Profis investieren schon lange erfolgreich in Private Equity. Privatanleger, die keine Millionenbeträge zur Verfügung haben, investieren meist über Umwege in diese spannende Anlageklasse. Wir zeigen Ihnen die Möglichkeiten, wie auch Sie in Private Equity investieren können.

Was ist Private Equity?

Bei Private Equity handelt sich um außerbörsliche (private) Beteiligungen an aussichtsreichen Unternehmen, die sich entweder noch in der Gründungsphase befinden (venture capital) oder bei denen Optimierungspotenzial besteht. Besonders interessant sind letztere: Über darauf spezialisierte Private-Equity-Fonds erwerben Private-Equity-Gesellschaften Mehrheitsbeteiligungen oder kaufen Unternehmen ganz auf, tauschen gegebenenfalls das Management aus und führen operative Veränderungen durch mit dem Ziel, die Firmen profitabler zu machen. Sind die Ziele erreicht, wird das Unternehmen nach einigen Jahren möglichst mit hohem Gewinn an einen Investor verkauft oder an die Börse gebracht.

Aufgrund sehr hoher Einstiegshürden war Private Equity bislang fast ausschließlich professionellen oder sehr vermögenden Privatanlegern vorbehalten. Mittlerweile bieten sich jedoch auch Anlegern ohne Millionenkapital zahlreiche Möglichkeiten, in diese interessante alternative Anlageklasse zu investieren. Allerdings zeigt sich bei näherem Hinsehen, dass nicht alle dieser Möglichkeiten so aussichtsreich sind, wie sie auf den ersten Blick scheinen. Ein Überblick:

Private-Equity-Aktien

Die wahrscheinlich einfachste Option, in diese alternative Anlageklasse zu investieren, ist der Kauf der Aktien von Private-Equity-Gesellschaften. So sind zum Beispiel namhafte Anbieter wie KKR, Blackstone, 3i oder Partners Group börsennotiert. Jedermann kann die Aktien erwerben. Eine Aktie von Blackstone zum Beispiel ist schon für rund 50 Euro zu haben, ein Anteilsschein von KKR kostet sogar nur rund 25 Euro.

Das Problem: Zwar investieren Anleger mit solchen Aktien in schillernde Namen. Doch am Erfolgsmodell Private Equity partizipieren sie damit trotzdem nur bedingt. Warum das so ist? Um das verstehen zu können, muss man wissen, wohin die Gewinne von Private-Equity-Fonds eigentlich fließen. Diese werden zum ganz überwiegenden Teil an die Anleger ausgeschüttet: Die ersten acht Prozent pro Jahr erhalten die Anleger vollständig.

Von dem, was darüber hinaus erwirtschaftet wird, bekommen die Anleger in der Regel 80 Prozent. Die restlichen 20 Prozent bekommt die Private-Equity-Gesellschaft als Erfolgsbeteiligung. Davon muss sie natürlich den Fondsmanager und dessen Mitarbeiter bezahlen sowie ihre eigenen Kosten decken, wie zum Beispiel die Gehälter ihres Vorstands und Aufsichtsrates. Nur das was nach Abzug all dieser Zahlungen übrig bleibt, fließt in den Gewinn der Gesellschaft ein und kann an Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet oder reinvestiert werden.

Das zeigt: An Private Equity verdienen vor allem die Investoren und die Fondsmanager. Den Aktionären der Private-Equity-Gesellschaften bleibt dagegen normalerweise nur ein kleiner Anteil vom Kuchen. Sie können neben den Dividenden zwar auf Kurssteigerungen hoffen. Die waren in den vergangenen Jahren bei den Aktien von KKR & Co. durchaus beeindruckend.

Doch auf lange Sicht orientiert sich der Aktienkurs eines Unternehmens an seinem Gewinn. Und diesbezüglich dürften, wie oben beschrieben, bei Private-Equity-Gesellschaften keine Wunderdinge zu erwarten sein. Kommt es einmal zu einem stärkeren Rückschlag an den Aktienmärkten, dürften die Private-Equity-Aktien nicht verschont bleiben.

Private-Equity-ETFs

Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) gibt es nicht nur auf große Aktienindizes wie den DAX oder den MSCI World, sondern zum Beispiel auch auf spezielle Private-Equity-Indizes. Für Anleger haben die ETFs im Vergleich zu Direktinvestments in Private-Equity-Aktien den Vorteil, dass sie ihren Einsatz auf diese Weise breit über verschiedene Private-Equity-Gesellschaften streuen können und damit ihr Risiko reduzieren. Im Gegenzug fällt eine Gebühr an, die je nach ETF ungefähr zwischen 0,5 bis 1 Prozent pro Jahr liegt.

Die Gebühr ist damit etwas höher als bei DAX-ETFs, denn ihre Stückzahlen sind deutlich geringer und der Verwaltungsaufwand etwas höher. Solche Private-Equity-ETFs gibt es beispielsweise von großen ETF-Anbietern wie iShares, db x trackers oder Lyxor. Das Grundproblem von Private-Equity-Aktien bleibt aber selbstverständlich auch bestehen, wenn Anleger sie über ETFs erwerben. Hinzu kommt, dass nicht alle ETFs die Aktien tatsächlich (physisch) kaufen, sondern einige von ihnen die Aktien nur synthetisch über Derivate replizieren. Derivate verbriefen lediglich das Recht, die Aktien vom Emittenten geliefert zu bekommen. Der Einstieg ist je nach Preis der Fonds theoretisch schon ab rund 100 Euro möglich.

