Sieben goldene Regeln für Geldanleger

Kontrollieren Sie Ihre Anlagen regelmäßig!

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Wenn Sie sich für eine Vermögensaufteilung entsprechend Ihrer Risikoneigung entschieden und passende Anlageprodukte ausgewählt haben, können Sie sich erst einmal bequem zurücklehnen. Ein wohlüberlegt strukturiertes Depot braucht nicht mehr allzu viel Pflege. Allerdings wuchert es mit der Zeit wie eine Zimmerpflanze. Deswegen sollten Sie auch Ihr Depot ab und zu zurückschneiden. Der Grund ist eine sehr wahrscheinliche Verschiebung der Gewichte einzelner Anlageklassen.

Angenommen Sie haben sich für eine Mischung aus 60 Prozent Aktienfonds, 30 Prozent Rentenfonds und 10 Prozent Festgeld entschieden. Nach einem hervorragenden Aktienjahr sind Ihre Fonds um 15 Prozent gestiegen. Die Anleihekurse blieben stabil, sodass die Rentenfonds unter dem Strich nur um 1 Prozent zulegten, die Bankeinlagen wuchsen um 2,5 Prozent. Wie sieht nun die Depotstruktur aus? Der kräftig gestiegene Aktienanteil macht nun 63 Prozent aus und die sicheren Anlagen nur noch 37 Prozent. Das sind noch keine dramatischen Verschiebungen. Aber vielleicht laufen Aktien im darauffolgenden Jahr wieder überdurchschnittlich, wodurch der riskante Depotanteil weiter zunehmen würde.

Antizyklische Strategie als Nebeneffekt

Dann sollten Sie das Beispieldepot wieder auf seine ursprünglichen Gewichte zurücksetzen, wenn sich Ihr Risikoprofil nicht geändert hat. Fachleute nennen das „Rebalancing“. Sie verkaufen Aktienfondsanteile und kaufen für das Geld sichere Anlagen. Wenn Sie das von Zeit zu Zeit machen, verfolgen Sie automatisch eine antizyklische Strategie: Sie verkaufen Anlagen die gut gelaufen sind und inzwischen vielleicht schon teuer erscheinen, und kaufen welche, die sich schlechter entwickelten und nun zu günstigen Preisen auf den Finanzmärkten gehandelt werden.

Allerdings führt Rebalancing zwischen verschiedenen Anlageklassen in der Regel nicht zu höheren Renditen. Das zeigt eine Reihe von Untersuchungen. Vielmehr dient diese Art der Depotpflege der Risikobegrenzung. Ziel ist, die ursprüngliche Portfolio-Gewichtung über die Zeit weitgehend konstant zu halten.

Auch den Ausstieg im Auge behalten

Für die wenigsten ist Geldanlage Selbstzweck. Die meisten wollen ihre Anlagen irgendwann versilbern und das Vermögen für das einsetzen, wofür sie es aufgebaut haben, etwa für das Studium der Kinder oder den Kauf eines Einfamilienhauses. Damit So wie der Einstiegszeitpunkt kann auch der Ausstiegstermin die Rendite merklich beeinflussen. alles klappt wie geplant, sollten Sie auch frühzeitig über den Ausstieg nachdenken. Denn so wie der Einstiegszeitpunkt kann auch der Ausstiegstermin die Rendite merklich beeinflussen. Es ist ein erheblicher Nachteil, wenn Sie gerade dann Ihr Depot auflösen müssen, wenn die Aktienmärkte am Boden liegen. Deswegen kann es sinnvoll sein, den riskanten Portfolioanteil einige Jahre vor dem Ausstiegszeitpunkt schrittweise zu reduzieren und in sichere Anlagen umzuschichten.

Sie können Ihre Aktienfonds auch vollständig vorzeitig abstoßen, wenn die Börsen heiß laufen wie etwa in den Jahren 1999 und Anfang 2000. Indizien für eine solche Entwicklung sind:

  • Aktienindizes haben neue Höchststände erreicht, die Kurse schnellen weiter nach oben.
  • Die Stimmung an den Aktienmärkten ist optimistisch bis euphorisch.
  • Banken bieten massiv Fonds oder Zertifikate auf bestimmte Branchen oder Trends an.
  • Firmen erzielen Rekorde bei Umsätzen und Gewinnen. Ursprüngliche Prognosen werden immer öfter angehoben.
  • Bewertungskennzahlen wie Kurs-Gewinn-Velhältnis und Kurs-Buchwert-Verhältnis zeigen eine deutliche Überbewertung an. Börsengurus erklären diese traditionellen Maßstäbe für überholt.

Natürlich können anhand dieser Kriterien nicht mit Sicherheit Umkehrpunkte an den Börsen bestimmt werden (siehe Prognosen). Aber sie können helfen, zumindest in der Nähe eines Hochs zu verkaufen.

Regelmäßiger Produkt-Check

Es ist außerdem ratsam, sich immer wieder davon zu überzeugen, dass die anfangs ausgewählten Anlagen in ihrer Vergleichsgruppe noch zu den besten zählen. Möglicherweise bieten inzwischen andere Banken höhere Fest- und Tagesgeldzinsen. Zudem müssen vor allem aktiv verwaltete Fonds unter die Lupe genommen werden. Denn sie können im Vergleich zur Konkurrenz weit zurückfallen.

Die Zeitschrift Finanztest rät, das Depot ein- bis zweimal pro Jahr auf den Prüfstand zu stellen. Schieben Sie diese Aufgabe Das Depot sollte ein- bis zweimal pro Jahr auf den Prüfstand gestellt werden. Schieben Sie diese Aufgabe nicht vor sich her – denn das kann Sie viel Geld kosten. nicht vor sich her, auch wenn Sie sie als lästig empfinden. Denn das kann Sie viel Geld kosten. Am besten tragen Sie die Termine lange im Voraus in einen elektronischen Kalender auf Ihrem Mobiltelefon oder Computer ein. In der Zwischenzeit kann es nicht schaden, hin und wieder einen Blick in die Wirtschafts- und Finanzteile von Zeitungen und Magazinen zu werfen, um die Stimmung in der Wirtschaft und an den Börsen im Auge zu behalten.

Falls Sie sich selbst möglichst wenig mit dem Thema Geldanlage beschäftigen wollen, suchen Sie sich einen Honorarberater oder einen unabhängigen Vermögensverwalter, der das für Sie erledigt. Der interessengeleitete Bankberater ist oft nicht die beste Wahl.