Mischfonds gelten als Alleskönner und sind derzeit schwer in Mode. Doch in Wahrheit haben sie einige Haken. Für Anleger gibt es bessere Möglichkeiten, ihr Geld breit gestreut anzulegen: zum Beispiel bei digitalen Vermögensverwaltern.

Die jüngste Statistik des Fondsverbandes BVI liest sich eindrucksvoll: 10,5 Milliarden Euro haben Anleger in Deutschland allein in den ersten drei Monaten 2017 in Mischfonds investiert. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum verzeichneten Aktienfonds lediglich Zuflüsse von 2,6 Milliarden Euro, Rentenfonds brachten es auf 2,9 Milliarden Euro. Insgesamt beliefen sich die Anlagen der Bundesbürger in die noch relativ junge Anlageklasse Mischfonds Ende März auf 244,3 Milliarden Euro. Damit haben Mischfonds (auch Multi Asset Fonds genannt) Rentenfonds, die es laut Fondsstatistik Ende März auf 197,2 Milliarden Euro brachten, bereits deutlich überflügelt. Aktienfonds haben mit Anlagen von insgesamt 363 Milliarden Euro zwar noch die Nase vorn, doch wenn sich der Zufluss in Mischfonds im gleichen Tempo wie derzeit fortsetzt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch an ihnen die Mischfonds vorbeiziehen.

Erfolgsrezept: Diversifizierung

Was macht die Mischfonds so attraktiv? Mischfonds setzen nicht alles auf eine Karte, sondern investieren in verschiedene Anlageklassen, also beispielsweise in Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Gold. Ziel ist es, die Anlagen und damit auch das Risiko breit zu streuen. Denn häufig entwickeln sich einzelne Anlageklassen gegensätzlich zueinander: Wenn beispielsweise die Aktienkurse in Krisenzeiten fallen, reagieren die Zentralbanken oftmals darauf mit Zinssenkungen. Das wiederum lässt die Kurse von Anleihen, die sich bereits im Fonds befinden, steigen. Während es nämlich für neue Anleihen nun niedrigere Zinsen gibt, bleiben die Zinsen für die älteren Anleihen unverändert – wodurch sie im Vergleich zu den neuen Anleihen attraktiver werden. Der Kursanstieg der Anleihen im Fonds wiederum kann die fallenden Aktienkurse ganz oder teilweise ausgleichen.

Auch der Goldpreis steigt in Krisenzeiten häufig. Im Gegensatz dazu zieht der Ölpreis tendenziell in konjunkturell starken Zeiten an. Die Kombination dieser beiden Anlageformen sorgt damit ebenfalls für einen gewissen Risikoausgleich in den Mischfonds.

Risiken minimieren, Chancen nutzen

Die Fondsmanager von Mischfonds haben zudem viele Möglichkeiten, die Risiken zu minimieren und Chancen zu nutzen. Je nach Konstruktion des Fonds können sie zum Beispiel die Aktienquote beliebig verändern. Wenn sie starke Kurssteigerungen erwarten, können sie die Aktienquote theoretisch bis auf 100 Prozent hochfahren; rechnen sie dagegen mit fallenden Aktienkursen, haben sie die Option, sich komplett von allen Aktien zu trennen. Nicht alle Mischfonds lassen dem Fondsmanager allerdings so viel Spielraum. Manche haben einen bestimmten Korridor, in dem sie sich bewegen dürfen: Zum Beispiel ist bei bestimmten Mischfonds festgelegt, dass der der Aktienanteil zwischen 20 und 40 Prozent und der Anleihenanteil zwischen 60 und 80 Prozent variieren darf.

Die Spielräume der Fondsmanager sind bei Mischfonds also unterschiedlich. Grundsätzlich aber gilt: Mit einer geschickten Verteilung des Fondsvermögens auf verschiedene Anlageklassen und Umschichtungen zur richtigen Zeit kann ein guter Fondsmanager für eine stabile Wertentwicklung eines Mischfonds sorgen.

