Anleger hoffen bei der Geldanlage auf eine Mischung von guten Erträgen und überschaubaren Risiken. Um zum Ziel zu gelangen, nutzen sie unterschiedliche Anlageformen und Strategien. Viele setzen mit Sparbuch und Festgeld auf die vermeintlich sichere Karte. Es gibt jedoch attraktivere Alternativen.

Es ist bequem und einfach, sein Geld auf das Sparbuch zu legen oder für einige Zeit in Festgelder zu investieren. Doch die Beliebtheit schrumpft: Zwar verfügen nach dem Anlegerbarometer von Union Investment zum ersten Quartal 2017 noch 73 Prozent der Deutschen über ein Sparbuch, aber nur elf Prozent sehen es als attraktiv an. Ähnlich sieht es beim Festgeld aus: Laut einer Erhebung der Bank of Scotland liegt der Zuspruch bei lediglich 14 Prozent. Dennoch scheuen sich viele davor, die Sicherheit von Sparbuch und Festgeld gegen ein aktives Engagement an den Kapitalmärkten einzutauschen. Was dabei aber aus dem Blick gerät, sind die langfristigen Erträge, die mit der einen oder der anderen Art der Geldanlage realisiert werden können.

Die Klassiker werfen nichts mehr ab

Dass das Sparbuch nicht lohnenswert ist, leuchtet den meisten ein. Im Glücksfall erhalten Sparer hier gerade einmal 0,1 Prozent Zinsen. Das sind auf einen Betrag von 10.000 Euro gerechnet 10 Euro pro Jahr. De facto macht es also keinen Sinn mehr, sein Vermögen auf das Sparbuch zu legen und durch Zinsen über die Jahre wachsen zu lassen. Im Gegensatz dazu kann man bei Festgeldern schon mit besseren Renditen rechnen. Spitzenreiter sind in einer aktuellen Listung im Produktfinder der Stiftung Warentest die Angebote einer französischen und einer britischen Online-Bank. Hier erhalten Anleger 1,2 Prozent Zinsen auf ihr Geld. Das ist mehr als zehn Mal so viel wie beim Sparbuch. Aber können diese Zahlen mit breit gestreuten Anlagen an den internationalen Märkten mithalten?

Beispiel Aktien: Festgeld klar geschlagen

Betrachtet man im Gegenzug die Wertentwicklung von zum Beispiel Aktien, werden die Zinsen auf das Festgeld schnell relativiert. Der renommierten Aktienindex MSCI World bildet den Aktienmarkt von 23 Industrieländern ab. Anleger, die bis 2015 in diesen Index investierten, konnten über 25 Jahre eine durchschnittliche Rendite von acht Prozent erwarten. Ein enormer Unterschied zum Klassiker Festgeld.
Auch wenn das Festgeld zweitweise als die bessere Wahl erschien, weil Aktien großen Schwankungen ausgesetzt sind:

Ich überlege
für
Jahre anzulegen.

Über längere Zeiträume waren die Erträge für Anleger mit Aktien schlussendlich höher. In einem breit aufgestellten Portfolio, in dem auch andere Regionen und Anlageklassen berücksichtigt werden, hätten diese Schwankungen abgedämpft werden können.

Mehrere Wege in den Markt

Anleger können die Kapitalmärkte nutzen, indem sie sich einfach selbst ein Depot zusammenstellen. Alternativ zu dieser zeitintensiven Variante können sie bei sogenannten Vermögensverwaltern ihr Geld entsprechend persönlicher Ziele und Bedürfnisse anlegen lassen. Für welche Variante sie sich auch entscheiden, eines gilt immer: Am Anfang sollte stets eine gut durchdachte Anlagestrategie stehen, die anschließend langfristig verfolgt wird. Ebenso wesentlich ist eine breite Streuung, sowohl auf Regionen als auch auf verschiedene Anlageklassen. Nicht nur Aktien spielen dabei eine Rolle, sondern auch Anlagen in Anleihen, Gold oder Rohstoffen. Auf diese Weise verbessern sich die Erfolgschancen erheblich.

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