Aktienfonds

Grundbaustein für fast jedes Portfolio

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LIQID Investments GmbH

Aktienfonds legen das Geld der Anleger in Aktien an. Sie eignen sich für fast alle Anleger, die ihre Renditechancen steigern möchten. Je mehr Risiko sie eingehen wollen und können, desto höher kann der Anteil an Aktienfonds in einem Portfolio sein.

Das Angebot an Aktienfonds in Deutschland ist üppig. Laut dem Deutschen Fondsverband (BVI) sind fast 2.900 zum öffentlichen Vertrieb zugelassen. Sie verwalteten 2016 ein Vermögen von mehr als 325 Milliarden Euro. Grundsätzlich haben Anleger bei Aktienfonds die Wahl zwischen börsengehandelten Indexfonds, auch Aktien-ETF genannt, und aktiv gemanagten Fonds, bei denen Fondsmanager die Anlageentscheidungen treffen.

Die Anlageschwerpunkte und Strategien der einzelnen Fonds sind sehr unterschiedlich. International anlegende Aktienfonds, sogenannte Aktienfonds Welt oder Weltfonds, investieren das Kapital der Anleger in Aktien von Unternehmen rund um den Globus. Aktienfonds Europa konzentrieren sich auf Aktien aus den europäischen Ländern. Andere Regionenfonds kaufen beispielsweise nur Aktien aus Asien oder sind auf aufstrebende Schwellenländer fokussiert. Hinzu kommen Länderfonds, die nur in einem einzelnen Land, etwa in Deutschland, den USA oder Japan, anlegen.

Aktienfondsmanager verfolgen häufig eine festgelegte Strategie, nach der sie entscheiden, welche Aktien sie kaufen. Zu den verbreitetsten zählen der Value- und der Growth-Ansatz sowie Dividendenstrategien.

Chancen und Risiken von Aktienfonds

Aktienfonds sind riskanter als Rentenfonds und festverzinsliche Bankeinlagen wie Tagesgeld und Festgeld. Dafür boten sie in der Vergangenheit aber auch höhere Renditen. Trotz zahlreicher Marktcrashs stieg der Weltaktienmarkt seit 1970 um 7 Prozent pro Jahr (inklusive Dividenden nach Quellensteuern).

Wie ein Aktienfonds im Einzelnen abschneidet, hängt aber immer auch von seiner Anlagestrategie und bei aktiv gemanagten Fonds von der Qualität des Managers ab. Es gibt aktiv gemanagte Fonds, die selbst über lange Zeiträume von mehr als zehn Jahren sehr viel besser als der Marktdurchschnitt sind. Die meisten sind allerdings schlechter.

Aktienkurse schwanken zum Teil heftig. Und das gilt auch für den Wert von Fonds, die in Aktien investieren. An den internationalen Börsen kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Crashs. Der höchste Verlust am Weltaktienmarkt betrug in den vergangenen 47 Jahren fast 55 Prozent. Manche Länderaktienmärkte verloren zeitweise mehr als 60 Prozent ihres Kurswertes, etwa der deutsche Aktienindex Dax, der fast 68 Prozent einbüßte. Mittlerweile hat der Index seine Verluste allerdings wieder wettgemacht – so wie die meisten Aktienindizes in anderen Ländern.

Das illustriert ein wichtiges Merkmal von Aktienfonds: Je länger die Anlagedauer, desto geringer ist auch die Verlustwahrscheinlichkeit. Wer nach Ende des Zweiten Weltkrieges auf die Aktien des Dax setzte und sie 15 Jahre lang behielt, machte unter dem Strich immer einen Gewinn – unabhängig vom Zeitpunkt des Kaufs und Verkaufs. Allerdings fielen die Renditen unterschiedlich hoch aus. Grundsätzlich sollten Anleger nur Geld in Aktienfonds stecken, das sie langfristig investieren möchten, am besten mehr als zehn Jahre.

Es ist äußerst unwahrscheinlich, mit einem Aktienfonds einen Totalverlust zu erleiden. Denn dann müssten alle enthaltenen Unternehmen gleichzeitig pleitegehen. Auch vor einer Insolvenz von Fondsinitiatoren ist Fondskapital ohne Einschränkungen geschützt. Es ist sogenanntes Sondervermögen.

Global anlegende Aktienfonds als Basis

Wegen der breiten Streuung des Risikos über viele verschiedene Firmen, Länder und Branchen sind Aktienfonds Welt als Grundbaustein in einem gemischten Portfolio für alle Anleger erste Wahl. Mit Ausnahme von Aktienfonds Europa sind Regionen- und Länderfonds nicht als Basisanlage geeignet. Sie können aber in kleinen Mengen beigemischt werden.

Sogenannte Branchenfonds sind noch spezialisierter und damit riskanter. Sie investieren nur in Unternehmen einer einzelnen Branche. Sie sollten, wenn überhaupt, nur in geringen Dosen großen Depots beigemischt werden. Das gilt auch für viele Themenfonds, die in der Regel eine einzelne übergeordnete Anlageidee umsetzen. Beispiele für Themenfonds sind Neue-Energien-Fonds und Wasserfonds.

Aktienfonds sind eine flexible Geldanlage. Anleger können sie werktäglich kaufen und verkaufen. Zahlreiche aktiv gemanagte Fonds werden ähnlich wie ETF auch an der Börse gehandelt. Der Kauf über die Börse kann billiger sein als der Kauf über den Vermittler, lohnt sich aber oft erst ab einer Anlagesumme von 3.000 bis 5.000 Euro.

Banken empfehlen fast immer aktiv gemanagte Fonds. Denn für deren Vermittlung können sie hohe Provisionen kassieren. Günstige ETF stehen nicht auf den Empfehlungslisten, weil Banken an ihnen kaum etwas verdienen. Bei aktiv gemanagten Fonds ist das Risiko hoch, einen Rohrkrepierer empfohlen zu bekommen. Die meisten dieser Fonds entwickeln sich schlechter als der Marktdurchschnitt.

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