So wie Ärzte sich um das gesundheitliche Wohl ihrer Patienten kümmern, übernehmen Finanzplaner Verantwortung für das finanzielle Wohl ihrer Kunden. Sie verfolgen dabei, analog zum Hausarzt, einen ganzheitlichen Ansatz.

Im Unterschied zu Vermögensverwaltern bieten Certified Financial Planner™ eine individuelle, ganzheitliche Finanzplanung, die möglichst alle finanziellen Aspekte einbezieht, die ihre Kunden betreffen. Neben der Geld- und Vermögensanlage berät der Certified Financial Planner™ zu Themen wie Finanzierung, Versicherungen, Altersvorsorge und gegebenenfalls auch Unternehmensnachfolge. Er berücksichtigt dabei auch steuerliche und rechtliche Aspekte, sowie unter Umständen auch Regelungen für die Weitergabe von Vermögen über Generationen hinweg. In enger Absprache mit den verantwortlichen Steuerberatern und Rechtsanwälten optimiert er die finanziellen Auswirkungen von Testamenten, Eheverträgen und Schenkungen. Bei sehr umfangreichen Vermögen begleitet er auch die Gründung von Stiftungen.

Certified Financial Planner™ haben ein international anerkanntes Zertifikat verliehen bekommen. In Deutschland darf lediglich die Organisation Financial Planning Standards Board Deutschland dieses Zertifikat vergeben. Weltweit besitzen mehr als 150.000 Finanzplaner dieses Zertifikat, viele davon in den USA. In Deutschland zählen auch schon über 1.500 Experten dazu.
Er erhält für seine Beratung keine Provisionen von Banken, Versicherungen oder anderen Produktanbietern, sondern wird für diese Dienstleistung von seinen Kunden bezahlt.
Ähnlich wie ein Vermögensverwalter ist der Certified Financial Planner™ unabhängig und nur seinen Kunden verpflichtet. Er erhält für seine Beratung keine Provisionen von Banken, Versicherungen oder anderen Produktanbietern, sondern wird für diese Dienstleistung von seinen Kunden bezahlt – in der Regel in Form eines Honorars, das er mit ihm vereinbart.
“Finanzplanung erfordert Systematik, eine genaue Analyse und die Untersuchung der Lebens- und Vermögensverhältnisse des Kunden”, sagt der zertifizierte Finanzplaner Markus Wagenblaß. Er ist Geschäftsführer der alpha FiVe GmbH in Wiesloch.

“Dabei übernimmt der Certified Financial Planner™ beispielhaft die Rolle eines Arztes.” Was Wagenblaß meint: Wie bei einer Anamnese müssten alle Faktoren im Erstgespräch mit dem Kunden aufgenommen werden, die für die weitere Planung wichtig sind. Denn das Erstgespräch diene der Erfassung aller quantitativen und qualitativen Daten sowie der Ermittlung der persönlichen und finanziellen Ziele, Bedürfnisse und Prioritäten des Kunden. Im Vordergrund stehe dabei die Erstellung eines individuellen Risikoprofils des Anlegers.

Im nächsten Schritt, so Wagenblaß, müsse der Finanzplaner alle Informationen analysieren und die Umsetzbarkeit prüfen. Darauf aufbauend folge die Erstellung eines individuellen Finanzplans, der den Ist-Zustand und die Zukunftsperspektiven aufzeigt. Oft würden hier auch unterschiedliche Szenarien über zukünftige Entwicklungen durchgespielt.

Ich überlege
für
Jahre anzulegen.

Erst wenn dies geschehen ist, kann der Certified Financial Planner™ Wagenblaß zufolge gemeinsam mit dem Kunden konkrete Strategien zur Finanzplanung festlegen, Empfehlungen entwickeln und gegebenenfalls durch Umschichtungen die Vermögensstruktur optimieren. “Eine sinnvolle, strategische Vermögensplanung muss alle finanziellen Bereiche erfassen und hat das Ziel, alle Teilbereiche ganzheitlich zu einem großen Ganzen zusammenzusetzen”, erläutert Wagenblaß.

