Immer mehr Anleger setzten auf börsengehandelte Indexfonds (ETFs). Diese kopieren die Wertentwicklung von Aktien-, Renten- und Rohstoffindizes. Weil sie ohne Manager auskommen, sind ihre Kosten sehr niedrig. Zudem sind ETFs vergleichsweise transparent und pflegeleicht. Anders als bei aktiv gemanagten Fonds müssen Investoren ETFs nicht ständig im Auge behalten.

Exchange Traded Funds (ETFs) erleben eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Das weltweite Anlagevolumen in den börsengehandelten Indexfonds steigt kontinuierlich. Denn immer mehr Anleger entdecken die Vorzüge dieser Anlageklasse – zum Leidwesen der Banken und Fondsgesellschaften, denen das Geschäft mit teuren aktiv gemanagten Fonds wegbricht. Auch in Deutschland wächst das Anlagevolumen in ETFs rasant. Laut dem Fondsverband BVI lag 2019 bereits mehr als jeder siebte in Fonds investierte Euro in einem ETF.

Doch was ist ein ETF eigentlich?

Wie ETFs funktionieren

ETFs sind Investmentfonds, die ganze Indizes nachbauen, wie zum Beispiel den Deutschen Aktienindex DAX, den amerikanischen S&P 500 oder den globalen MSCI World. Ihre Wertentwicklung ist an diese Indizes gekoppelt. Sie bewegen sich also immer entlang des Marktdurchschnitts. Darin unterscheiden sie sich von aktiven Fonds, die Überrenditen im Vergleich zum Marktdurchschnitt anstreben und von einem Experten gemanagt werden. Ein ETF benötigt dagegen keinen Fondsmanager. Er vollzieht automatisch die Entwicklungen eines Indizes nach. Wenn zum Beispiel eine Aktie aus einem Index herausgenommen wird, dann verkauft der ETF diese automatisch und ersetzt sie durch die Aktie, die neu in den Index aufgenommen wird.

Anlagevolumen in ETF in Milliarden Euro (linke Skala) und Anzahl der Produkte (rechte Skala) in Europa

Quelle: Bloomberg, Stand November 2019

ETFs gibt es aber nicht nur auf Aktienindizes, sondern auch auf Anleihenindizes. Solche Anleihen-ETFs werden auch Renten-ETFs genannt. Angesichts der schon lange anhaltenden sehr niedrigen Zinsen sollten Anleihenindizes gewählt werden, die nicht nur in sichere deutsche Staatsanleihen investieren, sondern zum Beispiel auch in Schwellenländer-Anleihen, in Unternehmensanleihen oder in Hochzinsanleihen (das sind zum Beispiel Anleihen von Unternehmen oder Staaten, die von den Rating-Agenturen nicht die beste Bewertung bekommen). Denn bei solchen Anleihen sind die Zinsen noch deutlich attraktiver. Sinnvoll ist eine Kombination aus Aktien- und Anleihen-ETFs im Depot. In welchem Verhältnis die beiden Kategorien stehen sollten, hängt von der individuellen Risikobereitschaft jedes Anlegers, seinem Alter und seinen persönlichen Zielen ab. Grundsätzlich gilt: Je höher die Risikobereitschaft, desto höher kann auch der Anteil an Aktien-ETFs im Depot sein.

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Die Vorteile von ETFs für Anleger

Für Anleger haben ETFs aufgrund ihrer Konstruktion gleich mehrere Vorteile. Der wichtigste: Im Vergleich zu aktiven Fonds sind sie deutlich kostengünstiger – im Wesentlichen deshalb, weil kein Fondsmanager bezahlt werden muss. Während aktive Aktienfonds im Schnitt fast 1,5 Prozent Verwaltungskosten pro Jahr berechnen (manche sogar noch deutlich mehr), sind es bei ETFs meist deutlich weniger als 0,5 Prozent, oftmals sogar unter 0,2 Prozent. Zudem fallen bei ETFs grundsätzlich keine Ausgabeaufschläge oder Rücknahmegebühren an. Aktive Aktienfonds verlangen in der Regel 5 Prozent Ausgabeaufschlag. Wer also zum Beispiel 100.000 Euro investiert, dem werden sofort auf einen Schlag 5.000 Euro abgezogen, bevor er auch nur den ersten Cent Rendite erwirtschaftet hat. In einigen Fällen fallen darüber hinaus beim Verkauf Rücknahmegebühren an (üblich sind 1 Prozent). Darüber hinaus wird Anlegern bei manchen aktiven Fonds auch eine Erfolgsprovision abgezogen. ETFs werden dagegen an der Börse gehandelt. Deshalb werden sie auch als börsengehandelte Indexfonds bezeichnet. Für Anleger fallen also lediglich die Börsentransaktionskosten an. Diese liegen je nach Bank und Ordergröße in der Regel zwischen 0,1 und 1 Prozent des Ordervolumens, sind also deutlich niedriger als die Kosten für Ausgabeaufschläge.

