Schauspieler Nicolas Cage gehörte noch bis vor ein paar Jahren zu den ganz großen Nummern in Hollywood. Bis zu 30 Millionen Dollar kassierte der heute 53-jährige pro Film. Zu seinen besten Zeiten wurde sein Vermögen auf 140 Millionen Dollar geschätzt.

Doch sein Finanzberater – so stellt Cage es zumindest selbst dar – verleitete ihn zu riskanten Immobiliengeschäften auf Pump, die zu katastrophalen Verlusten führten. Dann kam auch noch die amerikanische Steuerbehörde und verlangte eine Nachzahlung von 13 Millionen Dollar. Um seine Schulden begleichen zu können, musste sich der Schauspieler von zahlreichen Luxus-Gütern trennen: Dazu zählten mehrere Schlösser in Europa, unter ihnen Schloss Neidstein in der Oberpfalz. Verkaufen musste Cage außerdem Villen in Los Angeles und New Orleans sowie vier Jachten und einen Privatjet.

Seitdem bäckt Cage deutlich kleinere Brötchen. Mit seiner Familie zog er in eine günstige Mietwohnung in Las Vegas. Statt in teuren Sterne-Restaurants zu speisen, suchte der Schauspieler nun notgedrungen regelmäßig Imbissbuden auf. Noch schlimmer als Cage erging es Kate Jackson, Ex-Star der Serie „3 Engel für Charlie“. Ihr Haus in Santa Monica hatte sie zu einem völlig überhöhten Preis ausgerechnet von der Person erworben, der sie ihre Finanzen anvertraut hatte. Obwohl sie sich das Haus eigentlich nicht habe leisten können, habe der Berater ihre Sparkonten geplündert, um es zu finanzieren, beklagte sie später. Hinzu kamen bei Jackson drei teure Scheidungen, zwei Brustkrebs-Behandlungen und der jahrelange Kampf gegen Tablettensucht. Vor ein paar Jahren erklärte die Schauspielerin öffentlich, sie sei komplett ruiniert.

Altbekanntes Schema

Die Fälle der beiden Hollywood-Schauspieler Nicolas Cage und Kate Jackson sind zwar besonders drastisch, doch sie folgen Viele Promis werden verschwendungssüchtig, vertrauen das Geld in ihrer Naivität irgendwelchen dubiosen Beratern an oder verzocken es eigenhändig an der Börse, in Spielkasinos oder in Wettbüros. einem bekannten Schema. Denn sehr häufig kommt es vor, dass Prominente, die in kurzer Zeit zu viel Geld kommen, mit dieser Situation nicht umgehen können. Viele werden verschwendungssüchtig, vertrauen das Geld in ihrer Naivität irgendwelchen dubiosen Beratern an oder verzocken es eigenhändig an der Börse, in Spielkasinos oder in Wettbüros.
Betroffen sind vor allem Schauspieler, Pop- und Schlagerstars und Fußballspieler – Menschen also, die häufig aus einfachen Verhältnissen stammen und über Nacht reich geworden sind. Plötzlich sind sie umgeben von neuen Freunden, die in Wahrheit nur an ihrem Geld interessiert sind. Viele Promis sind mit der Situation völlig überfordert.

Die Folge sind Kardinalfehler bei der Geldanlage, die immer wieder zu beobachten sind: Die Promis beschäftigen sich viel zu wenig mit ihren Finanzen – Häufig entscheiden sie sich dann spontan und unüberlegt für irgendwelche Produkte oder Beteiligungen, deren Namen sexy klingen, aber die sich schnell als Geldvernichtungsmaschinen erweisen. sei es, weil es sie schlicht nicht interessiert, oder weil sie denken, dass sie es sich angesichts der riesigen Summen, die ihnen auf einmal gehören, leisten können, ihr Geld zum Fenster heraus zu werfen. Häufig entscheiden sie sich dann spontan und unüberlegt für irgendwelche Produkte oder Beteiligungen, deren Namen sexy klingen, aber die sich schnell als Geldvernichtungsmaschinen erweisen. Andere wiederum packt die Gier – und das verleitet sie zu waghalsigen Investments, mit denen sie dann meist Schiffbruch erleiden.

Die windigen Berater haben leichtes Spiel. Haben sie erst einmal einen Prominenten an der Angel, kann daraus schnell eine ganze Reihe werden. Denn die bei dem Thema oft ahnungslosen und naiven Promis empfehlen ihren Finanzexperten häufig auch noch arglos an ihre – in Geldangelegenheiten meist ebenso unbedarften – Freunde und Kollegen weiter. Das läuft dann nach dem Motto: „Leute, ich habe da jemanden kennengelernt, der sich total mit Geldsachen auskennt. Der hat mir ein paar Immobilien vermittelt, durch die ich einen Haufen Steuern spare.“

Manche verlieren dabei alles – so wie die Schauspielerin Ingrid Steeger, die einst mit der TV-Serie „Klimbim“ große Erfolge feierte. Vor einigen Jahren musste sie Hartz IV beantragen. Sie sei „einfach naiv“ gewesen, bekannte Steeger, als es schon zu spät war. „Ich konnte nie mit Geld umgehen.“ Ähnlich erging es Schlagerstar Matthias Reim, der 1990 mit dem Hit „Verdammt, ich lieb’ dich“ einen Riesenerfolg gefeiert und einen dicken Batzen Geld verdient hatte. Dennoch musste er später Privatinsolvenz anmelden. Freimütig bekannte er: „Ich wusste damals nicht mal, was ich verdiene.“ Privatinsolvenz anmelden musste vor gut zwei Jahren auch der Sänger Roberto Blanco. Das gesamte Vermögen, das der 79-Jährige in seinem jahrzehntelangen Künstlerleben verdient hat, war weg – es war verpufft in unseriösen Investments.

