Vermögensverwaltung

Gewichtung und Rebalancing von LIQID Global

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LIQID Investments GmbH

Um das Rebalancing von LIQID Global festzulegen und zu optimieren, hat unser Investment-Team auf Basis historischer Marktdaten Tausende mögliche Kursverläufe über mehrere Jahrzehnte simuliert. Die Daten führen zu einem Ansatz, bei dem die Einhaltung von Schwellenwerten in festgelegten Zeitintervallen überprüft wird.

Oberflächlich betrachtet scheint das Rebalancing ein einfacher Vorgang zu sein: Erreicht eine Anlageklasse (beispielsweise Aktien) aufgrund von gestiegenen Kursen ein zu hohes Gewicht im Depot, wird der Aktienanteil in regelmäßigen Abständen zu Gunsten der anderen Anlageklassen zurückgefahren, um die ursprünglich vom Anleger gewünschte Gewichtung wiederherzustellen.

In der Praxis gestaltet sich das Rebalancing der Global-Portfolios allerdings relativ komplex. Denn neben Aktien und Anleihen enthalten sie auch die Anlageklassen Rohstoffe und Gold. Zudem werden die globalen Aktienmärkte nicht mit einem, sondern mit fünf verschiedenen Indexfonds abgedeckt, die jeweils regionale Aktienmärkte abbilden: Nordamerika, Europa, Japan, den pazifischen Raum (Australien, Hongkong, Neuseeland und Singapur) und die Schwellenländer. Letztere sehen wir auf Portfolioebene als eine Sub-Anlageklasse an. Die vier anderen Regionen sind in der Anlageklasse „Aktien entwickelte Länder“ zusammengefasst.

Für jede Anlageklasse und Sub-Anlageklasse haben wir Schwellenwerte definiert. Werden sie erreicht oder überschritten, rebalancieren wir das Portfolio. Die Grenzwerte gelten für jedes LIQID Global-Portfolio. Ihre Einhaltung wird täglich überprüft.

Bei Erreichen eines Schwellenwertes werden die LIQID-Global-Portfolios rebalanciert

Anlageklasse Schwellenwert (in %-Punkten)
Aktien entwickelte Länder 3.13
Aktien Schwellenländer 1.87
Anleihen guter Bonität 4.75
Hochzinsanleihen 0.25
Gold 1.5
Rohstoffe 1

Quelle: LIQID

Vorteile der Gewichtung nach Wirtschaftsleistung

Der Aktienanteil in den Global-Portfolios ist nach der Wirtschaftsleistung der einzelnen Regionen strukturiert, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Je größer das BIP einer Region, desto höher ist deren Gewicht innerhalb des Aktienanteils. Bei der Index-Strategie wird das Gewicht der Länder dagegen von deren Marktkapitalisierung bestimmt, die sich aus dem Börsenwert aller öffentlich handelbaren Unternehmensaktien ergibt. Das hat zur Folge, dass Länder, deren Börsen zeitweise besonders gut laufen, immer höher gewichtet werden, während der Portfolio-Anteil von Staaten mit relativ schwächer laufenden Börsen sinkt. Eine Gewichtung nach Marktkapitalisierung ist deshalb ein prozyklisches Konzept, bei dem teure Aktienmärkte tendenziell über- und günstige Börsen untergewichtet sind.

Weniger schwankungsanfällig als eine Gewichtung nach Marktkapitalisierung ist die Strukturierung des Aktienanteils nach der regionalen Wirtschaftsleistung. Denn die Fluktuation des BIP ist deutlich geringer als die der Aktienbörsen. Deswegen bleiben die Gewichte einzelner Länder im Zeitablauf stabiler. Daraus wiederum resultiert eine tendenziell antizyklische Positionierung.

Als beispielsweise in den 1980er-Jahren die Aktienkurse in Japan geradezu raketenartig anstiegen, erreichten die Pazifik-Staaten in globalen Aktienportfolios, die nach Marktkapitalisierung gewichtet waren, einen Anteil von mehr als 50 Prozent. Entsprechend hoch waren die Verluste, als die Blase schließlich platzte und die Kurse zusammenbrachen. Ein BIP-gewichtetes Portfolio hätte diesen Crash deutlich besser überstanden, weil der Anteil der Pazifik-Staaten nur zwischen 15 und 20 Prozent betragen hätte. Durch das regelmäßige Rebalancing wäre dieses Gewicht im Laufe der Zeit weitgehend konstant geblieben.

Die BIP-Gewichtung kann also die Folgen von Aktienmarktblasen dämpfen. Darüber hinaus brachte dieses Konzept in der Vergangenheit auf lange Sicht auch höhere Renditen als der Marktkapitalisierungs-Ansatz. Zwar war auch die Schwankungsbreite etwas größer. Doch insgesamt war das Rendite-Risiko-Verhältnis von BIP-gewichteten Portfolios besser, wie etwa die Finanzmarktforscher Heiko Jacobs, Sebastian Müller und Martin Weber von der Universität Mannheim in einer Untersuchung zeigen.

Rebalancing-Regeln innerhalb des Aktienanteils

Aus dem jeweiligen Anteil der Schwellenländer und der entwickelten Länder an der Weltwirtschaftsleistung ergibt sich deren Gewicht im Portfolio. Diese beiden Anlageklassen werden nach den oben genannten Regeln rebalanciert. Innerhalb der Anlageklasse „Aktien entwickelte Länder“ werden die Gewichte der vier enthaltenen Indexfonds angepasst, wenn eine Region um mehr als zwei Prozentpunkte von der aktuell gültigen BIP-Gewichtung abweicht. Ob die Werte noch im Gleichgewicht sind, überprüfen wir täglich.

Die LIQID-Select-Portfolios

Bei den Select-Portfolios wird kein regelbasiertes Rebalancing durchgeführt. Denn diese Portfolios verwaltet unser Investment-Team von LIQID aktiv. Durch Über- und Untergewichtungen einzelner Anlageklassen und -segmente versucht unser Investment-Team kurzfristige Chancen an den Finanzmärkten zu nutzen und Risiken zu reduzieren. Ob und welche Veränderungen in der Depotstruktur vorgenommen werden, diskutiert unser Investment-Komitee einmal im Monat auf Basis einer Vielzahl von Marktindikatoren.

Umschichtungen in den Select-Portfolios sind aber Grenzen gesetzt. Abhängig von der vom Anleger gewählten Risikostruktur dürfen die Gewichte bestimmte Ober- und Untergrenzen nicht über- beziehungsweise unterschreiten. Entscheidet sich ein Anleger beispielsweise für ein Select-Portfolio mit einer Aktienquote von 70 Prozent, darf diese im Rahmen des aktiven Managements maximal auf 90 Prozent erhöht werden. Der minimale Aktienanteil, den so ein Portfolio immer enthalten muss, beträgt 40 Prozent. Die Grenzwerte für alle Select-Portfolios und die darin enthaltenen Anlageklassen sind in den Anlagerichtlinien festgelegt.

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