Abwarten kostet Rendite

Viele Anleger scheuen nach dem durch die Corona-Pandemie ausgelösten Kurseinbruch den Einstieg an den Aktienmärkten, weil sie Angst vor neuen Korrekturen haben. Dabei ist Abwarten an der Börse selten eine gute Idee. Das beweist die Entwicklung der Vergangenheit.

Angesichts der niedrigen Zinsen tragen sich viele Menschen schon seit langem mit dem Gedanken, ihr Geld an den Kapitalmärkten anzulegen, also in Aktien, Anleihen oder Fonds zu investieren.

Vor dem entscheidenden Schritt, tatsächlich ein Depot zu eröffnen und dieses mit Wertpapieren zu bestücken, schrecken allerdings noch zahlreiche Anleger zurück. Ein Grund: Im Februar und März hatten die Aktienmärkte infolge der Corona-Pandemie weltweit starke Einbußen erlitten. Seitdem haben sich die Märkte zwar wieder kräftig erholt. Viele fürchten aber, dass die Kurse aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Lage nochmals nachgeben könnten.

 

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Die Kurse drohen den Anlegern davon zu laufen

Grundsätzlich besteht das Risiko eines erneuten Rückschlags natürlich. Doch vieles spricht auch dafür, dass die Märkte ihr Tief bereits weit hinter sich gelassen haben: So rechnet der Chefökonom unseres Partners HQ Trust, dem Family Office der Familie Harald Quandt, Dr. Michael Heise, damit, dass sich die Lockerungen der Restriktionen für Unternehmen positiv auf die Gewinne auswirken werden. „Die Chancen stehen gut, dass dies eine steile Erholung der Wirtschaftstätigkeit im dritten Quartal nach sich zieht und für weiter steigende Aktienkurse sorgt“, so Dr. Heise. Anleger, die jetzt auf günstigere Einstiegschancen warten, machen deshalb womöglich den Fehler, dass ihnen die Kurse immer weiter davonlaufen – bis sie sich erst recht nicht mehr trauen, einzusteigen. 

Wer aber auf Dauer den Kapitalmärkten fern bleibt, für dessen Wohlstand im Alter kann das verheerende Folgen nach sich ziehen. „An Aktien oder Aktienfonds kommt man nicht vorbei, wenn man eine vernünftige Rendite für sein Kapital erzielen möchte“, sagt Jürgen Kurz, Sprecher der Aktionärsvereinigung DSW, im Gespräch mit dem LIQID-Magazin. Zwar schließt auch er nicht aus, dass es nochmals zu Rückschlägen kommt, sollte es zum Beispiel zu einer zweiten Corona-Welle kommen. Doch sicher sei das nicht. Je länger der Anlagehorizont, desto weniger spiele ein günstigere Einstiegszeitpunkt eine Rolle. „Selbst die meisten Profis schaffen es nicht, den Markt durch günstiges Timing zu schlagen. Wie soll das dann Privatanlegern gelingen“, so Kurz. „Was zählt, ist möglichst lange investiert zu bleiben“, sagt der DSW-Experte.

 

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Bullenmärkte bringen höhere Gewinne als Bärenmärkte Verluste

Auch historisch lässt sich belegen, dass die Kurse langfristig nach oben streben und Rückschläge immer wieder aufholen. Insgesamt gab es deutlich mehr Jahre mit steigenden als mit fallenden Kursen. Einer Studie des US-Finanzdienstleisters Vanguard zufolge gab es seit dem Jahr 1900 gut 103 Bullenjahre (der Bulle steht an der Börse für steigende Kurse) und nur 16 Jahre mit Bärenmärkte (der Bär steht für fallende Kurse). Insgesamt dauerten die Bullenmärkte im Schnitt knapp 8 Jahre, die Bärenmärkte nur 1,3 Jahre. Wohlgemerkt: Das ist nur ein Durchschnitt: Manche Bärenmärkte dauerten nur wenige Wochen. Es ist also – wenn man davon ausgeht, dass sich diese Muster auch in der Zukunft wiederholen – durchaus wahrscheinlich, dass sich die Aktienmärkte nach dem Corona-Crash bereits wieder am Beginn einer langfristigen Aufwärtsbewegung befinden, auch wenn zwischenzeitlich immer wieder mit Rückschlägen zu rechnen ist. 

Bullenmärkte dauern im Schnitt aber nicht nur wesentlich länger als Bärenmärkte, die Kurszuwächse fallen auch wesentlich höher aus als die Kursverluste in den Bärenmärkten: So legten die Weltaktienmärkte zwischen 1976 und 1987 um unfassbare 1675 Prozent zu. 1987 kam es zwar zu einem heftigen Rückschlag. Doch rückblickend wäre es trotzdem nicht sinnvoll gewesen, vor dem Crash zu verkaufen: Zwischen 1989 und März 2003 legten die Aktienmärkte noch einmal um 571 Prozent zu. Die höchsten Verluste erlitten die Weltaktienmärkte während der Ölkrise Anfang der 70er Jahre mit 67 Prozent. Doch auch wer vor diesem Einbruch rechtzeitig verkaufte und danach nicht zügig wieder einstieg, wurde nicht glücklich: Er verpasste nämlich die oben beschriebene Jahrhunderthausse zwischen 1976 und 1987.



Bullen-Baerenjahre


Timing führt fast nie zum Erfolg

Generell war in der Vergangenheit der Versuch von Anlegern, Rückschläge mit Timing zu umschiffen – also rechtzeitig zu verkaufen, um später wieder günstiger einzusteigen – nicht erfolgreich. Denn eine solche Strategie ist in aller Regel zum Scheitern verurteilt. Das belegt eine weitere Studie von Vanguard. Diese hat für den Zeitraum von 1985 bis 2018 festgestellt, dass die Rendite von Anlegern, die versuchen durch Timing den Markt zu schlagen deutlich geringer ausfällt, als von Anlegern, die an ihrem Investment einfach festhalten (Buy and Hold): Demnach wurden bei einer Anwendung der Market-Timing-Strategie aus 1985 investierten 1.000 britischen Pfund 4.770 Pfund bis 2018. Buy and Hold hätte aus der selben Summe allerdings 7.000 Pfund gemacht. 

Doch wie sieht es nun mit den Zukunftsaussichten aus? Eine Studie der Fondsgesellschaft DWS von 2019 kommt zu dem Ergebnis, dass Anleger mit einem weltweit diversifizierten Aktienportfolio bis 2029 eine durchschnittliche Jahresrendite von gut 6 Prozent erzielen werden. Die aktuelle Corona-Pandemie – mit der die Studienautoren natürlich nicht rechnen konnten – eröffnet Anlegern dank attraktiver Einstiegsgelegenheiten in der neuen Dekade nun sogar die Chance auf eine noch etwas höhere durchschnittliche Aktienrendite als von der DWS prognostiziert. Dass die Aktienmärkte in allen wichtigen Weltregionen langfristig fast immer steigen, illustriert auch sehr anschaulich folgende Grafik aus der Studie. 

Die Ampeln für Aktien stehen also langfristig weiter auf grün. Trotzdem sollten sich Anleger nicht auf diese Anlageklasse beschränken. In der Regel ist es sinnvoll, einen Teil des Vermögens auch in Anleihen zu investieren. Denn Anleihen schwanken weniger als Aktien und stabilisieren deshalb ein Portfolio. Bei digitalen Vermögensverwaltern zum Beispiel können Anleger zwischen Portfolios mit unterschiedlichen Gewichtungen von Aktien und Anleihen wählen und müssen sich dann um nichts mehr kümmern.

 

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