Sieben goldene Regeln für Geldanleger

Achten Sie auf die Kosten!

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LIQID Investments GmbH

Wenn Sie eine Aktie oder Anleihe kaufen, fallen Transaktionskosten an. Bei Fonds kommen noch die jährlichen Verwaltungskosten und möglicherweise Ausgabeaufschläge hinzu. Auch der Staat hält die Hand auf und erhebt auf Zinserträge und Kursgewinne Steuern.

Hohe Kosten können die Rendite Ihrer Geldanlagen spürbar schmälern. Andersherum sind gesparte Kosten ein sicherer Weg für Anleger, ihre Erträge zu steigern. Es lohnt sich deswegen, die Kosten bei der Auswahl der Bank im Blick zu behalten. Denn abhängig von der Depotgröße und dem Handelsvolumen können Sie viel Geld sparen, wenn Sie Ihr Depot bei einer preisgünstigen Bank einrichten. Grundsätzlich sind Onlinedepots, mit denen Sie Ihre Käufe und Verkäufe selbst am heimischen Computer abwickeln, erheblich preiswerter als Depots bei Filialbanken, wo Ihnen bei Bedarf ein Berater bei Ihren Transaktionen zur Seite steht.

Extreme Preisunterschiede

Wie groß die Preisunterschiede sind, legt beispielsweise eine Untersuchung der Zeitschrift Finanztest offen. Die Tester nahmen die Depotkosten von 44 Anbietern für zwei Modellkunden unter die Lupe. Bei den Filialbanken betrug die Differenz rund 500 Euro zwischen den teuersten und den preisgünstigsten Anbietern. Für ein kleines Depot von 30.200 Euro und 18 Wertpapierorders pro Jahr (Ordergrößen 2.500 und 5.100 Euro) verlangte die Postbank 452 Euro. Bei der Konkurrenz mit dem höchsten Preis kostete das Depot 970 Euro.

Noch steiler ist das Gefälle, wenn Sie Ihre Wertpapiere nicht in einer Filialbank bei einem Berater ordern, sondern ausschließlich über das Internet. Die günstigste Onlinelösung, die der Broker Flatex bot, kostete lediglich 90 Euro für das oben skizzierte Depot – eine Differenz von 880 Euro im Vergleich zur teuersten Filialbank. Bezogen auf den Depotwert entspricht das einem Renditeunterschied von fast 3 Prozent pro Jahr.

Nicht berücksichtigt sind in diesem Vergleich die Kosten, die jeder Kunde unabhängig von seiner Bank bezahlen muss. Die Bank kassiert (dafür, dass sie die Kundenaufträge an die Börse weiterleitet. Sie machen den Hauptteil der Kosten aus, die ein Kunde für seine Wertpapiergeschäfte zahlt. Dazu gehören Entgelte für den Makler und die sogenannte Börsenplatzgebühr, die an die ausführende Börse geht. Solche „Entgelte Dritter“ reicht die Bank einfach weiter.

Die Bank kassiert Provisionen dafür, dass sie die Kundenaufträge an die Börse weiterleitet. Sie machen den Hauptteil der Kosten aus, die ein Kunde für seine Wertpapiergeschäfte zahlt. Die pauschalen Kosten für das Depot selbst, das viele Onlinebroker und Direktbanken ohnehin gratis führen, fallen umso weniger ins Gewicht, je mehr Sie handeln.

Flexible Depots mit Beratung nach Bedarf

Um zu sparen, müssen Sie aber nicht unbedingt von einer Filial- zu einer Onlinebank wechseln. Filialbankkunden können oft bei jedem Auftrag zwischen Service und Selbstbedienung wählen. Wenn sie sich in ihrer Filiale beraten lassen, zahlen sie für die Wertpapierorder einen höheren Preis als für eine Transaktion, die sie selbst am heimischen Computer ausführen. Die Eigeninitiative bringt spürbare Ersparnisse: Ein Kunde der Postbank mit dem 30.200-Euro-Modelldepot kann mehr als 200 Euro pro Jahr sparen, ein Kunde der Targobank sogar rund 450 Euro.

Die Wahlmöglichkeit zwischen einer Filial- und einer Onlineorder ist ideal für Anleger, die nur ab und zu eine Beratung brauchen. Haben sie Beratungsbedarf, gehen sie in die Filiale und zahlen eine höhere Provision. Wollen sie einfach nur eine ganz bestimmte Aktie kaufen, machen sie das online und müssen dafür nur die niedrigere Provision zahlen. Weniger flexible Filialbanken verlangen allerdings, dass sich ihre Kunden zwischen einem Beratungs- und einem Onlinedepot entscheiden.

Sparen beim Fondskauf

Banker empfehlen gerne den Fondskauf bei Fondsgesellschaften, damit sie die dann fälligen Ausgabeaufschläge von bis zu 6 Prozent kassieren können. Hauseigene Fonds werden meist günstiger verkauft. Gewährt ein Berater nicht mindestens 50 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag, sollten Kunden über die Börse kaufen. Hier sind nur rund 1 Prozent Provision üblich. Weist der Kunde den Berater an, das Geschäft direkt an die Börse zu geben, ist der Berater nach der Anlegerschutzrichtlinie Mifid dazu verpflichtet. Der Berater muss zudem den Börsenplatz wählen, bei dem das Wertpapier am günstigsten zu haben ist.

