Luxusuhren sind nicht nur schön anzusehen und ein stilvoller Schmuck auch für Männer, sondern versprechen auch hohe Wertsteigerungen.

Was wäre James Bond ohne seine Uhr? Sie ist zweifellos das wichtigste Accessoire des britischen Geheimagenten mit der Dienstnummer 007. In den ersten drei Filmen „Dr. No” aus dem Jahr 1962, „Liebesgrüße aus Moskau” (1963) und „Goldfinger” (1964) trägt Bond eine Rolex Submariner. Für den Schweizer Edeluhrenhersteller war das Reklame von unschätzbarem Wert, die bis heute zu seinem Renommee beiträgt.

Dabei musste Rolex nicht einen Penny für die prominente Produktplatzierung zahlen. Der Firma kam nämlich zugute, dass Bond-Erfinder Ian Fleming im elften Band seines Romans ausdrücklich die Uhr beschreibt, die seine Hauptfigur trägt: eine Rolex Oyster Perpetual. Für den allerersten Bond-Dreh war allerdings weder daran gedacht worden, eine solche Uhr noch irgendeine andere Rolex zu besorgen. Kurzerhand nahm Regisseur Terence Young seine eigene Rolex ab – eine Submariner – und legte sie Darsteller Sean Connery ums Handgelenk an. Kleine Geste, große Wirkung: Seitdem ist die Rolex Submariner wohl die bekannteste, beliebteste und auch meistgefälschte Uhr der Welt. Und das, obwohl die Uhr im ersten Film nichts können musste, außer die Zeit anzuzeigen und wasserdicht zu sein. Später bekamen die Bond-Uhren immer mehr spektakuläre Zusatzfunktionen: In „Leben und Sterben lassen“ zum Beispiel besitzt die Uhr eine Motorsäge, mit der sich Bond befreien kann. Zudem lenkt ein integrierter Magnet Pistolenkugeln ab.

Von Rolex zu Omega

Dem Mythos der Rolex tat auch die Tatsache keinen Abbruch, dass die Bond-Uhrenmarke nach den ersten drei Filmen mehrfach wechselte. Seit „Goldeneye” im Jahr 1995 ist Omega die offizielle Bond-Uhr. Doch anders als Rolex drei Jahrzehnte früher muss Omega für diese Schleichwerbung tief in die Tasche greifen. Die genaue Summe ist ein großes Geheimnis, doch Kenner gehen davon aus, dass Omega jeden Bond-Film mit einem hohen Millionenbetrag mitfinanziert.

Die Investition rechnet sich zweifellos für die Hersteller. Denn Luxusuhren verkaufen sich gut. Und Bond-Uhren erst recht. So kostet zum Beispiel eine nagelneue Rolex Submariner mindestens 7.000 Euro, Versionen dieser Uhr aus Gold oder anderen Edelmetallen kosten aber schon mal 30.000 Euro oder mehr. Luxusuhren verkaufen sich gut. Und Bond-Uhren erst recht Bei einigen Modellen ist die Nachfrage so groß, dass sich Kunden bei den Händlern auf Wartelisten setzen lassen müssen und erst nach Monaten oder manchmal sogar Jahren zum Zuge kommen. Dem Statistikportal Statista zufolge bringt es die Branche weltweit auf einen Jahresumsatz von mehr als 39 Milliarden Euro, Tendenz steigend. Kein Wunder, denn Luxusuhren haben gleich mehrere positive Eigenschaften: Neben ihrer Funktion als Zeitmesser sind sie Statussymbol, optisch ansprechend und der einzige Schmuck, den jeder Mann außer dem Ehering bedenkenlos tragen kann. Zudem sind Luxusuhren sehr wertbeständig. Das macht sie auch für Anleger interessant.

Acht Prozent Rendite in der Vergangenheit

Luxusuhren werden durch uns erschwinglicher und damit einem breiteren Personenkreis zugänglich
„Als Anleger haben Sie nur ein Problem: Wenn Sie eine neue Uhr zum ersten Mal tragen, verliert sie schlagartig 20 Prozent an Wert, das ist ähnlich wie bei Autos”, gibt Robert Morlock, Geschäftsführer des Online-Uhrenhändlers Watchmaster, zu bedenken. „Danach ist eine Uhr aber sehr wertbeständig – und das unterscheidet sie wiederum von Autos, die mit zunehmendem Alter kontinuierlich an Wert verlieren.” Mit gebrauchten Luxusuhren seien in den vergangenen Jahrzehnten dagegen acht Prozent Rendite drin gewesen – pro Jahr.

Ein Blick auf einschlägige Seiten im Internet lässt diese Aussage realistisch erscheinen. Da werden gebrauchte Rolex Submariner teilweise für 20.000 Euro und mehr angeboten. Und ähnliche Renditen erwartet Watchmaster-Geschäftsführer Morlock auch für die Zukunft. Das Berliner Start-up-Unternehmen verkauft nur gebrauchte und zertifizierte Uhren – und zwar fast ausschließlich auf Kommissionsbasis.

Ich überlege
für
Jahre anzulegen.

