Discountzertifikate

Stark bei schwachen Börsen, aber wenig transparent

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LIQID Investments GmbH

Discountzertifikate spielen ihre Stärken bei leicht steigenden, leicht fallenden oder stagnierenden Börsen aus. Mit diesen Wertpapieren kaufen Anleger indirekt eine Aktie, einen Index oder Rohstoffe mit Rabatt. Auf solche sogenannten Basiswerte beziehen sich Discountzertifikate.

Der Preis für ein Discountzertifikat liegt unter dem seines Basiswerts. Dieser Abschlag wird Discount genannt, daher der Name. Der Discount dient als Sicherheitspuffer. Im Gegenzug für das geringere Risiko sind die Gewinnchancen von Discountzertifikaten begrenzt. Die Laufzeit liegt meistens zwischen 18 Monaten und drei Jahren.

Renditechancen: Ein Discountzertifikat steigt ähnlich wie der Basiswert, allerdings nur bis zur vereinbarten Kursobergrenze, dem sogenannten Cap (auch Höchstbetrag genannt). Steigt der Basiswert über den Cap, haben Zertifikatkäufer nichts mehr davon.

Ein Rechenbeispiel: Der Basiswert ist eine Aktie, die 100 Euro kostet. Ein Discountzertifikat auf diese Aktie notiert bei 90 Euro, der Cap liegt bei 110 Euro. Der Discount beträgt also 10 Prozent. Fällt der Kurs der Aktie bis zum Ende der Laufzeit des Zertifikats beispielsweise um 7 Prozent auf 93 Euro, erzielen Anleger eine Rendite von immerhin 3,3 Prozent. Bei einer direkten Investition in die Aktie hätten sie dagegen einen Verlust von 7 Prozent gemacht.

Der Discount reduziert also das Risiko. Anderseits: Wegen des Caps ist die Rendite auf maximal 22,2 Prozent begrenzt. Denn an Kursgewinnen, die am Laufzeitende über dem Cap liegen, partizipieren Anleger nicht. Grundsätzlich gilt: Solange der Kurs des Basiswertes nicht über den Cap steigt, können Discountzertifikate eine höhere Rendite als der Basiswert erzielen.

Je größer die Schwankungen der Basiswerte sind, desto billiger werden Discountzertifikate. Beruhigt sich die Lage, steigt ihr Preis wieder. Dann lohnt sich der Einstieg nicht. Auch wenn Anleger stärker steigende Kurse erwarten, sollten sie den Basiswert direkt kaufen, weil die Gewinne dann nicht begrenzt sind.

Steigt der Basiswert bis zum Laufzeitende des Zertifikates auf oder über den Cap, wird der Maximalertrag ausgezahlt. Bleibt der Kurs des Basiswertes dagegen unter dem Cap, erhalten die Zertifikat-Inhaber in der Regel den Basiswert.

Sicherheit: Solange die Kursverluste des Basiswerts kleiner sind als der Erst wenn der Discount aufgezehrt ist, verlieren Anleger Geld. Discount, liegen Investoren im Plus. Erst wenn der Discount aufgezehrt ist, verlieren sie Geld. Dann fällt das Zertifikat so wie der Basiswert. Schlimmstenfalls könnte es wertlos werden. Hinzu kommt: Discountzertifikate sind Inhaberschuldverschreibungen. Auch bei einer Pleite des Herausgebers ist ein Totalverlust möglich.

Discountzertifikate können zu den Handelszeiten an Börsen ge- und verkauft werden. Anleger sollten Discountzertifikate entsprechend ihrer Risikoneigung auswählen. Als Faustregel gilt: Je höher der Discount, desto niedriger das Risiko. Und je niedriger das Risiko, desto geringer die Renditechancen. Eine andere Orientierungshilfe ist der Cap: Liegt er über dem aktuellen Kurs des Basiswerts, sind die Risiken größer, die Chancen aber auch. Liegt er unter dem aktuellen Kurs des Basiswerts, ist das Papier relativ sicher. Zertifikate, bei denen dieser Abstand schon bei der Ausgabe besonders groß ist, nennen sich Deep-Discountzertifikate. Wegen ihres besonders großen Risikopuffers sind ihre Renditen entsprechend gering.

Grundsätzlich müssen Privatanleger beim Kauf von Zertifikaten immer damit rechnen, vom jeweiligen Anbieter über den Tisch gezogen zu werden. Denn der Preis, den der Herausgeber stellt, enthält unter anderem eine Gewinnmarge, deren Umfang von außen nicht erkennbar ist. Um den sichtbar zu machen, müssten Anleger den vom Anbieter gestellten Preis mit dem sogenannten Fair Value vergleichen. Das ist der mathematische Preis, den ein Zertifikat zu einem bestimmten Zeitpunkt wert ist. Der Fair Value wird von den Emittenten jedoch unter Verschluss gehalten. Und selbst versierte Privatanleger können ihn nicht selbstständig berechnen. Insofern hat der Kauf von Discountzertifikaten immer einen unangenehmen Beigeschmack, weil nicht klar ist, ob der Anbieter gerade 0,5 oder 5 Prozent Gewinnmarge eingesteckt hat.

Dieses Problem lässt sich umgehen, wenn Anleger ein Zertifikat nicht bis zum Verfallsdatum halten, sondern vorher wieder an den Emittenten verkaufen. In solchen Fällen kommt es darauf an, einen Anbieter zu wählen, der dauerhaft enge Spannen zwischen An- und Verkaufspreis stellt.

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