Dividendenfonds

Eine traditionelle Aktienstrategie, die nicht immer aufgeht

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LIQID Investments GmbH

Dividendenfonds eignen sich als Beimischung in einem größeren Portfolio. Diese Fonds investieren in Aktien, die besonders hohe Dividenden abwerfen. Dividenden sind Gewinnausschüttungen von Unternehmen an ihre Aktionäre. Die Höhe der Dividenden wird nicht absolut, sondern im Verhältnis zum Aktienkurs gemessen. Die Kennzahl, die man daraus erhält, heißt Dividendenrendite. Sie ist allerdings nicht das einzige Kriterium, nach dem sich die Aktienauswahl von Dividendenfonds richtet.

Eine entscheidende Rolle spielt auch, ob Unternehmen zuverlässige Dividendenzahler sind und ob sie es schaffen, die Gewinnausschüttungen von Jahr zu Jahr zu steigern. Beides gilt als wichtiges Qualitätsmerkmal. Bei manchen Fonds fallen Unternehmen durch das Raster, falls sie die Ausschüttungen nicht allein aus laufenden Gewinnen finanzieren und stattdessen auf ihre Substanz oder auf Kredite zurückgreifen. Auch Konzerne, die nur deshalb eine hohe Dividendenrendite ausweisen, weil ihr Aktienkurs stark gefallen ist, werden häufig aussortiert.

Anleger können auch bei Dividendenfonds zwischen aktiv gemanagten Fonds und Indexfonds wählen. Letztere kopieren die Entwicklung von Indizes, die nach den oben genannten und weiteren Kriterien zusammengestellt werden.

Auf Aktien mit überdurchschnittlichen Dividendenrenditen zu setzen, ist eine der ältesten Anlagestrategien an den Börsen. Dividendenstarke Unternehmen sind meist solide Konzerne mit etablierten Geschäftsmodellen. Deshalb schneiden Dividendenindizes in den Marktphasen, in denen Substanzwerte gefragt sind, häufig besser ab als der breite Aktienmarkt.

Untersuchungen von Finanztest zeigten: Indexfonds auf Dividendenindizes brachten nach dem Platzen der Internetblase im Jahr 2000 deutlich mehr als der Marktdurchschnitt ein. So hätte der DivDax, der die 15 dividendenstärksten Aktien aus dem deutschen Aktienindex Dax vereint, bei Rückrechnung bis ins Jahr 2000 3,4 Prozent Rendite pro Jahr erzielt. Der Dax hat im gleichen Zeitraum 1,2 Prozent pro Jahr verloren. In anderen Aktienmärkten waren die Unterschiede zwischen Dividenden- und Basisindizes sogar noch größer.

Betrachtet man allerdings spätere Zeiträume, schrumpft der Vorsprung der Dividendenindizes. Während der Finanzkrise haben Bankentitel in den Dividendenindizes überproportional verloren, und nach dem Beschluss des Atomausstiegs im Juni 2011 hat es die deutschen Versorger hart getroffen. Das zeigt, dass Dividendenstrategien keine Selbstläufer sind, die zuverlässig höhere Renditen als der breite Markt einfahren.

Besonders wenn es an den Börsen kracht, empfehlen Banken gerne Dividendenfonds. Die jährlichen Gewinnausschüttungen könnten mögliche Kursverluste zumindest zum Teil kompensieren, so ein Argument. Das mag richtig sein, ändert aber nichts an der Tatsache, dass auch Dividendenfonds fallen, wenn an den Börsen Ausverkaufsstimmung herrscht.

Dividendenfonds können börsentäglich ge- und verkauft werden. International oder europaweit anlegende Dividendenfonds sind auch für vorsichtigere Anleger eine gute Wahl, allerdings nur als Beimischung in einem Portfolio und nicht als dessen Fundament.

sum

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