Daraufhin stellt der Finanzplaner dem Kunden seine Empfehlungen vor und bespricht mit ihm, wie sie konkret umgesetzt werden sollen. Abschließend wird festgelegt, in welchen regelmäßigen Abständen die getroffenen Entscheidungen überprüft werden, um sicherzustellen, dass die Finanzplanung des Kunden stets seiner aktuellen Lebenssituation entspricht. Denn im Lauf der Zeit kann es passieren, dass die Lage neu bewertet werden muss – wenn es zum Beispiel Änderungen beim Einkommen, dem familiären Status oder der Lebenssituation des Kunden gibt.

Zur Veranschaulichung der einzelnen Schritte der Finanzplanung hier ein fiktives Beispiel:

Ein Kunde nimmt Kontakt mit einem Finanzplaner auf. Die Auflistung seiner finanziellen Verhältnisse ergibt folgendes Bild (stark vereinfacht):

Erstgespräch mit Auftragserklärung

  • Vorstellung der Vorgehensweise und Auftragserklärung
  • z.B.: Kunde Max Muster, 42 Jahre alt, ledig, keine Kinder, angestellt bei IT-Firma seit 20 Jahren;
  • Erstellung Risikoprofil und Kapitalmarkterfahrungen

Bestandsaufnahme

Liquidität

  • Einnahmen
  • monatliches Nettogehalt 6.000 Euro
  • monatliche Mieteinnahmen: 500 Euro
  • monatliche Einnahmen aus Zinsen und Dividenden (nach Steuern): 300 Euro
  • Ausgaben
    Durchschnittliche monatliche Ausgaben für Lebenshaltung und Unterhaltsverpflichtungen: 5.000 Euro
  • Monatliche Rate für die eigengenutzte Immobilie (Zins +Tilgung): 600 Euro
  • Monatliche Rate für die vermietete Wohnung (Zins +Tilgung): 300 Euro
  • Versicherungsbeiträge: Monatlich 100 Euro

Vermögen

  • Vermietete Eigentumswohnung im Wert von 200.000 Euro
  • Wertpapierdepot im Wert von 200.000 Euro
  • Festgeldkonto im Wert von 200.000 Euro
  • Sparkonto im Wert von 100.000 Euro
  • Kapital-Lebensversicherung im Wert von 300.000 Euro
  • Bausparvertrag im Wert von 100.000 Euro (mit 40.000 Euro bespart)
  • Gold im Bankschließfach im Wert von 100.000 Euro

Verbindlichkeiten

  • Kredit für das selbst genutztes Haus aktuell noch: 400.000 Euro
  • Kredit für die vermietete Eigentumswohnung aktuell noch: 150.000 Euro

Analyse

Hieraus ergibt sich folgendes finanzielles Gesamtbild bzw. Vermögensbilanz:

  • Vermögenswerte in Gesamthöhe von 2,0 Millionen Euro
  • davon kurzfristig: 100.000 Euro (Sparkonto)
  • davon mittelfristig: 600.000 Euro (Depot, Festgeld, Bausparvertrag, Gold)
  • davon langfristig: 1.3 Millionen Euro (Versicherung und Immobilien)
  • Verbindlichkeiten (langfristig) in Gesamthöhe von 550.000 Euro

Die bestehenden Vermögenswerte übersteigen somit die Verbindlichkeiten um 1,45 Millionen Euro.
Monatlichen Einnahmen in Höhe von 6.800 Euro stehen monatliche Ausgaben in Höhe von 6.000 Euro gegenüber. Die zur Verfügung stehende, freie monatliche Liquidität beträgt somit 800 Euro.

