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So funktioniert die Liqid-Global-Strategie

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LIQID Investments GmbH

Es gibt zahllose Möglichkeiten ein Anlage-Portfolio zu konstruieren, aber nicht alle sind auf Dauer Erfolg versprechend. Das Fundament für eine langfristig solide Rendite ist eine ausreichende Streuung der Risiken. Dabei wird das Kapital auf verschiedene Anlageklassen wie Aktien und Anleihen verteilt. Innerhalb der Anlageklassen ist ebenfalls eine breite Diversifikation Trumpf. Beispiel Aktien: Modellrechnungen auf Basis historischer Daten zeigen, dass es für Anleger vorteilhafter war, ihr Geld auf unterschiedliche regionale Aktienmärkte zu verteilen und nicht nur auf einen einzelnen oder den Heimatmarkt zu setzen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Eine weitere Säule, auf der eine langfristig erfolgreiche Anlagestrategie fußt, sind niedrige Kosten. Je höher die Ausgaben für Verwaltung, Handel und Finanzprodukte, desto niedriger fällt meistens die Rendite aus – und umgekehrt.

Die Liqid-Global-Strategie berücksichtigt diese beiden Erfolgsfaktoren: Sie besteht aus vier Anlageklassen, ist global diversifiziert und setzt börsengehandelte Indexfonds ein, sogenannte ETF, die sich durch niedrige Verwaltungskosten auszeichnen. ETF sind passive Fonds. Sie kopieren die Wertentwicklung von Indizes, etwa dem Weltaktienindex MSCI World. Deshalb kommen sie ohne teure Manager aus, die aktiv einzelne Wertpapiere auswählen. Mit ETF schneiden Anleger immer ähnlich ab wie der jeweilige Index, den sie kopieren, abzüglich der Verwaltungskosten.

Die Indizes

Insgesamt setzen wir in den Liqid-Global-Portfolios ETF auf neun verschiedene Indizes ein. Sie bilden die Anlageklassen Aktien, Anleihen, Gold und Rohstoffe ab. Der Aktienanteil besteht aus fünf Indizes, die den globalen Aktienmarkt abdecken. Für den Anleihenanteil nutzen wir einen globalen Index mit Anleihen guter Bonität, der von einem Index mit Hochzins-Unternehmensanleihen ergänzt wird. Die Goldpreisentwicklung zeichnet ein mit physischem Gold besichertes Zertifikat nach, das ein Tochterunternehmen der Deutschen Börse herausgibt. Für den Rohstoffanteil haben wir einen Index der Deutschen Bank ausgewählt, für den sie einen günstigen ETF anbietet.

Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Gold: Diese Indizes enthält die
Liqid-Global-Strategie

IndexMarkt
FTSE North AmericaDer Index bildet den US-amerikanischen und den kanadischen Aktienmarkt ab. Er enthält gut 700 Unternehmen, davon etwa 95 Prozent aus den USA und 5 Prozent aus Kanada.
FTSE JapanDer Index enhält etwa 470 große und mittelgroße Unternehmen, die den japanischen Aktienmarkt repräsentieren.
Stoxx Europe 600In dem Index sind die 600 größten Unternehmen aus 18 europäischen Ländern gelistet. Mit einem Anteil von rund 30 Prozent hat Großbritannien das höchste Ländergewicht, gefolgt von Frankreich (15 %), der Schweiz (14 %) und Deutschland (13 %).
MSCI Pacific ex JapanDer Index umfasst die Aktienmärkte von vier Ländern: Australien, Hongkong, Singapur und Neuseeland. Er enthält gut 150 große und mittelgroße Unternehmen. Mit mehr als 50 Prozent hat Australien das höchste Gewicht.
MSCI Emerging Markets IMIDer Index enthält mehr als 2700 große, mittlere und kleine Unternehmen aus 27 Schwellenländern. Er deckt etwa 99 Prozent jedes Ländermarktes ab. Höchstes Gewicht im Index hat China (rund 25 Prozent) gefolgt von Südkorea und Taiwan.
Barclays Global Aggregate Bond EUR hedgedDer Index bildet vorwiegend Staats- und Unternehmensanleihen mit guter Bonität in 24 Währungen ab. Die Auslandswährungen sind weitgehend gegen Wechselkursrisiken abgesichert.
Global High Yield Corporate BondDer Index enthält Anleihen von Unternehmen mit schlechter Bonität (Hochzinsanleihen, auch High Yield genannt) aus entwickelten Ländern. Rund 60 Prozent der Papiere stammen aus den USA.
DBLCI - OY Balanced14 verschiedene Rohstoff-Futures aus den Sektoren Energie, Agrarerzeugnisse, Basis- und Edelmetalle fasst dieser Index zusammen.
Xetra GoldDiese Zertifikate bilden die Goldpreisentwicklung nach. Sie sind mit physischem Gold abgesichert.