Ein zweiter wesentlicher Vorteil der ETFs für Anleger ist ihre Transparenz und Berechenbarkeit: Anleger können sich darauf verlassen, dass ihr Fonds in etwa so abschneidet wie der Index, den er abbildet. Die meisten aktiven Fonds erzielen dagegen schlechtere Ergebnisse als der Index, an dem sie sich messen. Das liegt nicht daran, dass die Fondsmanager besonders schlecht wären, sondern vor allem an den hohen Kosten: Die drücken auf Dauer gewaltig auf die Rendite. Doch bei aktiven Fonds kann es noch schlimmer kommen. Denn es gibt auch Fondsmanager, die sehr schlecht arbeiten und den Anlegern dauerhaft äußerst schwache Ergebnisse liefern. Vor solchen bösen Überraschungen sind Anleger mit ETFs gefeit.

Worauf Anleger bei ETFs achten müssen

Mit ETFs können Anleger also kostengünstig und unkompliziert ganze Märkte abbilden und dadurch ihr Vermögen breit diversifiziert anlegen. ETFs sind deshalb ideal für Anleger geeignet, die langfristig Vermögen aufbauen oder mehren wollen. Aufgrund der günstigen Transaktionskosten können ETFs aber auch für kürzere Anlagezeiträume eingesetzt werden. Allerdings ist das für Aktien-ETFs nicht empfehlenswert. Denn die Kursschwankungen an den Aktienmärkten sind hoch. Es kann also passieren, dass Anleger Verluste hinnehmen müssen, wenn sie Aktien-ETFs nur kurzzeitig im Depot halten. Bei Anleihen-ETFs sind heftige kurzfristige Verluste auch möglich, aber deutlich unwahrscheinlicher. Darüber hinaus gibt es auch ETFs, die in kurzfristige Geldmarkt-Anlagen investieren. Bei diesen gibt es auch auf kurze Sicht nur ein minimales Verlustrisiko.

Ein Problem für Anleger ist die enorme Auswahl bei ETFs: Laut der Deutschen Börse konnten in Deutschland allein auf der Handelsplattform Xetra Ende 2018 bereits fast 1.400 verschiedene ETFs gehandelt werden. Und es werden immer mehr. Da kann man als Anleger schon mal den Überblick verlieren. Und dann wird die Wahl schnell zur Qual.

Physisch replizierende und synthetische ETFs

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von ETFs: physisch replizierende und synthetische. Physisch replizierende ETFs kaufen die in dem jeweiligen Index abgebildeten Wertpapiere im Verhältnis zu ihrer Gewichtung im Index. Synthetischen ETFs kaufen dagegen nicht die Original-Wertpapiere, die im Index vertreten sind, sondern sogenannte Swaps. Das sind finanzielle Tauschgeschäfte zwischen zwei Handelspartnern. Vereinfacht gesagt, erwerben synthetische ETFs dadurch das Recht, die Wertpapiere von einem Vertragspartner zu einem bestimmten vorher festgelegten Preis zu kaufen, ohne es faktisch tun zu müssen. Durch diese Methode lassen sich synthetische ETFs billiger herstellen als physische. Für die Anleger besteht damit das theoretische Risiko, dass der Swap-Partner ausfällt.

Deshalb sollten Anleger im Zweifel lieber physische ETFs als synthetische wählen. Es gibt aber auch Mischformen. Einige ETFs halten nur eine repräsentative Auswahl der Indexwerte in physischer Form und werden daher als „teilreplizierend“ bezeichnet. Diese Methode nutzen ETF-Anbieter bei Indizes mit sehr vielen oder schlecht handelbaren Werten, um den Aufwand und die Kosten niedrig zu halten. In bestimmten Fällen kann es für Anleger durchaus sinnvoll sein, solche ETFs zu erwerben.

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Wie LIQID ETFs einsetzt

Wegen ihrer vielfachen Vorzüge setzt auch der digitale Vermögensverwalter LIQID für seine Kunden ETFs in großem Stil ein. In seinen beiden passiven Anlagestilen LIQID Global und LIQID Impact investiert LIQID ausschließlich in ETFs. LIQID-Kunden müssen sich keine Gedanken über die Auswahl der Fonds machen. Aus Tausenden von ETFs wählt LIQID die besten aus und tauscht sie wieder aus, wenn sich bessere Alternativen ergeben. LIQID stützt sich dabei auf die Expertise des Investment-Teams seines Partners HQ Trust, dem Family Office der Familie Harald Quandt. Die von LIQID eingesetzten ETFs decken alle wichtigsten Anlageklassen, Branchen und Regionen ab. Investiert wird in Aktien, Anleihen, Gold, Rohstoffe und den Geldmarkt.

Auch für den aktiven Anlagestil LIQID Select setzt das Investment-Team auf ETFs – aber nicht nur. Denn LIQID Select verfolgt das Ziel, Überrenditen gegenüber dem Gesamtmarkt zu erzielen und investiert deshalb auch in aktive Fonds. Gezielt in bestimmten Marktphasen und Regionen eingesetzt können aktive Fonds nämlich durchaus zuverlässig bessere Ergebnisse liefern als ETFs. In bestimmten Märkten hat sich aber gezeigt, dass ETFs dauerhaft besser abschneiden als die besten aktiven Fonds. Dort setzt LIQID deshalb ETFs ein. Denn das Investment-Team von LIQID und HQ Trust geht bei LIQID Select nicht dogmatisch vor, sondern wählt situativ und pragmatisch immer die Lösung, die am sinnvollsten erscheint.

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