Geld ist nicht alles – aber ohne Geld ist alles nichts. Diese Redewendung, deren Ursprung unbekannt ist, sagt vieles über die Bedeutung von Geld aus: Es ist zwar nur ein Mittel zum Zweck, doch eben ein unverzichtbares. Das LIQID Magazin hat die bekanntesten Sprichwörter zum Thema Geld gesammelt und erklärt deren Ursprung sowie deren Bedeutung.


„Zeit ist Geld"

Es ist wahrscheinlich die bekannteste aller Redewendungen zum Geld – und zugleich eine der kürzesten und prägnantesten. Sie stammt vom großen amerikanischen Staatsmann Benjamin Franklin (1706-1790), einem der Gründervater der USA. Franklin war zudem Naturwissenschaftler und Erfinder. Auf ihn geht der Blitzableiter zurück. Franklin war auch Verleger und Schriftsteller. Das berühmte Zitat stammt aus seinem Buch „Ratgeber für junge Kaufleute“, das 1748 erschien. Darin steht der Satz: „Remember, that time is money. (Denken Sie daran, dass Zeit Geld ist)”. Zeit ist Geld bezieht sich bei Franklin also auf die Arbeit.

„Geld zum Fenster hinauswerfen"

Jeder weiß, was gemeint ist: Wer Geld zum Fenster hinaus wirft, der verschwendet es für unnütze Dinge oder zahlt einen viel zu hohen Preis für etwas, das nicht viel wert ist. Dabei geht das Sprichwort auf eine durchaus positive Sitte zurück. So fand im Regensburger Rathaus von 1663 bis 1806 der Immerwährende Reichstag statt. Das war die Bezeichnung für die Ständevertretung im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.Auch Anleger können ihr Geld sprichwörtlich zum Fenster hinauswerfen Zu diesem Anlass stellte sich der Kaiser an ein bestimmtes Fenster und warf dem armen Volk Münzen zu. Diese an sich großzügige Geste wurde jedoch ganz anders gedeutet. Denn das Geld, das der Kaiser aus dem Fenster warf, stammte aus den Steuerzahlungen der Bürger. Daher ging unter ihnen schnell der Spruch um: „Er wirft unser Geld zum Fenster hinaus.”

„Gutes Geld schlechtem hinterherwerfen"

Ein historischer Hintergrund lässt sich für diese Redensart nicht nachweisen. Umso treffender ist sie aber. So lernen zum Beispiel Unternehmer bisweilen nicht aus einem Fehler und versuchen eine schlechte Investition zu retten, indem sie weiteres (gutes) Geld nachschießen. Doch das geht allzu oft schief: Die Investition erweist sich in vielen Fällen als Ruine und somit wird aus dem guten Geld ebenfalls schlechtes Geld. Es geht unwiederbringlich verloren.

„Geld auf den Kopf hauen"

Wie heute hatten schon im Mittelalter viele Münzen auf der einen Seite den Kopf einer Person und auf der anderen eine Zahl. Um die Münzen besser unterscheiden zu können, war es üblich, das Geldstück mit der Zahl-Seite nach oben zu legen. Bei feuchtfröhlichen Abenden in der Kneipe knallte man, so wie heute auch, die Münzen gerne zum Bezahlen auf den Tresen, aber eben mit der Zahl-Seite nach oben. Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben. Den Rest habe ich einfach verprasst Man haut also im wahrsten Sinne des Wortes sein Geld auf den Kopf. Gemeint ist natürlich: Jemand, der so sein Geld ausgibt, tut es nur, um sich zu vergnügen. Oder, um es mit dem legendären nordirischen Fußballer George Best zu sagen: „Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben. Den Rest habe ich einfach verprasst.”

„Geld stinkt nicht"

Diese Redewendung stammt aus dem alten Rom. Kaiser Vespasian ließ die Bürger für jede Nutzung der Toilettenanlage eine „Urinsteuer“ zahlen. Sein Sohn empfand das als ungerecht. Daraufhin hielt der Kaiser seinem Sohn das Geld unter die Nase und fragte ihn, ob es denn stinke – schließlich habe man es durch den Toilettengang anderer Leute eingenommen. Die Münzen rochen natürlich nicht anders als sonst. Sein Sohn musste die Frage verneinen. Vespasian wollte deutlich machen, dass es egal sei, wo das Geld herkäme: „Pecunia non olet“ – „Geld stinkt nicht“, so sein Fazit.

„Der Groschen ist gefallen"

Der Groschen war vor der Euro-Umstellung die Bezeichnung für das Zehn-Pfennig-Stück. Groschen wurden viel verwendet, um damit an Automaten Fahrkarten, Getränke, Briefmarken oder Süßigkeiten zu kaufen. Bei den alten mechanischen Automaten dauerte es jedoch seine Zeit, bis der Groschen gefallen war und man sich das Produkt herausnehmen konnte. So entstand die Redewendung: „Endlich ist der Groschen gefallen”. Meistens wird sie verwendet, wenn jemand eine ganze Weile benötigt, um einen Witz zu verstehen – und erst zu lachen beginnt, wenn die anderen schon wieder damit aufgehört haben.

„Etwas auf die hohe Kante legen"

Im Mittelalter misstrauten viele vermögende Menschen den Banken und bewahrten ihr Geld lieber zuhause auf. Beliebte Verstecke waren Geheimfächer in Betten oder Truhen.Wer heute sein Geld auf die hohe Kante legt, ist schlecht beraten, denn dann bringt es keine Erträge Diese Verstecke wurden „hohe Kante“ genannt. Man konnte darin neben Geld auch kleine wertvolle Gegenstände unterbringen. Wer ein kleines oder auch größeres Vermögen angesammelt hat, hat auch heute noch etwas auf der hohen Kante, wie man sagt.

„Etwas springen lassen"

Schon im Mittelalter gab es Geldfälscher. Wann immer man eine Münze bekam, musste man sie deshalb genau prüfen, um festzustellen, ob es sich um echtes Geld handelte oder nicht. Erfahrene Personen konnten die Echtheit sogar am Klang einer Münze herausfinden. Daher war es üblich, dass man beim Bezahlen die Münzen auf den Ladentisch warf, sie also springen ließ. Heute steht die Redewendung für einen großzügigen Umgang mit Geld: Wer es sich leisten kann, der lässt etwas springen – er spendiert zum Beispiel in der Kneipe eine Runde Bier für alle Anwesenden oder, vorausgesetzt er verfügt über ein größeres Portemonnaie, er schenkt seiner Gemeinde auch schon mal ein Schwimmbad oder spendet eine hohe Summe für wohltätige Zwecke.

Ich überlege
für
Jahre anzulegen.

„Blank sein"

Der Begriff „blank“ stand ursprünglich für „hell“ oder „glänzend“. Später bedeutete das Wort auch „frei von“ oder „entblößt“. Daraus entwickelte sich irgendwann die Redensart „blank sein“. Das bedeutet: Man ist „frei von“ Geld – also arm oder pleite.

„Eine schöne Stange Geld verdienen"

Wenn Kassierern im Supermarkt das Wechselgeld ausgeht, dann greifen sie zur Stange – sie öffnen Papierrollen mit Münzen, die sie bei einer Bank besorgt haben. Eine schöne Stange Geld ist also sprichwörtlich eine lange Papierrolle mit vielen Münzen darin. Wer eine Stange Geld verdient, bekommt also ein hohes Gehalt oder hat ein gutes Geschäft gemacht.