Aufgrund der niedrigen Zinsen bringt Tagesgeld oder Festgeld Anlegern nicht mehr viel ein. Als Langfristanlage sind diese beiden Klassiker deshalb kaum noch geeignet. Auf diese Weise angelegtes Vermögen verliert langsam aber sicher an Wert. Unschlagbar ist Tages- und Festgeld aber als Notgroschen und für den Fall, dass Geld nur kurzfristig geparkt werden soll, weil es bald wieder benötigt wird.

Die Deutschen gelten als Sparweltmeister. Kaum ein anderes Volk spart einen höheren Teil seines Einkommens. Doch beim Wertzuwachs hinken die Bundesbürger anderen Nationen deutlich hinterher. Denn Zinsen und Dividenden fließen kaum auf ihre Konten.

Woran liegt das? Deutsche Privatanleger setzen auf Anlageformen, die ihr Vermögen langfristig nach Inflation und Kosten kaum wachsen lassen. Denn bei Zinsen von in der Regel deutlich unter 1 Prozent pro Jahr kommt man mit Tagesgeld, Festgeld oder dem Sparbuch in Sachen Vermögensbildung heute auf keinen grünen Zweig mehr. Nur eine Minderheit der Anleger in Deutschland investiert dagegen am Kapitalmarkt – also in Aktien oder Anleihen.

Sparverhalten im internationalen Vergleich

International zählen die Deutschen deshalb zu den Schlusslichtern, was die jährliche Rendite auf ihr eingesetztes Kapital angeht. Einer Studie der Allianz-Versicherung zufolge bringen sie es im Schnitt lediglich auf 2,8 Prozent Rendite pro Jahr. Europaweit liegen nur die Griechen mit 2,4 Prozent noch darunter. Zum Vergleich: Die Franzosen erzielen im Schmitt 4,0 Prozent, die Spanier 5,1 Prozent und die Niederländer sogar 5,5 Prozent Rendite. Spitzenreiter in Europa sind die Finnen mit 5,9 Prozent. Damit erwirtschaften die Finnen im Schnitt doppelt so viel Rendite auf ihr Vermögen wie die Deutschen.

Damit kein Missverständnis entsteht: Tages- und Festgeld haben durchaus ihre Berechtigung. Wenn zum Beispiel auf absehbare Zeit eine größere Anschaffung oder eine andere, interessantere Vermögensanlage geplant ist, bietet es sich an, das hierfür notwendige Geld auf diese Weise zu parken. Denn es wäre viel zu riskant, dieses Geld an den Kapitalmärkten zu investieren. Kurz- und mittelfristig kommt es an den Aktien- und Anleihenmärkten nämlich immer wieder zu heftigen Schwankungen. Wer Pech hat, muss dann seine Wertpapiere ausgerechnet dann verkaufen, wenn sie sich gerade im Kurstal befinden. Auch als eiserne Reserve für unerwartete Ausgaben ist Tages- und Festgeld eine gute Wahl. Je nach Lebensstandard kann es sinnvoll sein, auch eine größere Summe auf diese Weise dauerhaft zurückzulegen.

Für diese Zwecke sind Tages- und Festgeld geradezu konkurrenzlos gut. Denn es handelt sich um extrem flexible Anlageformen: Auf Tagesgeld kann der Anleger ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist jederzeit zurückgreifen. Bei Festgeld muss er nur das Ende der meist kurzen Laufzeit von in der Regel einem oder drei Monate abwarten.

Tagesgeld-Zinsen und die Inflation

Wie ungeeignet Tages- und Festgeld für die langfristige Vermögensbildung sind, zeigt eine einfache Bespielrechnung: Angenommen ein Anleger erhält bei seiner Hausbank auf sein Tagesgeldkonto mit einem Guthaben in Höhe von 10.000 Euro 1,0 Prozent Zinsen (was aktuell schon ein überdurchschnittlich hoher Zinssatz ist). Nach zehn Jahren beträgt sein Vermögen rund 11.000 Euro. Geht man allerdings von einer Inflationsrate von 1,5 Prozent während der gesamten Anlagedauer aus (was in etwa der durchschnittlichen Teuerung der vergangenen Jahre in Deutschland entspricht), verfügt der Anleger am Ende des Anlagezeitraums über eine Kaufkraft von lediglich knapp 9.500 Euro. Faktisch erleidet der Anleger also einen realen Verlust von fünf Prozent seines Vermögens in zehn Jahren. Obwohl also auf dem Papier Gewinne zu Buche stehen, hat die Inflation den Wertzuwachs zunichte gemacht und das Vermögen sogar noch schrumpfen lassen.

Die Lösung: Langfristiges Engagement an den Kapitalmärkten

Mit solch bescheidenen Wertzuwächsen kann Deutschland also keinen Pokal erwarten. Und mit unklugen Anlageentscheidungen setzt es langfristig den Erhalt seines Vermögens aufs Spiel. Ein Ausweg aus der Misere wäre ein Engagement an den internationalen Kapitalmärkten – denn dort sind trotz zwischenzeitlicher Schwankungen langfristig höhere Erträge möglich. Legt ein Sparer 10.000 Euro an Kapitalmarkt an und erzielt eine angenommene jährliche Rendite von fünf Prozent, summiert sich sein Vermögen nach zehn Jahren auf knapp 16.300 Euro. Vorausgesetzt, er legt die Erträge sofort wieder an. Denn dann profitiert er vom Zinseszinseffekt. Damit erzielt er auch unter Berücksichtigung des Kaufkraftverlusts eine deutlich positive Rendite.

Die Hürden sind hierbei nicht besonders hoch. Anleger können mit einigermaßen gutem Finanzwissen bei jeder Bank leicht ein Depot eröffnen oder sich alternativ von Experten beraten lassen. Das geht mit Honorarberatern oder bei Dienstleistern wie Vermögensverwaltungen. Egal, wofür sie sich entscheiden, das Wichtigste bei der Bekämpfung des schleichenden Wertverfalls ist eine durchdachte Anlagestrategie mit langfristiger Perspektive.




Hinweis – Die Vermögensanlage an den Kapitalmärkten ist mit Risiken verbunden und kann zu Verlusten auf das eingesetzte Kapital führen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft. Auch Prognosen haben keine verlässliche Aussagekraft für künftige Wertentwicklungen. Wir erbringen keine Anlage-, Rechts- und/oder Steuerberatung.

Unser kostenloser Newsletter.

Wenn Sie mehr über das Thema Geldanlage und LIQID erfahren möchten, melden Sie sich hier für unseren monatlichen Newsletter an.

Ich möchte regelmäßig E-Mails zu LIQID News, Produkt-, Finanzinfos & Angeboten abonnieren. Jederzeit widerrufbar. Mehr Infos hier.

Ich möchte regelmäßig E-Mails zu LIQID Angeboten, Produkt- und Finanzinformationen erhalten. Jederzeit widerrufbar. Mehr Infos hier.