Sie verdienen gut oder haben ein kleines Vermögen geerbt. Dennoch führen schlechte Finanzentscheidungen dazu, dass Sie im Alter Ihren Lebensstandard nicht halten können. Unmöglich? Leider nicht. Besonders Selbstständige laufen Gefahr, von schlechten Beratern in falsche Anlageentscheidungen getrieben zu werden oder sich selbst zu verheben.

Als Tennis-Star verdiente Boris Becker Millionen. Doch davon scheint nicht mehr viel übrig. Ein Gericht in Großbritannien hat ihn für Bankrott erklärt. Medienspekulationen zufolge soll es unter anderem seine Finca in Mallorca sein, die ihm die Schwierigkeiten eingebrockt hat. Becker selbst sprach in seiner Autobiografie „Das Leben ist kein Spiel“ von großen Problemen, die ihm das Anwesen beschert habe.

Boris Becker ist ein prominentes Beispiel für einen allmählichen finanziellen Abstieg, wie er gar nicht wenigen Menschen widerfährt. Denn wer in jungen Jahren über ein hohes Einkommen oder ein bedeutendes Vermögen verfügt, hat damit noch lange nicht die Garantie, dass er später seinen Ruhestand im Wohlstand verbringen wird.

Vorsicht vor dem Grauen Kapitalmarkt

Gerade Vermögende und Gutverdiener sind die Hauptzielgruppe von unseriösen Finanzvermittlern, die mit Traumrenditen locken und in Wahrheit ihren gutgläubigen Kunden das Geld aus der Tasche ziehen. Häufig bieten sie ihren Kunden an, am grauen Kapitalmarkt zu investieren. So wird der Teil des Kapitalmarkts bezeichnet, der in geringerem Maße von der staatlichen Finanzaufsicht reguliert wird. Es geht also im Wesentlichen um Finanzprodukte, die nicht auf einem organisierten Markt wie einer Börse gehandelt werden. Die Risiken und Unwägbarkeiten sind am grauen Kapitalmarkt deutlich höher als zum Beispiel mit Aktien oder Anleihen.

Eine weit verbreitete Anlageform am Grauen Kapitalmarkt, mit der viele Anleger in der jüngeren Vergangenheit ihr Vermögen im wahrsten Sinne des Wortes versenkten, waren Schiffsfonds. Hierbei handelte es sich um geschlossene Fonds, die Geld bei Anlegern einsammelten, um es in den Bau oder Erwerb von Frachtschiffen zu investieren. Hier lockten die Anbieter die Anleger auch mit Steuervorteilen. Doch im Zuge der Finanzkrise ab 2008 und der darauffolgenden weltweiten Rezession entstanden massive Überkapazitäten bei den Frachtschiffen. Infolgedessen brachen die Chartereinnahmen für die Schiffe ein und die Schiffe selbst verloren drastisch an Wert. Am Ende stand für die Anleger in vielen Fällen ein Totalverlust.

Keine gesetzliche Rente

Die Aussicht auf Steuervorteile war es auch, die zahlreiche wohlhabende Anleger in den Jahren nach der Wiedervereinigung dazu brachte, in Ost-Immobilien zu investieren. Eine von vielen Betroffenen war die Ex-Tagesschau-Sprecherin Eva Herman. Sie hatte 500.000 Euro in drei Leipziger Wohnungen investiert. Die von ihrem Finanzvermittler in Aussicht gestellten Mieteinnahmen waren jedoch völlig überhöht. Am Ende saß Herman auf einem Schuldenberg, der ihr „das Genick brach“, wie sie später zugab. Herman musste Privatinsolvenz anmelden.

Doch auch ohne solche Entscheidungen kann es Gutverdienern passieren, dass sie mit viel weniger als erhofft dastehen, wenn sie in den Ruhestand eintreten. Diese Gefahr droht vor allem Selbstständigen wie zum Beispiel Ärzten, Architekten oder

Rechtsanwälten, die nicht automatisch in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Aus übertriebener Risikoscheu investieren gerade diese Berufsgruppen ihr Vermögen häufig in unrentable Anlageformen wie Tagesgeld oder Festgeld. Mit ihnen schmilzt das Vermögen – nach Steuern und Inflation – langsam vor sich hin. Andere wiederum entdecken ihre Leidenschaft für die Börse und agieren extrem risikofreudig. Sie investieren häufig nicht breit gestreut, sondern nur in das, was sie kennen, also zum Beispiel deutsche Aktien oder US-Technologie-Aktien. Oder sie versuchen durch geschicktes Timing, den Markt zu schlagen. Doch das geht meistens schief: So hat das unabhängige Finanzresearch-Institut Dalbar festgestellt, dass Privatanleger, die das versuchen, häufig das Gegenteil erreichen – mit dem Ergebnis, dass sie auf lange Sicht deutlich schlechter abschneiden als der breite Markt. Die Folge: Viele Betroffene können ihren gewohnten Lebensstandard im Ruhestand dann nicht mehr halten und müssen dann zum Beispiel auf lieb gewonnene Dinge verzichten. Im schlimmsten Fall droht ihnen sogar echte Altersarmut.

Betroffene sollten deshalb einige wichtige Regeln bei der Geldanlage beachten. Eine der entscheidenden: Sie sollten breit diversifiziert über verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Rohstoffe investieren und das Geld auf unterschiedliche Regionen wie Europa, Nordamerika und Asien verteilen und ihre Anlagen laufend überwachen. Denn aktuelle Entwicklungen machen gegebenenfalls immer wieder ein Umsteuern erforderlich. Seriöse digitale Vermögensverwalter können eine sinnvolle Alternative für Anleger sein, die sich nicht selbst darum kümmern können oder wollen. Anleger müssen hier keine Millionenbeträge mitbringen, wie das bei traditionellen Vermögensverwaltern oftmals der Fall ist. Dank computergestützter Modelle sind diese Anbieter zudem in der Regel besonders kostengünstig.

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