LIQID hat kürzlich 33 Millionen Euro von Investoren erhalten. Das ist eine der größten Summen, die je in ein deutsches Fintech-Unternehmen investiert wurden. Für LIQID ist das sicherlich ein Meilenstein. Aber was haben Ihre Kunden eigentlich davon?

Wir sehen in dieser beträchtlichen Summe einen großen Vertrauensbeweis unseres neuen Hauptkapitalgebers Toscafund, aber auch unserer bestehenden Investoren in unser Unternehmen. Das Geld wollen wir dazu verwenden, um unser weiteres Wachstum voranzutreiben. Dazu gehört auch, dass wir noch attraktiver für Kunden und Interessenten werden möchten. Neben unserer Vermögensverwaltung, bei der wir in ETFs und aktive Fonds investieren, bieten wir schon heute die Alternative Anlageklasse Private Equity in einer Qualität und zu Konditionen an, die in Deutschland ihresgleichen suchen. Bei unseren Kunden und Interessenten stößt das auf eine große Resonanz. Wir möchten dieses Angebot deshalb ausweiten und weitere Alternative Anlageklassen in unser Programm aufnehmen.

Welche weiteren Anlageklassen schweben Ihnen vor?

Wir denken hierbei insbesondere an Immobilien oder Infrastruktur-Investments wie Strom- oder Funknetze, aber auch an ein Produkt, das Private Equity und andere Alternative Anlageklassen verbindet. Wir arbeiten dabei mit HQ Trust zusammen, der Vermögensverwaltung der Familie Harald Quandt. Ebenfalls prüfen wir derzeit die Möglichkeit einer Expansion ins Ausland. Wir möchten aber auch etwas für die Kunden tun, die wir schon haben und unseren Service sowie unsere Technologieplattform erweitern und verbessern. So planen wir zum Beispiel die Einstellung zusätzlicher Mitarbeiter für unsere Kundenbetreuung und unser technisches Entwicklungsteam.

Anders als bei fast allen Ihrer digitalen Konkurrenten können Kunden mit Ihnen nicht nur online kommunizieren, sondern auch persönlich am Telefon.

Das ist richtig: Wir bezeichnen das als ein hybrides Geschäftsmodell. Etwa die Hälfte unserer Kunden erledigt alles über unsere intuitive digitale Plattform. Die andere Hälfte wünscht aber auch einen persönlichen Kontakt per Mail, Chat oder Telefon – und diesen Wunsch erfüllen wir gerne, natürlich unentgeltlich. Das kommt bei unseren Kunden auch sehr gut an. Wir können uns damit deutlich von unseren Wettbewerbern abheben.

Verursacht diese für Robo Advisor untypische persönliche Betreuung nicht unverhältnismäßig hohe Kosten. Wie schaffen Sie es da bei den Konditionen wettbewerbsfähig zu bleiben?

Das ist eine berechtigte Frage. Wir sind bei den Konditionen sogar noch einen Tick günstiger als die meisten unserer Wettbewerber. Je nach Anlagestil und Anlagesumme liegt unsere jährliche Verwaltungspauschale zwischen 0,25 und 0,9 Prozent. Damit ist unsere gesamte Vergütung abgedeckt. Erfolgsprovisionen oder Zuwendungen von den Produktanbietern (sogenannte Kick backs) nehmen wir nicht. Für den Kunden fallen zusätzlich lediglich noch die Produktkosten an, die zwischen 0,15 und 0,69 Prozent jährlich liegen. Wir sind bei den Konditionen sogar noch einen Tick günstiger als die meisten unserer Wettbewerber Wir können so günstig sein, weil bei uns die Mindestanlagesumme vergleichsweise hoch ist. Für unsere Vermögensverwaltung mit Investmentfonds müssen LIQID-Kunden mindestens 100.000 Euro mitbringen, für Private Equity liegt die Untergrenze bei 200.000 Euro. Dank dieser für einen digitalen Anbieter verhältnismäßig hohen Eintrittsbarriere können wir sehr effizient arbeiten und ein Angebot in einer anderen Qualität und Leistung als unsere Wettbewerber anbieten. Unsere aufwendige Dienstleistung rechnet sich aber eben nur ab einer gewissen Größenordnung.
Unsere Kunden profitieren dabei von der Expertise von HQ Trust, die sonst nur Anlegern mit einem mehrstelligen Millionenvermögen offensteht.

Bieten Banken nicht eine ähnliche Expertise an?

Traditionelle Privatbanken ja, aber dort sind Mindestanlagesummen und Gebühren in der Regel deutlich höher als bei uns. Wir wollen eine erschwingliche Alternative zu diesen Privatbanken sein. Nicht zu vergleichen ist unser Angebot dagegen mit dem der klassischen Geschäftsbanken und Anlageberater. Diese garantieren nämlich keine interessensfreie und neutrale Beratung. Häufig sind die Bankberater von ihrem Arbeitgeber dazu angehalten, eigene Produkte zu verkaufen oder Produkte, an denen sie hohe Provisionen verdienen. LIQID ist keinen Interessenkonflikten unterworfen, denn wir werden nur von unseren Kunden bezahlt und verdienen nicht an Produkten.

Ich überlege
für
Jahre anzulegen.

Wie macht sich das bei der Performance bemerkbar?

Für eine langfristige Betrachtung ist es noch zu früh. Ich finde aber, unsere Kunden und wir können bislang sehr zufrieden sein. Seit unserem Marktstart 2016 hat unser passiver Anlagestil LIQID Global über alle Risikoklassen hinweg hervorragend abgeschnitten. Das ist auch dem unabhängigen Ranking-Institut für Vermögensverwalter und Privatbanken, firstfive, nicht entgangen. Seit Juni 2017 ist LIQID Global im monatlichen Performance-Ranking von firstfive vertreten und belegt dort durchgehend Spitzenplätze für unterschiedliche Risikoklassen. Mit unserem aktiven Anlagestil LIQID Select verzeichneten wir ebenfalls ordentliche Zuwächse, auch wenn diese bislang nicht ganz an die von LIQID Global heranreichen konnten. Seit Anfang dieses Jahres ist die Entwicklung von Select aber insbesondere in den höheren Risikoklassen sehr zufriedenstellend. Auf lange Sicht sind wir davon überzeugt, dass sich die Expertise von HQ Trust für LIQID-Select-Kunden merklich auszahlen wird.

Das Gespräch führte Sebastian Wolff.




Hinweis – Die Vermögensanlage an den Kapitalmärkten ist mit Risiken verbunden und kann im Extremfall zum Verlust des gesamten eingesetzten Kapitals führen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft. Auch Prognosen haben keine verlässliche Aussagekraft für künftige Wertentwicklungen. Wir erbringen keine Anlage-, Rechts- und/oder Steuerberatung. Alle Inhalte auf unserer Webseite und im LIQID-Magazin dienen lediglich der Information.