Quelle: Liqid, Stand: 6. Juni 2016.

Die Liqid-Global-Strategie bieten wir in zehn Risikoklassen an: Von einer Aktienquote von 10 Prozent bis zu 100 Prozent. Entsprechend hoch oder niedrig ist der Anteil von Anleihen (siehe Tabelle). Gold und Rohstoffe sind bei Liqid Bestandteil der Aktienquote, die stellvertretend für die riskanteren Anlageklassen im Portfolio steht. Denn das gelbe Edelmetall und diversifizierte Rohstoffindizes schwankten in der Vergangenheit zum Teil stärker als Aktien.

Global-Strategie: Portfolio-Gewichtungen der einzelnen Risikoklassen (Anteil Aktien in % / Anteil Anleihen in %)

PortfolioAktienAnleihenRohstoffeGoldGeldmarkt
10 / 905 %90 %2 %3 %0 %
20 / 8015 %80 %2 %3 %0 %
30 / 7025 %70 %2 %3 %0 %
40 / 6035 %60 %2 %3 %0 %
50 / 5045 %50 %2 %3 %0 %
60 / 4055 %40 %2 %3 %0 %
70 / 3065 %30 %2 %3 %0 %
80 / 2075 %20 %2 %3 %0 %
90 / 1085 %10 %2 %3 %0 %
100 / 095 %0 %2 %3 %0 %

Quelle: Liqid, Stand: 30 Juni 2016.

Der Rohstoff- und Goldanteil ist in allen Portfolios gleich. Hintergrund: In der Vergangenheit waren die langfristigen Renditen von Gold und Rohstoffen niedriger als die von Aktien. Das wird sich nach unserer Ansicht auch in Zukunft nicht ändern. Insbesondere die Rendite-Aussichten von Rohstoffen schätzen wir vergleichsweise gering ein. Insofern dienen diese beiden Portfolio-Positionen in erster Linie zur zusätzlichen Risikostreuung und als Versicherung gegen Krisen, in denen sich in der Vergangenheit insbesondere Gold gut behauptete.

Die Gewichtung der Anlageklassen

Das Verhältnis von Aktien zu Anleihen ergibt sich aus der jeweiligen Risikoklasse, die Kunden entsprechend ihrer Risikoneigung wählen. Innerhalb des Aktienanteils gewichten wir die einzelnen Regionen entsprechend ihrer Wirtschaftsleistung gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Das brachte in der Vergangenheit etwas höhere Renditen, weil auf diese Weise die negativen Folgen lokaler Aktienmarktblasen gedämpft werden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Die aktuellen Relationen der Aktienindizes zeigen wir beispielhaft an einem Global-Portfolio mit einer Aktienquote von 50 Prozent.

Aufteilung des Aktienanteils in einem ausgewogenen Global-Portfolio

IndexGewicht im Portfolio in %
FTSE North America13,7
FTSE Japan2,8
Stoxx Europe 60010,8
MSCI Pacific ex Japan0,8
MSCI Emerging Markets IMI16,8

Quelle: HQ Trust, Stand: 5. Juli 2016.

Passives Portfolio-Management und Rebalancing

Bei der Liqid-Global-Strategie setzen wir nicht nur passive Indexfonds ein. Auch das Portfolio-Management ist weitgehend passiv. Das bedeutet, dass wir bei dieser Strategie nicht versuchen, die Portfolios mit Umschichtungen an das jeweilige Marktumfeld anzupassen. Vielmehr ähnelt Liqid Global einer sogenannten Buy-and-hold-Strategie, bei der die Wertpapiere bis zum Ende des geplanten Anlagezeitraumes gehalten werden. In die Global-Portfolios greifen wir nur ein, falls sich die Gewichtung einzelner Indizes zu weit von der ursprünglich gewählten Portfolio-Aufteilung entfernt. Indexfonds mit einem zu hohen Anteil im Depot werden dann verkauft und von den Erlösen ETF nachgekauft, deren Anteil gesunken ist. Fachleute nennen dieses Vorgehen Rebalancing. Wir haben dafür feste Regeln aufgestellt, die auf Basis von Portfolio-Simulationen ermittelt wurden. Die Details finden Sie hier.

