Ein starkes Team: LIQID und HQ Trust

HQ-Trust-Geschäftsführer Jochen Butz und LIQID-CEO und Gründer Christian Schneider-Sickert im Gespräch über das Anlageverhalten von Hochvermögenden, die falsch geleitete Sparleidenschaft der Deutschen und den Erfolg der Partnerschaft zwischen HQ Trust und LIQID.

WOLFF: Herr Butz, HQ Trust ist das Multi Family Office der Familie Harald Quandt und einer der renommiertesten und erfolgreichsten Vermögensverwalter in Deutschland. Sie betreuen seit Jahrzehnten Familien mit großen Vermögen. Warum stellen Sie Ihre Expertise jetzt auch Anlegern zur Verfügung, die deutlich weniger Geld haben?

BUTZ: Eine unabhängige Kompetenz bei der Geldanlage sollte kein Privileg von Hochvermögenden bleiben. Deshalb stellen wir unsere Expertise mit LIQID einem breiteren Kreis von Anlegern zur Verfügung. Auch wir profitieren davon: Denn die Digitalisierung wird alle Bereiche der Finanzindustrie erfassen.

WOLFF: Herr Schneider-Sickert, LIQID ist der einzige digitale Vermögensverwalter, der eine Partnerschaft mit einem erfolgreichen Multi-Family-Office eingegangen ist. Was waren die Gründe für diese Entscheidung?

SCHNEIDER-SICKERT: HQ Trust verfügt über eine Expertise und über Ressourcen, die wir als Fintech nicht alleine bereitstellen könnten. Daneben hat HQ Trust als Teil eines Familienunternehmens mit mehr als 20 Milliarden Euro an verwaltetem Vermögen Zugang zu besonderen Konditionen und Anlage-Angeboten, von denen unsere Kunden unmittelbar profitieren. Indem wir die Vermögensverwaltung von HQ Trust auch Anlegern zur Verfügung stellen, die keine Millionen investieren können, demokratisieren wir einen bisher sehr exklusiven Bereich der Finanzindustrie. Natürlich bringt uns die Partnerschaft auch viel Vertrauen ein. Kein anderer digitaler Vermögensverwalter in Europa kann seinen Kunden Ähnliches bieten. Damit heben wir uns von unseren Wettbewerbern ab.

WOLFF: Die Mindestanlagesumme bei LIQID beträgt allerdings 100.000 Euro. Die Demokratisierung hat also ihre Grenzen.

SCHNEIDER-SICKERT: Wir haben unser Angebot bewusst auf die Bedürfnisse von anspruchsvollen Anlegern fokussiert, die der Bank an der Ecke entwachsen sind, die von Privatbanken und anderen Anbietern aber nicht so behandelt werden, wie es sein sollte. Auch unser Betreuungsansatz ist für diese Anleger konzipiert.

WOLFF: Herr Butz, haben die Hochvermögenden bestimmte Eigenschaften, die sich auf alle Anleger übertragen lassen?

BUTZ: Hochvermögende haben, und das wird Sie vielleicht überraschen, in Finanzdingen im Grunde dieselben Sorgen und Nöte wie andere Privatanleger. Zum Beispiel fragen sie sich, ob ihr Vermögen ausreicht, um ihren Lebensstandard im Alter aufrecht zu erhalten, oder ob sie sich ihre Traumimmobilie leisten können und wie sie ihr Kapital am besten anlegen sollen.

WOLFF: Und welche Antworten finden die Hochvermögenden auf diese Fragen?

BUTZ: Ihr Erfolgsrezept ist im Grunde einfach: Sie denken langfristig, achten auf die Kosten und vertrauen auf eine bankenunabhängige Kompetenz – zum Beispiel auf uns. Dank LIQID können nun viel mehr Menschen dieses Erfolgsrezept umsetzen.

WOLFF: Was machen die meisten Privatanleger bei der Geldanlage falsch?

BUTZ: Kaum ein Volk spart einen so hohen Prozentsatz seines Einkommens wie das deutsche. Und trotzdem haben andere Nationen – im Durchschnitt – ein höheres Vermögen. Der Grund: Die meisten Bundesbürger sparen ihr Geld vor allem auf dem Tagesgeld- oder Festgeldkonto und erhalten dafür schon lange praktisch keine Zinsen mehr. Die Bürger anderer Länder investieren einen höheren Anteil ihres Einkommens an den Kapitalmärkten, was langfristig mit deutlich höheren Erträgen belohnt wird. Viele Bundesbürger lassen sich dagegen von den Schwankungen, vor allem am Aktienmarkt, stark verunsichern und meiden ihn deshalb. 

WOLFF: Was tun Sie, um Ihren Kunden diese Ängste zu nehmen?

BUTZ: Wir streuen das Geld unserer Kunden breit über verschiedene Anlageklassen, Branchen und Regionen. Das reduziert die kurzfristigen Schwankungen in den Portfolios erheblich, ohne die Chancen auf Kursgewinne zu schmälern. Bei LIQID können Kunden zusätzlich eine Untergrenze definieren, unter die ihr verwaltetes Vermögen auch in Krisenzeiten mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht fallen wird.

