Die Unwägbarkeiten an der Börse schrecken die meisten Menschen vor einem Engagement am Kapitalmarkt ab. Dabei sind die Grundprinzipien der Geldanlage eigentlich sehr einfach. Man muss sie nur durchschauen, um die Angst vor der Börse zu verlieren. Wir liefern Ihnen eine Einstiegshilfe.

Nur etwa jeder siebte Deutsche besitzt Aktien oder Aktienfonds. Viele bleiben dem Kapitalmarkt schon deshalb fern, weil sie glauben, er sei nur für Anleger geeignet, die ein tiefes Verständnis dafür mitbringen. Dazu trägt auch der besondere Finanzjargon an den Kapitalmärkten bei, der auf viele Menschen abschreckend wirkt. Sie fürchten deshalb, über den Tisch gezogen zu werden oder unkontrollierte Risiken einzugehen. Sie bleiben daher dem Sparbuch oder dem Festgeld treu, obwohl sie wissen, dass sie dafür praktisch keine Zinsen bekommen und selbst davon -nach Inflation- nichts mehr übrig bleibt.

Doch das tiefe Misstrauen breiter Bevölkerungsschichten gegenüber Aktien und anderen Wertpapieren ist nicht gerechtfertigt. Die Kapitalmärkte funktionieren langfristig nach klaren logischen und nachvollziehbaren Regeln. Die wichtigsten davon sollen im Folgenden entschlüsselt werden - damit Anlegern auch ohne tiefgehende wirtschaftliche Kenntnisse die Angst vor der Börse genommen wird.

Was ist überhaupt der Kapitalmarkt?

Der Kapitalmarkt hat im Grunde eine ganz einfache Funktion: Er bringt Kapitalgeber und Kapitalnehmer zusammen. Kapitalnehmer sind Unternehmen (aber auch Staaten und andere politische Einheiten, wie zum Beispiel die deutschen Bundesländer). Sie besorgen sich dort Geld, das sie zum Beispiel für Investitionen benötigen. Hier drängt sich natürlich die Frage auf, warum die Unternehmen und Staaten nicht einfach zur Bank gehen, um einen Kredit aufzunehmen. Die Antwort: Über den Kapitalmarkt können sie sich in vielen Fällen deutlich günstiger Geld besorgen (also refinanzieren). Zudem benötigen große Konzerne oft sehr hohe Summen, manchmal sogar Milliardenbeträge. Solche Kreditvolumen kann eine einzelne Bank in aller Regel nicht stämmen.
Der Kapitalmarkt hat im Grunde eine ganz einfache Funktion: Er bringt Kapitalgeber und Kapitalnehmer zusammen. Kapitalgeber wiederum sind private und institutionelle (professionelle) Anleger. Sie erwarten sich von ihrer Investition in aller Regel eine Rendite. Zu unterscheiden ist zwischen Eigenkapital und Fremdkapital (siehe unten).

Spricht man von dem Kapitalmarkt oder von den Kapitalmärkten?

Normalerweise ist von dem Kapitalmarkt die Rede. Er steht für alle Handelsplätze (also zum Beispiel Wertpapierbörsen) auf dem Globus, an denen sich Staaten und Unternehmen refinanzieren, also für sämtliche Finanzierungen weltweit, die nicht von Banken vorgenommen werden. Wahlweise wird aber von den Kapitalmärkten in der Mehrzahl gesprochen, um zum Beispiel eine Unterscheidung nach Regionen oder auch nach Anlageklassen vorzunehmen.

Welche Finanzierungsformen gibt es am Kapitalmarkt?

Im Wesentlichen gibt es für Unternehmen nur zwei verschiedene Finanzierungsformen: das Fremdkapital und das Eigenkapital. Für Staaten kommt im Prinzip nur die Fremdkapitalfinanzierung in Frage. Das Instrument der Fremdkapitalfinanzierung ist die Anleihe, das Instrument der Eigenkapitalfinanzierung ist die Aktie. Fremdkapital und Eigenkapital Damit sind auch schon die beiden mit Abstand wichtigsten Finanzierungsinstrumente benannt: die Anleihe und die Aktie. Aus der Perspektive der Anleger sind Anleihen und Aktien zwei verschiedene Anlageklassen. In beiden Fällen handelt es sich um Wertpapiere. Anleihen werden auch als festverzinsliche Wertpapiere oder Renten bezeichnet.

Wie funktioniert die Fremdkapitalfinanzierung?