Strategieentwicklung

Entwicklung diverser Strategien zur Optimierung:

  • Prüfung, ob das persönliche Risikoprofil zu dem bestehenden Risiko-Ertragsverhältnis der Geldanlage passt
    • Anpassung des Risikos im Portfolio
    • Erhöhung der Nachsteuerrendite durch Portfoliooptimierung
    • Reduzierung der kurzfristigen Liquidität (Sparkonto)
  • Prüfung der Umschuldungsoptionen der bestehenden Darlehen der eigen- und fremdgenutzten Immobilien

Strategieumsetzung:

  • Umschuldung des Immobiliendarlehen (eigengenutzt) zu deutlich günstigeren Konditionen
  • Abschluss eines Forward-Darlehen bei der vermieteten Immobilie zur langfristigen Sicherung der niedrigen Zinsen
  • Optimierung des Risiko-Ertragsverhältnisses durch
    • Verkauf Anteile in Höhe von 100.000 Euro aus dem Festgeldkonto
    • Anlage der freien Liquidität aus Festgeldkonto in Private Equity, Währung und Absolute Return Investments
    • Reduzierung der kurzfristigen Liquidität (Sparkonto) auf 40.000 Euro
    • Investition der zukünftigen, freien monatlichen Liquidität gemäß Sollvorgabe

Folgerung:

  • optimierte Vermögensstruktur mit einem Übergewicht an Substanzwerten
  • höhere Nachsteuerrendite
  • passendes Risiko-Ertragsverhältnis
  • Zinssicherung bei den beiden Darlehen

Umsetzung

  • Strategie wird mit dem Kunden besprochen:
    • bei Bedarf wird die Strategie angepasst
    • bzw. folgt der Kunde den Anlageempfehlungen, so werden die einzelnen Maßnahmen umgesetzt.
  • In regelmäßigen Abständen Überprüfung bzw. Aktualisierung der Strategien und Ziele


Das Beispiel soll nur der Veranschaulichung dienen. Die Realität ist, wie so oft im Leben, deutlich komplizierter: “Im Normalfall ist eine strategische Finanzplanung ein Gutachten mit einem Umfang von 40 bis 60 Seiten, je nach Komplexität des zu analysierenden Falles”, erklärt Wagenblaß. “Finanzplanung ist ein langfristiger Prozess. Viele Aspekte entwickeln erst in der Zukunft, beispielsweise im Ruhestand, ihre vollen Wirkungen.” Eine erfolgreiche finanzielle Lebensplanung, ergänzt der Experte, sei die Basis für die spätere Realisierung der eigenen Träume und Wünsche.

Die Kosten einer Finanzplanung richten sich nach dem zeitlichen Aufwand, der für den Finanzplaner anfällt. In der Regel stellt er seinem Kunden einen bestimmten Stundensatz in Rechnung. In einigen Fällen wird aber auch ein pauschales Honorar vereinbart.




Noch ein Hinweis:
Sind Sie an einer umfassenden Finanzplanung interessiert? Gerne vermitteln wir Ihnen einen Experten aus dem LIQID-CFP®-Netzwerk. Das Erstgespräch ist für Sie kostenlos. Für alle Leistungen, die Sie nach dem Erstgespräch in Anspruch nehmen möchten, erhalten Sie einen signifikanten Nachlass auf das sonst übliche Honorar. Die Finanzplanung ist eine von LIQID unabhängige Leistung, für die LIQID keine Haftung übernimmt und keine Vergütung erhält.



Hinweis – Die Vermögensanlage an den Kapitalmärkten ist mit Risiken verbunden und kann im Extremfall zum Verlust des gesamten eingesetzten Kapitals führen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft. Auch Prognosen haben keine verlässliche Aussagekraft für künftige Wertentwicklungen. Wir erbringen keine Anlage-, Rechts- und/oder Steuerberatung. Alle Inhalte auf unserer Webseite und im LIQID-Magazin dienen lediglich der Information.