WOLFF: Bei LIQID werben Sie mit dem Slogan „Sie vermögen mehr“. Was wollen Sie damit zum Ausdruck bringen, Herr Schneider-Sickert?

SCHNEIDER-SICKERT: Wir wollen unseren Kunden und Interessenten damit zeigen, dass es sich lohnt, bei der Geldanlage etwas über das Sparbuch und Festgeld hinaus zu unternehmen. Man muss nur etwas Geduld mitbringen und vor allem eine klare Strategie verfolgen. Bei LIQID können sich Anleger in wenigen Klicks an den Kapitalmärkten engagieren, ohne sich selbst um ihre Anlage kümmern zu müssen. Dann können sie beruhigt sein, dass ihr Vermögen ständig von einem der erfahrensten Anlageteams in Deutschland überwacht wird. Wir bezeichnen das als die perfekte Symbiose von Mensch und Maschine.

WOLFF: Die meisten Ihrer Wettbewerber bieten lediglich kostengünstige Indexfonds an, so genannte ETFs. Bei LIQID setzen Sie zum Teil auch auf aktive Fonds. Warum?

SCHNEIDER-SICKERT: Weil es für beides gute Argumente gibt. Wir überlassen dem Kunden die Wahl, ob er sich für einen passiven Anlagestil entscheidet, der nur in ETFs investiert oder für einen aktiven Anlagestil, der auch aktive Fonds mit einbezieht und die Vermögensverwaltung der HQ Trust-Kunden spiegelt. Über HQ Trust investieren wir in aktive Fonds zu Großanleger-Konditionen. Dadurch können wir den Kostennachteil dieser Fonds gegenüber ETFs reduzieren.

WOLFF: Neben der normalen Vermögensverwaltung bieten Sie auch Private Equity an. Was hat es damit auf sich?

SCHNEIDER-SICKERT: Private Equity sind Beteiligungen an privaten, nicht börsennotierten Unternehmen, die über darauf spezialisierte Beteiligungsgesellschaften erfolgen. Und das zeigt die Erfahrung: Private Equity erwirtschaftet deutlich höhere Renditen als Investments am Aktienmarkt.

WOLFF: Welche Rolle spielt dabei HQ Trust?

BUTZ: Wir sind seit mehr als drei Jahrzehnten im Bereich Private Equity aktiv und haben dadurch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den erfolgreichsten Private-Equity-Gesellschaften aufgebaut. Dies ermöglicht es uns, für unseren Kunden in die besten Private-Equity-Fonds zu investieren. Davon profitieren jetzt auch die LIQID-Kunden.

WOLFF: Wie genau gehen Sie dabei vor?

BUTZ: Wir teilen das Kapital der LIQID-Kunden auf mehrere der besten Fonds auf. Das ist möglich, weil wir das Geld der LIQID-Kunden gemeinsam mit dem unserer Kunden bei HQ Trust investieren. Dadurch erreichen LIQID-Kunden ab 200.000 Euro einen Diversifikationsgrad, den sonst selbst viele hochvermögende Anleger nicht erzielen, weil die Mindestanlagesumme für einen einzigen dieser hochkarätigen Private-Equity-Zielfonds normalerweise bei mehreren Millionen Euro liegt.

WOLFF: Mittlerweile bietet LIQID auch Immobilieninvestments an. Sind Immobilien nicht schon zu teuer?

SCHNEIDER-SICKERT: Ja, aber wir investieren ganz anders als Privatanleger in Immobilien. Wir setzen auf unternehmerische Immobilienbeteiligungen, auch Private Equity Real Estate genannt.

WOLFF: Ist HQ Trust hier auch im Boot?

BUTZ: Aber natürlich. Wir gehen hier ganz ähnlich wie bei Private Equity vor und setzen nur auf professionelle Fonds, die durch langjährige Erfahrung gezeigt haben, dass sie ihr Handwerk überdurchschnittlich gut beherrschen. Sie haben übrigens Recht: Es stimmt, dass die Immobilienpreise in manchen Regionen schon sehr stark gestiegen sind. Das betrifft besonders 1-A-Lagen in Metropolen. Solche Objekte meiden die von uns ausgewählten Fonds aber bewusst, weil sie hier kein großes Potenzial mehr sehen. Stattdessen wählen die Fondsmanager zum Beispiel Objekte in Randlagen von Metropolen, die durch gezielte Modernisierungsmaßnahmen stark aufgewertet werden können. Hier sehen wir auch für die Zukunft noch viel Potenzial, bei sehr überschaubarem Risiko.

Wolff: Herr Schneider-Sickert, wo möchten Sie mit LIQID noch hin?

SCHNEIDER-SICKERT: Obwohl wir erst seit September 2016 am Markt aktiv sind, zählen wir bereits heute zu den größten digitalen Vermögensverwaltern in Europa. Diese Position möchten wir festigen und wenn möglich ausbauen. Dazu werden wir unsere Kunden und alle, die sich für unseren Ansatz der Vermögensverwaltung interessieren, mit frischen Ideen, neuen Produkten und immer der bestmöglichen Performance überraschen.

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