Ein Marktteilnehmer (also zum Beispiel ein Unternehmen oder ein Staat), der Fremdkapital am Kapitalmarkt aufnehmen will, gibt zu diesem Zweck eine Anleihe heraus. Die Ausgabe von Anleihen ermöglicht es einem Unternehmen Geld (zum Beispiel für Investitionen) hereinzubekommen, ohne Firmenanteile verkaufen und ohne einen Bankkredit in Anspruch nehmen zu müssen. Das ist für das Unternehmen meistens zinsgünstiger. Auch sind Anleihen für große Unternehmen oft die einzige Möglichkeit, hohe Summen an Fremdkapital aufzunehmen.

Die Anleihe hat eine bestimmte Laufzeit, zum Beispiel fünf oder zehn Jahre. Der Ausgabepreis der Anleihe (auch Nominalwert genannt) beträgt in der Regel 1.000 Euro (oder eine andere Währung). Dem Anleger wird zugesichert, dass er am Ende der Laufzeit seine 1.000 Euro zurückbekommt. Hinzu kommen die Zinszahlungen, die in der Regel jährlich erfolgen, in manchen Fällen aber auch häufiger (zum Beispiel halbjährlich oder vierteljährlich). Während der Laufzeit wird die Anleihe an der Börse notiert. Der Kurs wird meistens in Prozent des Nominalwertes ausgedrückt. Der Anleger kann die Anleihe also jederzeit zum gültigen Börsenpreis verkaufen oder auch weitere Anleihen über die Börse hinzukaufen.

Bei steigendem Zinsniveau wird der Kurs der Anleihe normalerweise sinken, weil diese Anleihe dann im Vergleich zu neuen, höher verzinsten Anleihen unattraktiver wird. Analog steigt im Regelfall der Kurs der Anleihe bei sinkendem Zinsniveau, weil die Anleihe dann attraktiver wird. Egal wie sich der Kurs der Anleihe während der Laufzeit entwickelt hat: Kurz vor Fälligkeit tendiert ihr Preis stets wieder gegen 100 Prozent des Nominalwerts - es sei denn es zeichnet sich ab oder steht schon fest, dass der Schuldner die Anleihe nicht wird bedienen können, dass er also das Geld an die Anleger nicht zurückzahlen kann.

Wie funktioniert die Eigenkapitalfinanzierung?

Im Gegensatz zu Fremdkapital handelt es sich bei Eigenkapital um keine Verbindlichkeiten, sondern um die von den Eigentümern des Unternehmens eingezahlten finanziellen Einlagen. Die Eigenkapitalfinanzierung ermöglicht es einem Unternehmen, größere Anschaffungen zu tätigen oder zu investieren, ohne sich zu verschulden. Gibt es mehrere Eigentümer, erhält jeder von ihnen Anteile im Verhältnis der von ihm geleisteten Einlagen. Bei Aktiengesellschaften werden diese Anteile als Aktien bezeichnet. Durch einen Börsengang können die Alt-Eigentümer zum Beispiel einen Teil ihrer Aktien verkaufen und breit unter Anlegern platzieren.

Benötigt ein börsennotiertes Unternehmen später zusätzliches Eigenkapital, kann es durch die Ausgabe von neuen Aktien eine Kapitalerhöhung durchführen. Dadurch fließt dem Unternehmen frisches Geld zu und der Wert des Unternehmens steigt. Allerdings bedeutet das nicht, dass der Gewinn des Unternehmens automatisch auch steigt. Auf lange Sicht sollte mit dem neuen Kapital zwar ein höherer Gewinn erwirtschaftet werden. Kurzfristig jedoch verteilt sich bei einer Kapitalerhöhung der Gewinn auf mehr Aktien. Durch eine Kapitalerhöhung sinkt also zunächst der Gewinn je Aktie. Deshalb führt eine Kapitalerhöhung (oder schon ihre Ankündigung) meist vorerst zu einem leichten Rückgang des Aktienkurses.

Die Aktien werden an der Börse notiert. Anleger können jederzeit Aktien über die Börse kaufen und verkaufen.
Der Kurs richtet sich nach Angebot und Nachfrage. Geht es dem Unternehmen gut und steigen die Gewinne, steigt meist auch der Aktienkurs. Geht es dem Unternehmen dagegen schlecht, wirkt sich das meist negativ auf den Aktienkurs aus. Eine Änderung des Aktienkurses wirkt sich aber nicht auf die Höhe des Eigenkapitals und damit auch nicht auf die Bilanz aus. Ausnahme: Hält das Unternehmen eigene Aktien im Bestand, führt eine Wertsteigerung dieser Aktien auch zu einer Erhöhung der Bilanzsumme und damit des Unternehmenswerts.

