Knapp die Hälfte aller deutschen Anleger setzen bei der Geldanlage noch immer auf das Tagesgeld. Bis vor einigen Jahren konnten sie bei dieser Anlageform auch noch mit Erträgen rechnen. Doch heute bringt Tagesgeld kaum mehr etwas ein. Auf diese Weise angelegte Vermögen verlieren langsam aber sicher an Wert.

Auf dem Rasen läuft es für Deutschland seit einigen Jahren ziemlich gut. Die hervorragende Performance der Nationalelf konnte 2014 dann auch mit dem lang ersehnten Weltmeistertitel gekrönt werden. Auch in Sachen Sparen macht man den Deutschen nicht so leicht etwas vor: Hier sind sie einsame Spitze. Und trotzdem lassen sich Anleger hierzulande jedes Jahr mehrere Milliarden Euro an möglichem Wertzuwachs entgehen. Woran liegt das? Deutsche Privatanleger setzen auf Anlageformen, die ihr Vermögen langfristig nach Inflation und Kosten kaum wachsen lassen. Denn mit Tagesgeld und anderen populären Anlageformen wie dem Festgeld kommt man in Sachen Vermögensbildung heute auf keinen grünen Zweig mehr. Von 2012 bis 2016 haben Sparer mit diesen Anlageformen, also ohne Aktien, Anleihen oder ähnliche Anlageklassen, eine Negativrendite von -0,4 Prozent eingefahren. Das Festhalten an diesen Anlageformen wirkt sich deutlich negativ auf die Vermögensentwicklung aus. Besonders im Vergleich zu anderen Ländern wird das offensichtlich: Gerade einmal 2,3 Prozent an Wertzuwachs konnten deutsche Anleger zwischen 2012 und 2016 verzeichnen. Zum Vergleich: In Frankreich lag der Wertzuwachs bei immerhin 3,6 Prozent, in Spanien sogar bei 4,0 Prozent. Damit ist Deutschland unter den 20 reichsten Ländern beim Pro-Kopf-Geldvermögen lediglich auf Platz 18. Im Zeitverlauf führt dies zu dramatischen Ergebnissen.

Tagesgeld-Zinsen und die Inflation

Ein Beispiel: Angenommen ein Anleger erhält bei seiner Hausbank auf sein Tagesgeldkonto in Höhe von 10.000 Euro 1,0 Prozent Zinsen (was aktuell schon ein überdurchschnittlich hoher Zinssatz ist).

Nach 10 Jahren beträgt sein Vermögen rund 11.000 Euro. Geht man allerdings von einer Inflationsrate von 1,5 Prozent während der gesamten Anlagedauer aus (was dem Stand der Inflation in Deutschland im Mai 2017 entspricht), verfügt der Anleger am Ende des Anlagezeitraums über eine Kaufkraft von lediglich knapp 9.500 Euro – das entspricht einem realen Verlust von fünf Prozent. Obwohl also auf dem Papier Gewinne zu Buche stehen, hat die Inflation den Wertzuwachs zunichtegemacht und das Vermögen sogar noch schrumpfen lassen.

Die Lösung: Langfristiges Engagement an den Kapitalmärkten

Mit diesen bescheidenen Wertzuwächsen kann Deutschland also keinen Pokal erwarten. Und mit unklugen Anlageentscheidungen setzt es langfristig den Erhalt seines Vermögens aufs Spiel. Ein Ausweg aus der Misere wäre ein Engagement an den internationalen Kapitalmärkten – denn dort sind trotz zwischenzeitlicher Schwankungen langfristig höhere Erträge möglich. Denn legt der Sparer sein Geld an Kapitalmarkt an und erzielt eine angenommene jährliche Rendite von fünf Prozent, summiert sich sein Vermögen nach zehn Jahren auf knapp 16.300 Euro, sofern er die Erträge jeweils sofort wieder anlegt. Damit erzielt er auch unter Berücksichtigung des Kaufkraftverlusts eine deutlich positive Rendite.

Die Hürden sind hierbei nicht besonders hoch. Anleger können mit einigermaßen gutem Finanzwissen bei jeder Bank leicht ein Depot eröffnen oder sich alternativ von Experten beraten lassen. Das geht mit Honorarberatern oder bei Dienstleistern wie Vermögensverwaltungen. Egal, wofür sie sich entscheiden, das Wichtigste bei der Bekämpfung des schleichenden Wertverfalls ist eine durchdachte Anlagestrategie mit langfristiger Perspektive.

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