Private-Equity-Zertifikate

Sie sind neben ETFs eine weitere Möglichkeit, indirekt in Private-Equity-Aktien zu investieren. Allerdings haben Zertifikate auf Private Equity im Vergleich zu ETFs ein paar Nachteile.

Juristisch handelt es sich bei Zertifikaten um Inhaberschuldverschreibungen. Der Anleger wird damit formal zum Fremdkapitalgeber des Emittenten. Das bedeutet: Geht der Emittent Pleite, droht dem Anleger der Totalverlust. ETFs sind dagegen Sondervermögen. Das bedeutet, das das Anlegervermögen bei ETFs im Pleitefall nicht in die Insolvenzmasse fließt und der Anleger geschützt ist.

Ein weiterer Nachteil der Private-Equity-Zertifikate sind die im Vergleich zu ETFs höheren Gebühren. Sie liegen bei rund 1,5 Prozent pro Jahr und sind damit rund doppelt so hoch wie bei ETFs. Hinzu kommen noch hohe Differenzen zwischen Kauf- und Verkaufspreisen (die so genannten Spreads), welche die Zertifikate für die Anleger weiter verteuern. Zudem bleibt wie bei ETFs auch bei einem Investment über Zertifikate das eingangs beschriebene Grundproblem von Private-Equity-Aktien bestehen. Auch hier ist der Einstieg schon ab etwa 100 Euro möglich.

Crowdfunding

Beim Crowdfunding (auch Crowding oder Crowdinvestment genannt) investieren Anleger über Online-Plattformen in Private-Equity – und zwar vorrangig in Start-Ups (es handelt sich also um eine Form von Venture Capital). Beispiele für solche Plattformen sind Anbieter wie Seedmatch oder Companisto.

Das Risiko beim Crowdfunding von Start-Ups ist für die Anleger sehr hoch. Zum einen steht in der Sammelphase oft noch gar nicht fest, in welche(s) Unternehmen das Geld überhaupt investiert werden soll. Der Anleger kauft dann also gewissermaßen die Katze im Sack. Zum anderen scheitern Statistiken zufolge acht bis neun von zehn Start-ups. Wichtig ist es also, beim Crowdfunding breit in möglichst viele verschiedene Start-ups zu investieren. Interessenten sollten zudem genau auf die Kostenstrukturen achten, die sich häufig nur im „Kleingedruckten“ finden lassen. Außerdem sollten sie sich darüber informieren, wie sich ihr Anteil an dem Start-Up verringert, wenn neue, externe Investoren – zum Beispiel über eine Kapitalerhöhung – dazukommen. Insgesamt ist das Crowdfunding ein völlig unreguliertes Segment – und deshalb für den Anleger besonders riskant.

Private-Equity-Dachfonds

Auch über so genannte Dachfonds können Anleger in Private Equity investieren. Das ist allerdings häufig intransparent und teuer. Zudem sind die Provisionen oft sehr hoch, was die Rendite erheblich mindert. In manchen Fällen geht bis zu einem Viertel des eingezahlten Kapitals für Provisionen, Vertrieb und Management drauf. Dachfonds investieren in mehrere Private-Equity-Fonds, für die nochmals jeweils Gebühren anfallen. Damit stehen die Kosten oftmals in keinem vernünftigen Verhältnis zur möglichen Rendite.

Formal ist auch das Angebot des digitalen Vermögensverwalters LIQID eine Dachfonds-Konstruktion. Doch bei LIQID Private Equity wurde von Anfang an auf niedrige Kosten geachtet – und das bei einem Angebot, das qualitativ seinesgleichen sucht: Anleger investieren in eine Auswahl von Top-Private-Equity-Fonds, zu von renommierten Private-Equity-Gesellschaften wie Carlyle, Bain Capital, Permira oder Cinven aufgelegt werden.

Normalerweise liegt der Mindestanlagebetrag für jeden einzelnen dieser Fonds bei mehreren Millionen Euro. Dank einer Partnerschaft mit HQ Trust, dem Multi-Family-Office der Familie Harald Quandt, können Anleger über LIQID bereits ab 200.000 Euro gleichzeitig in 8 bis 15 dieser Top-Private-Equity-Fonds. Denn das Kapital der Kunden von LIQID Private Equity wird gebündelt und gemeinsam mit dem Vermögen der Kunden von HQ Trust investiert. Insgesamt wird das Vermögen der Anleger bei LIQID Private Equity damit über mehr als 100 Zielunternehmen gestreut. Das bedeutet: Sollte eines dieser Unternehmen in Schwierigkeiten geraten, fällt das für den Anleger kaum ins Gewicht.

Bei LIQID Private Equity fällt kein Ausgabeaufschlag an, auch kassiert LIQID keine Erfolgsbeteiligung. Einzige Vergütung für LIQID ist eine Verwaltungsgebühr von 0,72 Prozent pro Jahr. Hinzu kommen noch laufende Kosten auf Fondsebene von rund 0,37 Prozent pro Jahr sowie einmalige Gründungskosten von 0,2 Prozent. Nur wenn die Rendite über 8 Prozent liegt, erhalten die Fonds eine Erfolgsbeteiligung von 20 Prozent auf den Teil der Rendite, der 8 Prozent übersteigt.



Rechtlicher Hinweis: Die Vermögensanlage an den Kapitalmärkten ist mit Risiken verbunden und kann zu Verlusten auf das eingesetzte Kapital führen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft. Auch Prognosen haben keine verlässliche Aussagekraft für künftige Wertentwicklungen. Wir erbringen keine Anlage-, Rechts- und/oder Steuerberatung.