Rebalancing ermöglicht, die vom Anleger gewählte Portfolio-Struktur auf Dauer weitgehend konstant zu halten. Die Vor- und Nachteile dieses Konzeptes erläutern wir hier.

Historische Wertentwicklung der Global-Strategie

Die Wertentwicklung der einzelnen Portfolio-Risikoklassen fällt in der Rückrechnung sehr unterschiedlich aus – je nachdem, welchen Zeitraum wir betrachten. In den zurückliegenden fünf Jahren von Ende Juni 2011 bis Ende Juni 2016 fielen die Renditen so aus, wie es Theorie und Empirie erwarten lassen: Je größer der Risikoanteil aus Aktien, Gold und Rohstoffen eines Portfolios war, desto höher fiel auch der Wertzuwachs aus. Gleichzeitig stiegen aber auch die Wertschwankungen (Volatilität) mit zunehmender Aktienquote an (siehe Tabelle). Die Volatilität gibt in Prozent an, wie stark die Portfolio-Rendite um ihren Mittelwert schwankt.

Wertentwicklung der einzelnen Portfolios von Ende Juni 2011 bis Ende Juni 2016 (Anteil Aktien in % / Anteil Anleihen in %)

PortfolioRendite 5 JahreRendite pro JahrVolatilität
10 / 9022,06 %4,07 %2,44 %
20 / 8024,02 %4,40 %3,06 %
30 / 7026,52 %4,82 %4,21 %
40 / 6028,59 %5,16 %5,51 %
50 / 5030,93 %5,54 %6,86 %
60 / 4032,50 %5,79 %8,25 %
70 / 3035,04 %6,19 %9,78 %
80 / 2036,84 %6,47 %11,25 %
90 / 1038,32 %6,70 %12,72 %
100 / 039,53 %6,89 %14,20 %

Quelle: HQ Trust, Stand: 30. Juni 2016.

Es gibt aber auch historische Zeiträume, in denen die Rechnung höheres Risiko = höhere Rendite nicht aufging. Beispielsweise in den zurückliegenden 15 Jahren. Für Aktien war dieser Zeitraum eine der schlechtesten Perioden in der Börsengeschichte: Das Platzen der Technologieblase nach der Jahrtausendwende, die globale Finanzkrise und schließlich die Eurokrise zogen die Aktienrenditen nach unten. Der Weltaktienindex MSCI World Total Return Net stieg im Schnitt nur um knapp 3 Prozent pro Jahr an – ein Wert weit unter dem langfristigen Durchschnitt von 7 Prozent. Mit internationalen Anleihen erzielten Anleger dagegen rund 5 Prozent im Jahr. In den vergangenen 15 Jahren waren die Portfolio-Renditen deshalb umso höher, je größer der Anleihenanteil war – ein Schlaraffenland für sicherheitsorientierte Anleger, die hohe Wertzuwächse bei gleichzeitig geringen Wertschwankungen erzielten.

Wertentwicklung der einzelnen Portfolios über 15 Jahre (Anteil Aktien in % / Anteil Anleihen in %)

PortfolioWertentwicklung 15 JahreWertentwicklung pro JahrVolatilität
10 / 9085,49 %4,18 %2,40 %
20 / 8083,54 %4,11 %3,07 %
30 / 7083,31 %4,10 %4,37 %
40 / 6079,57 %3,96 %5,90 %
50 / 5078,51 %3,92 %7,49 %
60 / 4073,10 %3,70 %9,13 %
70 / 3067,62 %3,48 %10,86 %
80 / 2061,51 %3,23 %12,55 %
90 / 1057,58 %3,06 %14,25 %
100 / 048,36 %2,65 %15,99 %

Quelle: HQ Trust, Stand: 30. Juni 2016.

Doch Anleger sollten nicht darauf spekulieren, dass sich diese Entwicklung auch in Zukunft fortsetzt. Nach Ansicht von Fachleuten sind Anleihen weitgehend ausgereizt. Prognosefreie Modellrechnungen zeigen, dass mit diesen festverzinslichen Wertpapieren in den nächsten Jahren kaum noch Geld zu verdienen ist, unabhängig davon wie sich die Zinsen künftig entwickeln. Für Anleger, die zumindest nach Inflation und Steuern einen Erhalt ihres Vermögens anstreben, ist nach Berechnungen von HQ Trust eine Aktienquote von wenigstens 50 Prozent notwendig.

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