Allerdings: Privatanleger sollten grundsätzlich lieber die Finger von teuren, aktiv gemanagten Fonds lassen. Fondsrankings und -ratings sind keine Hilfe, wie zahlreiche Untersuchungen belegen. Sie zeigen nur, welche Manager in der Vergangenheit erfolgreich waren. Sie schneiden meistens schlechter ab als preisgünstige, passive börsengehandelte Indexfonds, auch Exchange Traded Funds (ETF) genannt. Zwar gibt es immer Fondsmanager, die den Marktdurchschnitt weit hinter sich lassen. Doch Privatanleger haben so gut wie keine Chance, diese Gewinnerfonds im Vorfeld auszumachen. Fondsrankings und -ratings sind keine Hilfe, wie zahlreiche Untersuchungen belegen. Sie zeigen nur, welche Manager in der Vergangenheit erfolgreich waren. Doch von den Renditen der Vergangenheit lässt sich nicht auf die Zukunft schließen. Mit ETF liegen Anleger dagegen immer richtig. Diese Fonds liefern zuverlässig die durchschnittliche Rendite des jeweiligen Marktes, den sie abbilden, abzüglich der Verwaltungskosten und Quellensteuern.

Viele Transaktionen, wenig Rendite

Manche Anleger versuchen, besser abzuschneiden als der Markt, indem sie häufig ihr Depot umschichten – immer auf der Suche nach der ultimativen Renditerakete. Doch nach Abzug der Handelskosten gelingt es Privatanlegern kaum, den Markt zu schlagen, wie eine Reihe von Studien zeigt. Je höher ihr Handelsvolumen war, desto niedriger fielen die Renditen aus. Das belegt, welche Bedeutung die Kosten haben.

Die Finanzindustrie versucht Sie regelmäßig dazu zu animieren, die Pferde zu wechseln. Alle paar Wochen werden neue „Megatrends“ ausgerufen, denen Sie Manche Anleger lassen sich von hohen Renditeerwartungen verführen und schichten ihre Wertpapiere öfter um. Das lieben Banken. Je häufiger Sie kaufen und verkaufen, umso mehr verdienen die Geldinstitute. unbedingt folgen sollen. Manche Anleger lassen sich von hohen Renditeerwartungen verführen und schichten ihre Wertpapiere öfter um. Das lieben Banken. Je häufiger Sie kaufen und verkaufen, umso mehr verdienen die Geldinstitute – aber nicht unbedingt Sie. Sie haben hohe Transaktionskosten und es ist alles andere als sicher, dass Sie mit der neuen Anlage besser abschneiden als mit der alten. „Hin und her, Taschen leer“, lautet deshalb eine alte Börsenweisheit.

Es bringt in der Regel wenig, irgendwelchen Trends hinterherzulaufen. Meistens sind sie ohnehin schon fast wieder vorbei, wenn Banken und Fondsgesellschaften sie erkennen und entsprechende Anlageprodukte auf den Markt bringen. Mit einem gut gestreuten Portfolio über verschiedene Anlagen und Anlageklassen liegen Sie immer richtig und müssen nicht ständig umschichten. Mehr als 80 Prozent der Rendite eines gemischten Anlageportfolios resultiert aus der Aufteilung zwischen sicheren Anlagen wie Anleihen und riskanteren Wertpapieren wie Aktien. Das sogenannte Market-Timing und die Auswahl von Einzeltiteln tragen nur wenig zum Anlageerfolg bei.

Machen Sie einen Kostencheck

Wenn Sie bereits ein Depot besitzen, lohnen sich eine Überprüfung der jährlichen Kosten und ein Vergleich mit anderen Anbietern. Die Depotbank zu wechseln, ist kein Problem. Auch sollten Sie die Kosten der Finanzprodukte in Ihrem Depot überprüfen. Aktiv gemanagte Fonds sind teuer und bringen meistens schlechtere Renditen als im Marktdurchschnitt. Für Privatanleger, die ihr Portfolio selbst verwalten, sind börsengehandelte Indexfonds, sogenannte ETF, erste Wahl. Wer sein Geld von einem Vermögensverwalter betreuen lässt, sollte nicht nur dessen Abrechnung auf den Prüfstand stellen. Auch die Kosten der vom Verwalter ausgewählten Anlageprodukte sollten Sie durchchecken und gegebenenfalls nach günstigeren Alternativen suchen. Mittlerweile gibt es eine Reihe von digitalen Vermögensverwaltern, die global ausgerichtete Portfolios zu günstigen Konditionen anbieten. Die Mindestanlagesummen sind bei diesen Anbietern deutlich niedriger als bei klassischen Vermögensverwaltern.

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