Das lässt Mischfonds in den Augen vieler Anleger attraktiv erscheinen. Sie halten sie für sichere Investments, die in allen Zeiten gegen Krisen gewappnet sind. Doch allzu sorglos sollten Anleger nicht in Mischfonds investieren. Denn der Erfolg dieser Fonds hängt, noch stärker als bei reinen Aktien- oder Rentenfonds, vom Geschick der Fondsmanager ab. Denn die müssen nicht nur in jeder Marktsituation die passende Gewichtung der einzelnen Anlageklassen finden, sie müssen auch innerhalb der Anlageklassen eine gute Auswahl treffen – also beispielsweise bestimmte Aktien auswählen, die bessere Perspektiven haben als andere. Manche Mischfonds werden deshalb von ganzen Teams gemanagt. Einige werden aber auch von einem einzelnen Fondsmanager verwaltet. Diese von nur einer einer einzigen Person gemanagten Mischfonds investieren oft nicht direkt in Aktien oder Anleihen, sondern in eine eingeschränkte Auswahl an Indexfonds (ETF). Das muss für die Anleger nicht zwingend ein Nachteil sein. Eine Chance auf Überrendite innerhalb der Anlageklassen ist für die Anleger dadurch aber ausgeschlossen. Der Fondsmanager kann allerdings versuchen, durch eine geschickte Gewichtung der Anlageklassen eine gute Performance zu erzielen. Bei manchen Mischfonds trifft aber tatsächlich ein einzelner Fondsmanager die Entscheidung darüber, in welche Aktien und Anleihen rund um den Globus investiert wird. Da diese Fondsmanager gar nicht das Fachwissen für alle Märkte haben können, ist es kein Wunder, dass die Performance ihrer Fonds oftmals nicht den Erwartungen der Anleger entspricht.

Unterschiedliche Mischfonds-Strategien

Es gibt allerdings auch Mischfonds, die eine Lösung dieses Problems versprechen und die jeweilige Gewichtung der Anlageklassen nicht einem Fondsmanager überlassen, sondern dem Computer. Der Walser Portfolio German Select zum Beispiel investiert stets zu Jahresbeginn eine Hälfte des Anlagekapitals in die 30 Aktien des Deutschen Aktienindex (DAX), die andere Hälfte in deutsche Bundesanleihen. Im Jahresverlauf schichtet er dann mithilfe eines finanzmathematischen Modells sukzessive in die Anlageklasse um, die besser läuft. Am Jahresende soll der Anleger dann in der erfolgreicheren Anlageklasse investiert sein und auf diese Weise die bessere Rendite einstreichen. Geht es zum Beispiel in einem Jahr am Aktienmarkt kräftig bergab, wie das 2008 der Fall war, können zum Jahresende bei diesem Fonds bis zu 100 Prozent des Kapitals in Bundesanleihen investiert sein. In einem guten Aktienjahr wie 2012 besteht das Portfolio des Fonds zum Jahresende dagegen fast vollständig aus den 30 DAX-Werten.

Doch nicht immer ist der Trend an den Aktien- und Anleihenmärkten so eindeutig, wie in den Jahren 2008 und 2012. Geht es mit den Kursen hin und her, helfen auch die Computermodelle solcher Fonds nicht und die Renditen für den Anleger fallen mager oder sogar negativ aus.

Minuspunkt: Horrende Kosten

Mischfonds haben also ihre Tücken. Und es gibt einen weiteren dicken Minuspunkt, der gegen sie spricht: Die Kosten sind in der Regel sehr hoch und das drückt unmittelbar auf die Rendite. So fallen beim Kauf der Fonds über die Fondsgesellschaft oft Ausgabeaufschläge an. Diese betragen in der Regel 2,5 bis fünf Prozent der kompletten Anlagesumme. Wer also zum Beispiel 100.000 Euro in Mischfonds investiert, zahlt sofort 2.500 bis 5.000 Euro Gebühren, bevor er auch nur einen einzigen Cent Ertrag damit erzielt hat. Bei einer Inflationsrate von 2,0 Prozent und einer angenommenen jährlichen Fondsrendite von 4,0 Prozent dauert es bei fünf Prozent Ausgabeaufschlag zweieinhalb Jahre, bis der Anleger einen Ausgabeaufschlag von fünf Prozent wieder drin hat.

Doch die Ausgabeaufschläge sind noch längst nicht alle Kosten, die dem Anleger bei Mischfonds entstehen. Der wegen seiner guten Performance in der Vergangenheit bei vielen Anlegern äußerst beliebte Mischfonds Carmignac Patrimoine A zum Beispiel kostet die Anleger neben einem Ausgabeaufschlag von 4,0 Prozent jedes Jahr 1,79 Prozent an Gebühren. Darin enthalten sind die Kosten für den Fondsmanager, die Verwaltung, Prüfungskosten und Servicegebühren. Nicht enthalten sind allerdings Transaktionskosten, die durch Umschichtungen innerhalb des Fonds anfallen. Diese kommen für den Anleger noch obendrauf – beziehungsweise werden gemeinsam mit den anderen Gebühren laufend, und damit unmerklich für den Anleger, dem Fondsvermögen entnommen.

