Die Zinsen fallen - weiter. Immer mehr Banken reichen den Strafzins direkt an ihre Kunden weiter. Die Konjunktur schwächelt. Ebenso die Aktienmärkte. Zeit sich vom Kapitalmarkt zu verabschieden? Keineswegs. Denn es gibt gute Gründe weiter investiert zu bleiben.

Das Artensterben ist in aller Munde. Eine andere Gattung, die es seit über 4.000 Jahren auf der Welt gibt, scheint ebenfalls akut vom Aussterben bedroht zu sein: der Zins. Erst bekamen es die Sparer zu spüren, jetzt zunehmend auch die Kreditnehmer: Baudarlehen mit zehnjähriger Laufzeit gab es Mitte August 2019 schon ab 0,17 Prozent Jahreszinsen. Selbst die für ihre Gelassenheit bekannte Frankfurter Allgemeine Zeitung versteht die Welt nicht mehr. „Wie tief können die Zinsen jetzt noch weiter sinken? Auch unter null?“ fragt das Blatt.

Parallel liebäugeln immer mehr Geschäftsbanken damit, von ihren Kunden für Spareinlagen Gebühren zu verlangen. Die Geldhäuser wollen den von der Europäischen Zentralbank (EZB) auferlegten „Strafzins“ für Einlagen direkt an ihre Kunden weitergeben. Die Pläne versetzen die Politik in helle Aufregung. Finanzminister Olaf Scholz prüft ein Verbot der Negativzinsen und reagiert damit auf einen Vorstoß von CSU-Chef Markus Söder, der Anlagebeträge bis 100.0000 Euro grundsätzlich schützen will.

Die Zinswelt steht auf dem Kopf. Und wenig deutet darauf hin, dass sich die Situation in absehbarer Zeit wieder ändern wird. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) rechnet zwar damit, dass die Zinsen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten wieder geringfügig steigen werden. Es geht aber davon aus, dass der für Anleger entscheidende Realzins, also der um die Inflation bereinigte Zins, bis zum Jahr 2050 auf null Prozent fallen wird. Das IW begründet dies mit demographischen Faktoren: Angesichts der steigenden Lebenserwartung würden die Menschen immer mehr sparen. Die Nachfrage nach diesem Kapital gehe aber zugleich aufgrund der sinkenden Bevölkerungszahlen und damit einhergehender geringerer Investitionen zurück. Beides drücke den Zins.

Die Deutsche Bank schlägt unterdessen Alarm: Mit dem Verschwinden des Zinses nehme auch das Vertrauen der Deutschen in die Zukunft Schaden, warnt ihr Ökonom Stefan Schneider. Negative Zinsen bewirken auf Dauer genau das Gegenteil von dem, was sie bezwecken sollen. Sie haben das Zeug, nachhaltig das Wachstum zu beschädigen, statt die Wirtschaft anzukurbeln.

Aktuell schwächeln bereits Konjunktur und Aktienmärkte. Wohl noch nicht wegen, aber trotz des Nullzinses, der ja eigentlich ein verzweifelter Versuch der Notenbanken ist, die Wirtschaft am Laufen zu halten. Wenn das Geld billig ist, Unternehmen und Privatleute also kaum Zinsen für Kredite zahlen müssen, sollte das der reinen Lehre zufolge eigentlich die Investitionsbereitschaft und auch den Konsum fördern. Doch gegen den weltweiten Handelskonflikt, den drohenden No-Deal-Brexit und die sich abkühlende Weltwirtschaft können auch Nullzinsen oder Negativzinsen nicht viel ausrichten.

Was tun in dieser Situation? Sich als Anleger vom Kapitalmarkt verabschieden? Oder besser Gold kaufen? Tatsächlich ist der Goldpreis zuletzt kräftig gestiegen. Ein Grund: Wenn es keine Zinsen mehr gibt, dann fällt der entscheidende Nachteil des Goldes nicht mehr ins Gewicht, nämlich dass es keine Zinsen einbringt. Doch deshalb die gesamte Anlagestrategie auf das Edel-Metall ausrichten? Dann vielleicht doch das ganze Geld verprassen? Auch keine Lösung.

Zu allererst gilt: Man sollte sich auch in Zeiten wie diesen nicht verrückt machen lassen und sich nicht davon abhalten lassen an den Aktienmärkten zu investieren. Denn auf lange Sicht sind mit Aktien und Aktienfonds sehr attraktive Renditen zu erzielen. Wer aber in eine Schwächephase hinein verkauft, schneidet langfristig unterdurchschnittlich ab. Alle Erfahrung lehre, dass Anleger auf lange Sicht am besten fahren, wenn sie Schwächephasen an den Märkten einfach aussitzen, sagt Reinhard Panse, Chief Investment Officer von LIQID.

Das Kapital breit streuen

Aktuell die Ruhe bewahren und Fehler vermeiden, ist gar nicht so schwer. Viele deutsche Anleger zum Beispiel kaufen überwiegend deutsche Aktien – und hier vor allem DAX-Werte. Home Bias nennen Experten diese Neigung, also den Hang, vor allem Aktien aus dem Heimatland zu kaufen, weil die Anleger denken, dass sie diese besonders gut einschätzen können. Dabei gehen Anleger hohe Risiken ein, wenn sie große Teile ihres Vermögens auf wenige deutsche Unternehmen verteilen.

Nicht nach alten Mustern agieren, sondern innovativ und flexibel zu sein, hat sich in der Evolution bewährt und neue Arten hervorgebracht. Aber auch bei der Anlagestrategie ist das Prinzip von Vorteil: „Ratsam ist es, das Kapital möglichst breit über verschiedene Anlageklassen, Branchen und Regionen zu streuen“, empfiehlt Experte Panse und wirft seinen Blick in der Niedrigzinsphase auch auf interessante Alternativen zu Aktien. Panse setzt auf Private Equity, also die Beteiligung an Unternehmen, die nicht an der Börse notiert sind. Hier seien für Anleger deutlich höhere Renditen als an den Aktienmärkten möglich – und das, ohne dem täglichen Auf- und Ab der Marktschwankungen ausgesetzt zu sein. Und weil Innovationen bei LIQID Bestandteil der Unternehmens-DNA sind, können erfahrene Anleger mit LIQID Private Equity bereits ab 200.000 Euro in eine Assetklasse investieren, die sonst nur Profis zugänglich ist.

Was Investoren – ob mit Profi-Status oder Privatanleger - gemeinsam haben: sie wollen flexibel bleiben. Auch hier ist LIQID für eine intelligente Idee gut. Aktuell arbeiten die Experten an einer Lösung, die es Anlegern ermöglicht, Geld kurz- und mittelfristig zu attraktiven Konditionen liquide zu halten. Und dabei nicht auf Rendite, sprich: den Zins zu verzichten. LIQID schafft also gerade ein Biotop, in dem sich der Zins wohl fühlen kann und nicht um seine Existenz bangen muss.