

Extreme Schwankungen

Beim DAX ist das besonders problematisch. Denn er ist wenig diversifiziert. Er hat einen Schwerpunkt in wenigen Branchen: Chemie, Automobile, produzierende Industrie und Finanzindustrie. Kriselt es in einer dieser Branchen, kann sich der DAX dem meist nicht entziehen und verliert teilweise deutlich an Wert. Damit unterliegen Anleger einem klassischen Klumpenrisiko. Im Gegensatz dazu ist zum Beispiel im Mittelwertesegment MDAX, der 50 Unternehmen umfasst, die Mischung deutlich breiter. Probleme in einer Branche fallen im MDAX deshalb nicht so sehr ins Gewicht und werden eher durch andere, gut laufende Aktien wieder aufgefangen. Die Folge: Bei nahezu identischer Schwankung war die Performance beim MDAX vor allem in den vergangenen zehn Jahren deutlich höher als beim DAX.

Entwicklung MDAX 50 und DAX 30
seit 1996 im Vergleich

Deutsche Börse

Hinzu kommt: Die im DAX stark vertretenen Branchen sind sehr exportorientiert und damit stark von der weltweiten Konjunktur abhängig. Mal läuft es prächtig, dann herrscht wieder Flaute. Die logische Folge: Auch an der Börse schwankt der DAX deutlich stärker als die meisten großen Aktienindizes anderer Länder. Extrem zeigte sich dies zum Beispiel zwischen März 2000 und März 2003 als der DAX über 70 Prozent seines Wertes verlor. Bis Ende 2007 hatte er diesen Verlust wieder aufgeholt, nur um bis zum Frühjahr 2009 wieder über 50 Prozent zu verlieren. Diese enormen Schwankungen zahlen sich für die DAX-Fans auf lange Sicht nicht in Form höherer Renditen aus.

S&P 500 trotz weniger Schwankungen mit besserer Performance

Anleger sollten sich nicht davon täuschen lassen, dass sich der DAX in den vergangenen zehn Jahren nach Punkten besser entwickelt als zum Beispiel der breite europäische Stoxx Europe 600. Denn der DAX ist ein so genannter Performance-Index, der alle ausbezahlten Dividenden mit einrechnet. Der Stoxx 600 ist dagegen ein reiner Kursindex und rechnet die Dividenden heraus.

Auch der amerikanische S&P 500 ist ein reiner Kursindex. Berücksichtigt man bei ihm aber wie in unten stehendem Chart die Dividenden, hat er sich in den vergangenen zehn Jahren – bei geringeren Schwankungen – besser entwickelt als der DAX.

Entwicklung S&P 500 und DAX 30
seit 2007 im Vergleich

Morningstar, Deutsche Börse

Die Entwicklung in der Vergangenheit sagt natürlich nichts über die Zukunft aus. Ob die US-Aktienmärkte oder die japanischen Börsen in den kommenden zehn Jahren besser laufen als die deutschen, ist schwer zu prognostizieren. Gerade deshalb sollten Anleger nicht alles auf eine Karte setzen und ihr Vermögen weltweit über viele verschiedenen Regionen und Branchen streuen.

Eine einfache und kostengünstige Möglichkeit das zu tun, ist es, sich globale Indexfonds ins Depot zu legen. Eine andere ist es, sein Geld von einem digitalen Vermögensverwalter betreuen zu lassen. Gute Anbieter tun dies zu sehr günstigen Konditionen und sind in der Lage, den Anlegern einen echten Mehrwert zu liefern. Dieser drückt sich zum Beispiel in geringeren Schwankungen oder in höheren Renditen als bei einer reinen Abbildung des Gesamtmarktes aus. Darüber hinaus setzen digitale Vermögensverwalter meist neben Aktien auch andere Anlageklassen wie Anleihen, Rohstoffe oder Hedgefonds ein und erhöhen damit die Ausgewogenheit in den Portfolios ihrer Kunden. Die Kunden können dann in der Gewissheit ruhen, dass ihr Geld in guten Händen liegt und müssen sich um nichts mehr kümmern.


  1. [1] World Federation of Exchanges: Monthly Reports (Um in den Fließtext zurückzukehren, drücken Sie bitte die Zahl.)

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