Sieben goldene Regeln für Geldanleger

Erwarten Sie keine Geschenke!

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Wenn es irgendwo etwas gratis gibt, zum Beispiel Bier, ist der Andrang meistens groß. Es dauert nicht lange, bis das Freikontingent ausgetrunken ist. Dann kostet das Bier wieder Geld und plötzlich ist der Durst nicht mehr so groß. Was bei Stadtfesten und anderen Feiern beobachtet werden kann, gilt noch viel mehr an den Finanzmärkten, wo heute Transaktionen rund um den Erdball in Bruchteilen von Sekunden mit einem Mausklick getätigt werden.

Gäbe es irgendwo eine risikolose Extrarendite, würde sich umgehend eine Heerschar von internationalen Investoren auf dieses Gratis-Angebot stürzen. Gäbe es irgendwo eine risikolose Extrarendite, würde sich umgehend eine Heerschar von internationalen Investoren auf dieses Gratis-Angebot stürzen. Die sichere Extrarendite wäre viel schneller weg als routinierte Festbesucher Bier trinken können.

Stellen Sie sich der Einfachheit halber vor, an einer Börse würden zwei Anleihen mit derselben Sicherheit und Laufzeit notieren. Die eine bietet 2 Prozent und die andere 3 Prozent Rendite. Anleger würden natürlich ausschließlich die Anleihe mit der höheren Rendite kaufen. Dadurch wird sie teurer. Ihr Kurs steigt, bis die Rendite auf 2 Prozent gesunken ist und die Nachfrage wieder auf das normale Niveau zurückgeht.

Höhere Renditen bedeuten höhere Risiken

In der Realität kommt es gar nicht erst zu großen Preisdifferenzen wie in dem fiktiven Beispiel. Der Markt – das sind Hunderttausende Anleger und Händler – sorgt im Millisekundentakt dafür, dass es nichts geschenkt gibt. Wenn Ihnen beispielsweise eine Anleihe angeboten wird, die eine höhere Rendite bietet als eine sichere Staatsanleihe mit derselben Laufzeit, dann ist dieses Wertpapier auch riskanter. Das gilt ebenso, wenn Banken mit Finanzprodukten locken, die sie als Bessere Ertragschancen stehen grundsätzlich immer größeren Risiken gegenüber und / oder einer geringeren Verfügbarkeit. Im Zweifel sollten Sie lieber die Finger von besonders lukrativ erscheinenden Angeboten lassen. renditestark und gleichzeitig sicher anpreisen. Solchen Offerten sollten Anleger mit einem besonderen Misstrauen begegnen und sie genauestens hinterfragen. Sind die Zinsen tatsächlich so sicher wie die Werbung behauptet oder sind sie an Bedingungen geknüpft? Denn bessere Ertragschancen stehen grundsätzlich immer größeren Risiken gegenüber und / oder einer geringeren Verfügbarkeit (Liquidität). Im Zweifel sollten Sie lieber die Finger von besonders lukrativ erscheinenden Angeboten lassen und sich mit einer alten Spieler-Weisheit trösten: Die Bank gewinnt immer!

Geldanleger bewegen sich immer in einem Spannungsfeld aus Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit. Die Finanzbranche spricht vom „magischen Dreieck der Geldanlage“. Die Kernaussage: Das, was sich jeder Anleger wünscht, nämlich eine hohe Rendite, maximale Sicherheit und tägliche Verfügbarkeit, ist nicht gleichzeitig zu haben – leider. Wollen Sie etwas mehr von dem einen, müssen Sie etwas von dem anderen aufgeben.

Beispiel: Bargeld auf einem Girokonto. Es ist von der Einlagensicherung geschützt und jederzeit verfügbar. Zinsen gibt es dafür aber meist keine. Kapital auf einem Tagesgeldkonto ist ebenso sicher. Doch dafür gibt es Zinsen. Allerdings können Sie nicht sofort an Ihr Geld heran. Bevor Sie Tagesgeld ausgeben können, müssen Sie es erst auf ein Girokonto überweisen. Das kann ein bis zwei Tage dauern.

Ausnahmen von der Regel

Doch scheinbar gibt es Ausnahmen von der Regel: In den vergangenen Jahren waren etwa die Zinsen für Tagesgeld bei guten Anbietern zeitweise deutlich höher als die Rendite von deutschen Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit. Die Anleihe ist ähnlich sicher wie das Tagesgeld, wenn man sie bis zur Fälligkeit hält. Das Kapital steht aber über einen langen Zeitraum nicht zur Verfügung. Natürlich kann der Anleger die Anleihe auch vorher verkaufen. Dann hat er aber Kursrisiken.

Laut dem magischen Dreieck müsste die Anleiherendite eigentlich höher sein als die für Tagesgeld, weil das Geld länger gebunden ist. Aber diese Betrachtungsweise hat nur aus der Perspektive von Privatanlegern bestand. Stellen Sie sich dagegen einen der vielen Großinvestoren vor, etwa einen Pensionsfonds, der Milliarden Euro sicher anlegen muss. Solche Summen sind nicht von der Einlagensicherung gedeckt. Da manche Banken nach wie vor auf wackeligen Füßen stehen und die Stabilität einzelner Geldinstitute schwer einzuschätzen ist, erscheinen Staatsanleihen aus der Sicht von Großinvestoren sicherer als Bankeinlagen – ein Renditeabschlag ist somit gerechtfertigt.

Bequemlichkeit der Anleger sorgt für Zinsgefälle

Folgt man der oben skizzierten ökonomischen Markttheorie, müssten sich alle Anleger bei Tagesgeld- und Festgeldangeboten auf die beste Offerte stürzen. Wenn die Bank dann genug Einlagen eingesammelt hat, sollten sich die Konditionen wieder verschlechtern. In der Praxis ist das tatsächlich manchmal der Fall. Es kommt auch vor, dass Banken keine neuen Einlagen mehr annehmen. Nichtsdestotrotz bieten manche Kreditinstitute langfristig bessere Konditionen als andere. Dass sie nicht von Anlegern überrannt werden, dürfte an deren Bequemlichkeit liegen. Zwar wechseln viele das Tagesgeldkonto, wenn es anderswo bessere Konditionen gibt. Ebenso vielen ist aber der Aufwand zu lästig. Deswegen bleibt es bei dem gewissen Gefälle für Zinsangebote mit gleicher Sicherheit und Anlagedauer.

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