Schwer getroffen, aber wieder in der Bahn

Andere, die es schwer getroffen hat, bekommen irgendwann wieder die Kurve. So wie Reims und Blancos Schlagersänger-Kollege Jürgen Drews. Der 71-Jährige hat in der Vergangenheit mit Immobilienfonds viel Geld verloren. Jetzt agiert er bei der Lorant ging Pleite. Als letzter Ausweg aus dem finanziellen Desaster blieb für ihn am Ende nur die Teilnahme an einer TV-Reality-Show. Ein Schicksal, das Lorant mit manch anderem Promi teilt. Geldanlage nur noch ultra-vorsichtig und legt praktisch sein ganzes Geld aufs Sparbuch und auf Termingeldkonten.

Pleite ging auch der Fußballtrainer Werner Lorant, dem mit 1860 München in den 90er Jahren der Durchmarsch von der Bayernliga in die Bundesliga gelang und der um ein Haar die Champions League erreicht hätte. Das Geld, das er dabei verdiente, verlor er mit völlig überteuerten Ostimmobilien, die ihm nach der Wende als angebliche Steuersparmodelle angedreht wurden. Lorant ging Pleite. Als letzter Ausweg aus dem finanziellen Desaster blieb für ihn am Ende nur die Teilnahme an der RTL-Reality-Soap "Die Alm".

Ein Schicksal, das Lorant mit manch anderem Promi teilt – auch aus der Fußball-Branche: Zum Beispiel mit Eike Immel. Der frühere Bundesliga-Torwart, der 1992 deutscher Meister wurde und auch in der Nationalmannschaft spielte, ging sogar gleich zweimal Pleite. Er setzte auf zweifelhafte Steuersparmodelle und hatte eine Vorliebe für extravagante Autos und anspruchsvolle Frauen. Hinzu kam noch eine ausgeprägte Wettleidenschaft. All das brachte ihn finanziell an den Rand des Abgrunds. Schulden in sechsstelliger Höhe zwangen ihn 2008 schließlich dazu, Privatinsolvenz anzumelden. Daraufhin ging er ins Dschungelcamp, was ihm 70.000 Euro einbrachte. Den Großteil davon kassierte allerdings später der Insolvenzverwalter.
2015 ging Immel ein zweites Mal Pleite, nachdem er zahlreiche Rechnungen nicht begleichen konnte. Immel hatte keinen festen Wohnsitz mehr, er kam bei verschiedenen Bekannten unter und beantragte schließlich Hartz IV.

Auch der ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig Ailton, einst als „Kugelblitz“ bewundert, musste ins Dschungelcamp gehen, um seine Schulden loszuwerden. Der Brasilianer hatte es trotz seines Millionengehalts einfach nicht geschafft, sich während seiner Karriere etwas für später zurückzulegen. Er gab das Geld mit beiden Händen aus – bis er pleite war. Wenig Glück außerhalb des Fußballplatzes hatte auch Ailtons Landsmann Giovanni Elber, langjähriger Stürmer bei Bayern München. Elber versuchte sich nach seiner aktiven Zeit erfolglos in der Gastronomie. Seine Dinnershow „Do Brazil“ ging 2009 weniger als ein Jahr nach dem Start pleite. Der bislang größte Fang unter den Fußballstars gelang den Machern des Dschungelcamps für die jüngste Staffel der Fernsehsendung: Mit einem Honorar von angeblich 100.000 Euro lockten sie den Weltmeister von 1990 Thomas "Icke" Häßler in die fragwürdige Reality Show. Dem ehemaligen Dribbelkünstler war außerhalb des Platzes nicht mehr viel gelungen. Zudem soll ihn seine Scheidung Millionen gekostet und in finanzielle Nöte gebracht haben. ##Gegenbeispiel: Philipp Lahm Es gibt allerdings auch clevere Fußballer, die ein Händchen für gute Investments haben. Zu diesen zählt zweifellos Weltmeister Dem Magazin Business Insider erklärte Lahm, er beschäftige sich regelmäßig mit den Themen seiner Unternehmen, tausche sich mit den Geschäftsführern, dem Vertrieb und Marketing aus, um Entscheidungen mit beeinflussen und mittragen zu können. und Bayern-München-Kapitän Philipp Lahm. Vor wenigen Tagen lehnte er einen der lukrativsten Posten ab, den die Branche in Deutschland für Spieler nach ihrer aktiven Karriere überhaupt zu bieten hat: den Job des Sportdirektors beim FC Bayern. Lahm konnte sich das leisten. Denn er hat bestens für seine Zukunft vorgesorgt: Der 33-Jährige ist bei einer Reihe von Unternehmen als Gesellschafter investiert. Unter anderem beim Müsli-Hersteller Schneekoppe, beim Sportler-Produktehersteller Sixtus und bei Danova, einem Anbieter für betriebliche Altersvorsorge, an dem er 40 Prozent der Anteile hält. Und Lahm ist nicht nur stiller Teilhaber. Dem Magazin Business Insider erklärte Lahm, er beschäftige sich regelmäßig mit den Themen seiner Unternehmen und tausche sich mit den Geschäftsführern, dem Vertrieb und Marketing aus, um Entscheidungen mit beeinflussen und mittragen zu können. Von dieser Einstellung können sich auch so manche professionelle Investoren eine Scheibe abschneiden.

Das könnte Sie auch interessieren

Unser kostenloser Newsletter.

Wenn Sie mehr über das Thema Geldanlage und LIQID erfahren möchten, melden Sie sich hier für unseren monatlichen Newsletter an.

Sie können diese kostenlosen Informationen jederzeit abbestellen und der Verwendung Ihrer Daten für Werbezwecke widersprechen.