Sollte ich mein Geld am Kapitalmarkt anlegen, selbst wenn ich nichts oder nur wenig davon verstehe?

Eindeutig ja. Denn für Privatanleger gibt es keine Alternative, die ähnlich hohe Erträge abwirft - mit Ausnahme vielleicht von Immobilien. Doch Immobilien sind mit erheblichen Nachteilen verbunden. Mit einem intelligent zusammengestellten Depot aus Aktien- und Anleihenfonds ließen sich in der Vergangenheit über lange Zeiträume Jahresrenditen von fünf Prozent und mehr erwirtschaften.

Allerdings müssen Anleger auch immer wieder mit zwischenzeitlichen Kursdellen rechnen und diese aussitzen können. Mit dem Sparbuch, Tages- oder Festgeld besteht dieses Risiko zwar nicht. Im aktuellen Zinstief liefern diese Anlageformen aber praktisch keine Erträge mehr. Real, also nach Steuern und Inflation, fahren Anleger damit sogar Verluste ein. Am Kapitalmarkt führt für Anleger also kein Weg vorbei. Anleger, die es sich nicht zutrauen oder nicht die Zeit haben sich selbst ein Wertpapierdepot zusammenzustellen und dieses regelmäßig zu überwachen, können sich an einen digitalen Vermögensverwalter wie LIQID wenden, der diese Aufgabe kostengünstig für sie übernimmt. Um bei LIQID anzulegen, sind keine Kenntnisse über die Kapitalmärkte erforderlich. Der Kunde definiert lediglich sein Risikoprofil in einem leicht verständlichen Test und entscheidet sich für einen von zwei zur Auswahl stehenden Anlagestilen - oder teilt sein Vermögen auf beide Anlagestile auf. Dann muss er sich um nichts mehr kümmern. Alle Investment-Entscheidungen treffen die erfahrenen Experten des LIQID-Teams.

Sollten Privatanleger Aktien und Anleihen direkt kaufen oder lieber über Fonds in diese Wertpapiere investieren?

Der direkte Kauf von Aktien und Anleihen eignet sich eher für Anleger, die sich sehr gut mit der Materie auskennen und die sich regelmäßig intensiv über die Märkte und die spezielle Lage der Unternehmen, in die sie investiert haben, informieren. Denn wer hier nicht am Ball bleibt, dem drohen entscheidende Informationen zu entgehen - zum Beispiel Nachrichten, die ihr Investment in ganz neuem Licht erscheinen lassen: Trüben sich etwa die Gewinnaussichten eines Unternehmens stark ein, weil ein großer Auftraggeber weggebrochen ist, kann das den Aktienkurs für längere Zeit massiv belasten.

Zudem ist es mit Einzelaktien- und Anleihen äußerst schwer, ein Vermögen breit über unterschiedliche Anlageklassen, verschiedene Branchen und alle Weltregionen zu streuen (man spricht hier auch von diversifizieren). Diversifikation ist aber das wahrscheinlich wichtigste Prinzip der Geldanlage. Denn dadurch werden Risiken minimiert ohne auf Chancen zu verzichten.

Hinzu kommt: Der Handel mit Aktien und Anleihen ist teuer. Jeder An- und Verkauf kostet den Anleger eine Gebühr. Bei Aktien verlangen Banken bis zu 1,0 Prozent des Transaktionsvolumens, bei Anleihen bis zu 0,5 Prozent. Oft gibt es auch eine Mindestordergebühr. Sie kann 30 Euro oder sogar mehr pro Transaktion betragen. Insbesondere diese Mindestgebühr macht eine breite Diversifikation, die zwangsläufig viele kleinere Transaktionen erforderlich macht, häufig sehr teuer.
Wer sich hier nicht in die Details einarbeiten möchte, kann einen digitalen Vermögensverwalter wie LIQID damit beauftragen.
Einfacher zu handhaben sind für Anleger börsengehandelte Indexfonds (ETF). Der Kauf- und Verkauf kostet zwar in der Regel genauso viel wie der von Aktien. Zudem fällt noch eine geringe Verwaltungsgebühr an (in der Regel zwischen 0,1 und 0,5 Prozent pro Jahr). Bei ETF besteht aber in aller Regel nicht die Notwendigkeit der häufigen Umschichtung. Denn mit ETF können Anleger breit gestreut in tausende Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Regionen investieren und damit eine Rendite erzielen, die in etwa dem Marktdurchschnitt entspricht.