Darüber hinaus fallen bei diesem Fonds noch Erfolgsgebühren (Performance Fee) an, wenn er besonders gute Ergebnisse liefert. Ein zweifelhafter Trost für Anleger: In den letzten Jahren verlief die Performance des Carmignac-Fonds eher enttäuschend. Eine Erfolgsgebühr fielen deshalb keine an. Grundsätzlich aber steht Carmignac mit Erfolgsgebühren nicht alleine da. Auch andere bekannte Mischfonds von Ethna oder Flossbach von Storch nehmen im Erfolgsfall eine Performance Fee.

Besonders kräftig bei den Gebühren langt auch der zuvor erwähnte Fonds Walser Portfolio German Select bei den Anlegern hin. Er nimmt zwar keine Erfolgsgebühr, der Ausgabeaufschlag beträgt aber satte 5,0 Prozent und die jährlichen Gebühren liegen bei stolzen 1,83 Prozent – und das, obwohl ein Großteil der Arbeit bei diesem Produkt nicht von einem Fondsmanager, sondern vom Computer erledigt wird.

Die grundsätzliche Idee, die hinter Mischfonds steckt, durch eine breite Streuung der Anlagen die Risiken zu minimieren, ist dabei sicher vernünftig. Doch ähnliche und möglicherweise bessere Konzepte, die in die gleiche Richtung gehen, bieten auch digitale Vermögensverwalter. Zudem kommt der Kunde hier meist bei den Kosten deutlich günstiger weg als bei Mischfonds – was sich unmittelbar positiv auf die Rendite auswirkt.

Vermögensverwalter als Alternative

Beim Anbieter LIQID, der sich an Anleger wendet, die mindestens 100.000 Euro investieren möchten, entscheidet nicht ein Fondsmanager, sondern der Anleger selbst, wie hoch der Anteil an risikoreicheren Anlagen wie Aktien in seinem Portfolio sein soll: Er kann seine Risikoklasse selbst bestimmen – und diese natürlich jederzeit wieder ändern. Im Rahmen eines Anlagetests kann er sich aber auch eine Empfehlung geben lassen, welche Risikoklasse zu ihm passt. Um sein Vermögen kümmert sich dann nicht wie bei Mischfonds nur ein einziger Fondsmanager, sondern ein ganzes Expertenteam. Dieses verteilt das Geld des Kunden dann unter Berücksichtigung seiner individuellen Risikoklasse breit diversifiziert auf verschiedene Anlageklassen. Allein in der Anlageklasse Aktien wird es auf Hunderte von Firmen, Branchen und Länder aufgeteilt.

Im Anlagestil LIQID Global wird das Vermögen der Kunden in fünf Anlageklassen investiert: in Aktien, Anleihen, Gold, Rohstoffe und den Geldmarkt. Das Geld fließt bei LIQID Global nicht in gemanagte Aktienfonds, sondern in Indexfonds (ETF), die einen Marktdurchschnitt abbilden und deshalb keine Fondsmanager benötigen. Aus diesem Grund sind ETF deutlich kostengünstiger als aktive Fonds. In der Regel liegen die jährlichen Kosten hier zwischen 0,1 und 0,5 Prozent. Aus Tausenden ETF wählt das LIQID-Investment-Team diejenigen aus, die es für die sinnvollsten erachtet. Genügen sie den Ansprüchen nicht mehr, werden sie wieder ausgetauscht.

Im Anlagestil LIQID Select werden die Kundenanlagen sogar auf sechs verschiedene Anlageklassen verteilt: Aktien, Anleihen, Gold, Rohstoffe, Hedgefonds und den Geldmarkt. In effizienten Märkten setzt auch LIQID Select auf ETF, in weniger effizienten Märkten werden die besten aktiven Fonds ausgewählt. LIQID setzt hier grundsätzlich nur auf Fonds, bei denen die Gebühren vertretbar sind. In vielen Fällen bekommen LIQID-Kunden Zugang zu Fondstranchen, die normalerweise institutionellen Investoren vorbehalten sind und deshalb deutlich niedriger sind als die normalen Publikumstranchen.

Gute Gründe also, darüber nachzudenken, ob es wirklich ein Mischfonds (oder eine Kombination aus verschiedenen Mischfonds) sein soll, oder ob nicht doch ein digitaler Vermögensverwalter wie LIQID die bessere Lösung für Anleger ist, die ihr Geld breit diversifizieren möchten.

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