Portfolio-Management

Warum wir auf einen fallenden Yen setzen

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LIQID Investments GmbH

Das aktive Portfolio-Management von HQ Trust basiert auf der fortlaufenden Analyse der internationalen Kapitalmärkte und der Beobachtung einer Vielzahl von Indikatoren. Auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse treffen wir Anlageentscheidungen mit dem Ziel, Marktchancen zu nutzen oder Risiken zu reduzieren.

In den vergangenen Wochen ist Japan in unseren Fokus gerückt. Denn der Wert des Yen ist gegenüber dem Euro stark angestiegen. Allein in den vergangenen zwölf Monaten um 17 Prozent, seit November 2014 sogar um 27 Prozent. Mittlerweile zeigt unser Modell, das wir zur Analyse von Wechselkursen nutzen, eine Überbewertung des Yen um 5 Prozent an. Insofern erscheint es wahrscheinlich, dass sich die japanische Währung in den kommenden Monaten wieder abzuschwächen beginnt.

Noch von den historischen Höchstkursen entfernt, aber schon stark gestiegen: Entwicklung des Yen gegenüber dem Euro

Quelle: EZB, Stand: 14. Juli 2016.

Dafür spricht auch die Geldpolitik. Nachdem die Regierungskoalition von Japans Ministerpräsident Shinzo Abe die Oberhauswahl gewonnen hat, rechnen Analysten mit einer Ausweitung der expansiven Geldpolitik der japanischen Notenbank. Das würde den Yen tendenziell schwächen.

Diese Entwicklung könnte verstärkt werden, falls die amerikanische Notenbank ihre Leitzinsen weiter erhöht, wie viele Marktbeobachter erwarten. Zinsanlagen in den USA werden dadurch attraktiver. In der Folge fließt Kapital aus Währungsräumen ab, in denen die Zinsen negativ sind wie in Japan.

Für den japanischen Aktienmarkt sind das gute Nachrichten. Denn der stand in der Vergangenheit mit dem Wechselkurs des Yen in einer negativen Beziehung. Fiel der Yen gegenüber dem US-Dollar oder Euro, stiegen die Kurse japanischer Aktien tendenziell an. Statistiker sprechen in solchen Fällen von einer negativen Korrelation. Eine Abwertung des Yen würde also mit hoher Wahrscheinlichkeit zu deutlichen Kursgewinnen an der japanischen Börse führen – ein Aktienmarkt, der im laufenden Jahr mit einem Minus von rund 4 Prozent zu den schlechtesten der Welt gehört und allein schon deswegen Potenzial hat.

Hinzu kommt, dass japanische Aktien günstig bewertet sind. Der amerikanischen Bank Goldman Sachs zufolge liegt der Börsenwert von 55 Zusätzlich könnten neue Konjunkturspritzen die Aktienmärkte beflügeln. Prozent der japanischen Konzerne unter deren Buchwert – ein klassischer Indikator für eine Unterbewertung. Zusätzlich könnten neue Konjunkturprogramme die Aktienmärkte beflügeln. Die Analysten von Goldman Sachs gehen davon aus, dass die japanische Regierung schon Ende Juli ein Konjunkturpaket in Höhe von mehr als 2 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung verabschieden könnte.

Da wir in Japan eine fallende Währung und steigende Aktienkurse erwarten, sichern wir in unseren Portfolios das Wechselkursrisiko japanischer Aktien zunächst zur Hälfte ab. Dadurch steigen die Renditechancen, aber auch das Risiko in dieser Position. Denn die diversifizierende Wirkung der negativen Beziehung zwischen Aktienkursen und Yen wird außer Kraft gesetzt.

Wir schützen nur die Hälfte des japanischen Aktienbestandes vor Fremdwährungsrisiken, um flexibel zu bleiben. Sollte der Yen wider Erwarten noch weiter aufwerten, profitieren wir mit der ungesicherten Hälfte noch von dieser Entwicklung und können zu einem späteren Zeitpunkt den Rest der Position absichern.

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