Ganz ohne Expertise sollten Anleger allerdings auch nicht in ETF investieren. Denn ETF ist nicht gleich ETF. Hier gibt es mittlerweile eine riesige Auswahl - und ihre Ausgestaltung kann höchst unterschiedlich sein. Wer sich hier nicht in die Details einarbeiten möchte, kann einen digitalen Vermögensverwalter wie LIQID damit beauftragen. Der sorgt dafür, dass die Portfolios stets dem individuellen Risikoprofil seiner Kunden entsprechen und nimmt gegebenenfalls Anpassungen vor. Umschichtungen können diese Experten zudem wesentlich kostengünstiger umsetzen als es Privatanleger selbst tun können. Aber auch für Anleger, die davon überzeugt sind, dass durch aktives Fondsmanagement höhere Renditen erzielt werden können, haben digitale Vermögensverwalter ein passendes Angebot.

Ich überlege
für
Jahre anzulegen.

Ist der Zeitpunkt, um am Kapitalmarkt einzusteigen überhaupt günstig?

Momentan sind die Kurse von Aktien und Anleihen doch sehr hoch. Am Kapitalmarkt geht es zwar auf lange Sicht mit den Kursen nach oben, doch gibt es immer wieder stärkere Kursschwankungen. Das gehört zur Börse dazu. Doch wann genau es zum Beispiel zu einem schärferen Kursrückgang kommt, lässt sich seriös nicht prognostizieren. Ob der Einstiegszeitpunkt günstig war, stellt sich immer erst im Nachhinein heraus. Sicher ist nur: Je länger ein Anleger am Markt investiert ist, desto höher ist seine Chance, am Ende auch eine vernünftige Rendite zu erzielen. Sicher ist nur: Je länger ein Anleger am Markt investiert ist, desto höher ist seine Chance, am Ende auch eine vernünftige Rendite zu erzielen. Selbst ein Einstieg zu einem ungünstigen Zeitpunkt fällt auf lange Sicht kaum ins Gewicht. Viele Anleger machen aber den Fehler, ihren Einstieg immer weiter hinaus zu zögern und verpassen auf diese Weise Renditechancen. Rechnet ein Anleger allerdings damit, dass er sein Geld schon in relativ kurzer Zeit wieder benötigt (also zum Beispiel in weniger als fünf Jahren) sollte er vorsichtig sein und sein Vermögen so aufteilen, dass ein größerer Teil in weniger schwankende Anlageformen wie zum Beispiel Anleihen fließt. Auch hier gibt es passende Lösungen bei digitalen Vermögensverwaltern.

Aktuell gehen die meisten Experten davon aus, dass der Aufschwung an den Aktienmärkten noch andauern dürfte. Denn die Zinsen sind weiterhin sehr niedrig und solange das der Fall ist, sind sichere Staatsanleihen, aber vor allem auch Festgeld und Tagesgeld keine sehr attraktiven Alternativen zu Aktien. Zudem befindet sich die Weltwirtschaft in einer lang anhaltenden Aufschwungphase, was den Unternehmen weiter steigende Gewinne bescheren sollte. Was die Aussichten von Anleihen angeht, sind die meisten Experten im Moment vorsichtig. Chancen sehen sie jedoch auch hier vor allem im Bereich der Unternehmensanleihen und der Schwellenländeranleihen, wo die Renditen noch etwas höher liegen als beispielsweise für deutsche Bundesanleihen. Entsprechend setzt zum Beispiel LIQID Für die Anlageklasse Anleihen verstärkt auf Fonds, die auch in Unternehmens- und Schwellenländeranleihen investieren.





Hinweis – Die Vermögensanlage an den Kapitalmärkten ist mit Risiken verbunden und kann im Extremfall zum Verlust des gesamten eingesetzten Kapitals führen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft. Auch Prognosen haben keine verlässliche Aussagekraft für künftige Wertentwicklungen. Wir erbringen keine Anlage-, Rechts- und/oder Steuerberatung. Alle Inhalte auf unserer Webseite und im LIQID-Magazin dienen lediglich der Information.