Sieben goldene Regeln für Geldanleger

Begrenzen Sie Ihr Risiko!

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Dass es keine gute Idee ist, sein ganzes Geld auf ein einzelnes Wertpapier zu setzen, leuchtet jedem intuitiv ein. Kaufen Sie zum Beispiel nur Aktien eines Unternehmens, ist Ihr Geld weg, wenn es pleitegeht. Verteilen Sie Ihr Kapital dagegen auf eine Vielzahl von Konzernen, ist ein Zahlungsausfall relativ problemlos zu verkraften. Auch Wertschwankungen werden so reduziert.

Mit einem Blick auf einen Aktienindex wie den deutschen Dax können Sie sich das verdeutlichen. Er enthält die Aktien von 30 Großkonzernen. Jeden Tag entwickeln sich ihre Kurse unterschiedlich. Manche Papiere schwanken vielleicht um 1 bis 2 Prozent nach oben oder unten, andere bewegen sich kaum. Die Schwankung des gesamten Index wird irgendwo in der Mitte liegen. Klar, wenn Sie mit Sicherheit vorhersehen könnten, welcher der 30 Dax-Werte künftig die höchsten Kursgewinne erzielen wird, wäre es vorteilhafter, nur auf dieses Papier zu setzen. Weil das aber niemand weiß , ist es sicherer, viele Titel zu kaufen und sich mit einem durchschnittlichen Ergebnis zu begnügen. Klar, wenn Sie mit Sicherheit vorhersehen könnten, welcher der 30 Dax-Werte künftig die höchsten Kursgewinne erzielen wird, wäre es vorteilhafter, nur auf dieses Papier zu setzen. Weil das aber niemand weiß und Sie genau die Aktie erwischen könnten, die den größten Verlust einfährt, ist es sicherer, viele Titel oder Fonds zu kaufen und sich mit einem durchschnittlichen Ergebnis zu begnügen. In guten Zeiten bedeutet das, einen geringeren Gewinn als die Spitzenwerte, in schlechten Zeiten einen geringeren Verlust als die größten Verlierer im Portfolio. Unter dem Strich führt eine gute Diversifikation zu geringeren Wertschwankungen und einer soliden Rendite.

Über verschiedene Anlageklassen streuen

Anleger sollten Ihr Kapital aber nicht nur innerhalb einer Anlageklasse verteilen, die gleichartige Wertpapiere oder Vermögenswerte, beispielsweise Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder Immobilien, umfasst. Um das Risiko in einem Portfolio noch weiter zu senken, wird das Vermögen zusätzlich über verschiedene Anlageklassen gestreut.

Ein zweiter Blick auf das oben ausgeführte Beispiel mit Aktien verdeutlicht, was das bringen soll: Der Kauf verschiedener Aktien reduziert nur das sogenannte Unternehmensrisiko. Dahinter verbergen sich individuelle Faktoren, die den Börsenkurs eines einzelnen Konzerns beeinflussen wie etwa die Kompetenz des Managements. Es gibt aber auch sogenannte Marktrisiken, denen sich kaum ein Unternehmen entziehen kann. Dazu zählen die Zinspolitik der Notenbanken und die Risikobereitschaft der Anleger. Wollen sie aus Angst vor Verlusten generell keine Aktien kaufen, fallen fast alle Kurse, unabhängig davon, wie großartig eine Firma geführt wird.

Vor solchen allgemeinen Marktrisiken kann die Diversifikation über verschiedene Anlageklassen schützen. Zwischen ihnen soll möglichst gar keine oder eine negative Beziehung bestehen. Das heißt, wenn eine Anlageklasse fällt, sollten die anderen nicht auch im Gleichschritt sinken. Das ist beispielsweise häufig zwischen Aktien und Staatsanleihen zu beobachten: Sind Aktien gerade out, werden Staatsanleihen umso stärker nachgefragt. Ihr Kursanstieg bremst die Verluste am Aktienmarkt.

Die Beziehung zwischen zwei Anlageklassen wird statistisch mit Hilfe der Korrelation gemessen. Sie kann Werte zwischen −1 und 1 annehmen. Bei einem Wert von 1 befinden sich zwei Anlageklassen im Gleichlauf. Bei Werten nahe null entwickeln sie sich unabhängig voneinander. Negative Werte bedeuten, dass eine Anlageklasse steigt, während die andere fällt – und umgekehrt. Dieser negative Zusammenhang ist bei −1 am stärksten. Aber: Korrelationen sind nicht stabil. Auch sie schwanken über die Zeit teils kräftig.

Grenzen der Diversifikation

Institutionelle Großinvestoren verteilen ihr Vermögen über viele Anlageklassen. Neben Aktien, Anleihen und Immobilien setzen sie auch auf sogenannte alternative Investments wie Rohstoffe, Wald, Ackerland, direkte Unternehmensbeteiligungen (Private Equity) Als Großmeister der strategischen Vermögensaufteilung gilt David Swensen. Der Anlageexperte verwaltet seit 1985 das Stiftungskapital der amerikanischen Yale-Universität. Bis 2008 erwirtschaftete er mit einer ausgefeilten Diversifikationsstrategie eine jährliche Durchschnittsrendite von rund 17 Prozent. und Hedgefonds-Strategien. Das Ziel: maximale Erträge bei minimalem Risiko.

Als Großmeister der strategischen Vermögensaufteilung gilt David Swensen. Der Anlageexperte verwaltet seit 1985 das Stiftungskapital der amerikanischen Yale-Universität. Bis 2008 erwirtschaftete er mit einer ausgefeilten Diversifikationsstrategie eine jährliche Durchschnittsrendite von rund 17 Prozent. Sogar den Aktien-Crash nach dem Platzen der Internetblase zu Beginn des neuen Jahrtausends überstand er ohne größere Blessuren. Seitdem feierten ihn zahlreiche Medien als „Superinvestor“.

Doch 2008 erlitt selbst Swensen Schiffbruch. Er verlor rund 25 Prozent des Stiftungskapitals. Auch sein Diversifikationskonzept funktioniert nur, solange sich die einzelnen Anlageklassen weitgehend unabhängig voneinander entwickeln. Aber die jüngste Finanzkrise zog fast alle Vermögenswerte nach unten. So fielen Aktien und Rohstoffe plötzlich um die Wette. Während der Internetkrise Anfang des neuen Jahrtausends waren Rohstoffe dagegen gestiegen, als Aktien abstürzten.

Von den Anlageklassen, die jedem Privatanleger zugänglich sind, stiegen 2008 nur sichere Staatsanleihen (von denen die meisten Banken und Vermögensverwalter 2007 wegen niedriger Zinsen dringend abgeraten hatten) und einige Währungen. Gold gab zuvor erzielte Gewinne ab und beendete das Jahr mit einem kleinen Plus. Gerade in Krisen, wenn Anleger eine effektive Risikostreuung am dringendsten benötigen, stößt das Konzept an seine Grenzen. Denn dann heißt es an den Märkten „Alles muss raus“ – und die meisten Anlageklassen sinken im Gleichlauf.

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