„Früher war der Markt für gebrauchte Uhren sehr intransparent”, erklärt Morlock. „Wenn Sie eine Uhr verkaufen wollten, blieb Ihnen nicht viel anderes übrig als zum Pfandleiher oder einem kleinen Juwelier zu gehen, denn die offiziellen Händler dürfen keine gebrauchten Uhren ankaufen. Das verbieten ihnen die Hersteller. So konnte man sich nie sicher sein, einen fairen Marktpreis für seine Uhr zu erhalten. Watchmaster, sagt Morlock, habe diese Marktlücke geschlossen. Jeder Verkaufsinteressent kann über die Internetseite watchmaster.com seine Uhr kostenlos bewerten lassen. Hierfür genügt es, Bilder der Uhr per Handy hochzuladen. Anschließend werden die Fotos geprüft und dem Kunden ein unverbindliches Angebot unterbreitet. Ihm wird eine Preisspanne genannt, zu der die Uhr über Watchmaster verkauft werden kann. In der Regel bekommt der Kunde bereits zehn Minuten nachdem er die Fotos hochgeladen hat sein Angebot. Bei besonders exotischen Modellen kann es auch mal bis zu 24 Stunden dauern.

Reparatur zum Selbstkostenpreis

Erklärt sich der Kunde mit dem Angebot einverstanden, muss er die Uhr nur verpacken. Ein Wertkurier von Watchmaster holt die Uhr vollständig versichert beim Kunden ab. Erst jetzt kommt menschliche Expertise ins Spiel. Denn nun wird die Uhr eingehend in der unternehmenseigenen und größten Uhrmacherwerkstatt in Berlin durch zertifizierte Uhrmacher auf Echtheit und Funktionsfähigkeit überprüft. Besteht die Uhr die Tests, geht sie direkt in den Verkauf. Stellt sich beim Check aber heraus, dass bei der Uhr Reparaturbedarf besteht, wird sie nach vorheriger Rücksprache mit dem Kunden auf dessen Kosten in der Watchmaster-Werkstatt überholt – zum Selbstkostenpreis, wie Morlock versichert. Erst dann geht sie in den Verkauf. Der Käufer kann sich deshalb sicher sein, dass er eine originale und einwandfrei funktionierende Uhr erwirbt. In mehr als 95 Prozent der Fälle kommt es laut Morlock am Ende auch tatsächlich zu einem Verkauf.

„Luxusuhren werden durch uns erschwinglicher und damit einem breiteren Personenkreis zugänglich”, sagt Morlock. „Doch auch der traditionelle Uhrenhandel wird davon profitieren, denn wenn Uhrenliebhaber wissen, dass sich ihre gebrauchte Uhr später wieder gut verkaufen lässt, dann werden sie auch eher bereit sein, sich öfter eine Neue zu kaufen.”

Derzeit hat Watchmaster etwa 3.000 Uhren im Angebot. „Dadurch, dass wir fast ausschließlich auf Kommissionsbasis arbeiteten, müssen wir sehr wenig Eigenkapital für den Ankauf von Uhren vorhalten”, erklärt Morlock. „Diesen Kostenvorteil geben wir an unsere Kunden weiter.” Für seine Dienste nimmt Watchmaster vom Verkäufer eine Gebühr in Höhe von 19 Prozent des Verkaufspreises. Bei besonders gängigen oder teuren Modellen kann die Gebühr auch niedriger liegen.

Mindestens 5.000 Euro investieren

Hohe Wertsteigerungen versprechen Morlock zufolge Uhren ab etwa 5.000 Euro aufwärts. Neben Rolex eignen sich andere begehrte Marken wie Omega, Lange & Söhne, Patek Philipp oder Jaeger-LeCoutre. Jede teure mechanische Uhr ist ein liebevoll hergestelltes Einzelstück Deutlich teurer sind limitierte Editionen. Bei diesen waren in der Vergangenheit aber auch besonders hohe Preissteigerungen drin. Besonders begehrt bei Sammlern sind derzeit auch Modelle dieser Marken aus den sechziger Jahren. Steigen die Preise hierfür so rasant weiter wie in den letzten Jahren, sind für Anleger sogar zweistellige Renditen drin. Doch eine Garantie dafür gibt es natürlich nicht. Die Beliebtheit dieser Uhren kann auch eine Modeerscheinung sein. Ebbt diese ab, können die Preise auch wieder zurückgehen.

Gemeinsam ist allen wertvollen Uhren, dass sie mechanische Erzeugnisse und nicht Quarzuhren sind. Denn während es sich bei Quarzuhren meistens um industriell gefertigte Massenprodukte handelt, ist jede teure mechanische Uhr ein liebevoll hergestelltes Einzelstück. Dabei sind mechanische Uhren ungenauer als Quarzuhren. Sie weichen um ein bis zwei Sekunden pro Tag ab, manchmal sogar etwas mehr.

Doch darauf kommt es Uhrenliebhabern nicht an. Selbst dem Spitzenerzeugnis von Lange & Söhne, die Grand Complication, die als eine der teuersten Uhren der Welt gilt, verzeihen ihre Besitzer geringfügige Ungenauigkeiten. Dabei müssen Interessenten für diese Uhr, die auf weltweit sechs Stück limitiert ist, einen geradezu sündhaft hohen Preis zahlen: Sie kostet neu rund 1,9 Millionen Euro.

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