Mit nachhaltigen Investments zum Klimaschutz beitragen

Immer mehr Anleger wollen mit Ihrem Geld nicht nur Rendite erzielen, sondern auch etwas Positives für die Umwelt oder die Gesellschaft bewirken. Doch wie lässt sich herausfinden, mit welchem Produkt ein Anleger ganz persönlich zum Klimaschutz beitragen kann? Eine einfache Antwort gibt es auf diese Frage nicht. Verschiedene Strategien können zum Ziel führen.

Grundsätzlich sollten Anleger sich vor Augen führen: Fast alle erfolgreichen Investments am Kapitalmarkt beschleunigen ökonomische Aktivität und führen zu wirtschaftlichem Wachstum. Damit sind sie indirekt in erheblichem Maße für den Ausstoß von Treibhausgasen und für den Verbrauch von Ressourcen mitverantwortlich.

Dieser Zusammenhang ist aber kein Naturgesetz. Aus einer Studie des Bundesumweltministeriums geht hervor, dass die Bundesbürger mit einer klimafreundlicheren Anlagestrategie dafür sorgen könnten, dass 42 Prozent weniger schädliche Treibhausgase ausgestoßen werden.

Wer in nachhaltige Unternehmen investiert, setzt nämlich auf Branchen und Projekte, die deutlich weniger ökologischen Schaden anrichten. Im Idealfall erfüllen die Unternehmen sogar hohe Anforderungen an soziale Kriterien und verantwortungsvolle Unternehmensführung. Anleger leisten damit also einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz, zum Schutz der Weltmeere oder beeinflussen ganz konkret im positiven Sinne die Arbeitsbedingungen in Unternehmen.

Nachhaltige Geldanlagen liegen denn auch voll im Trend. Rückenwind erhalten Anleger hier zunehmend auch von der Politik. Denn bis zum Jahr 2030 möchte die EU ihre ambitionierten Klimaschutzziele umsetzen. Mit öffentlichen Mitteln allein ist die Umsetzung dieser Ziele aber nicht umsetzbar. Brüssel will deshalb Anreize im Finanzsektor schaffen, damit die Kapitalströme in stärkerem Maße nachhaltigen Zwecken zugeführt werden.

Doch wie können Anleger erkennen, ob sie mit ihrem nachhaltigen Investment tatsächlich dazu beitragen, die Klimaschutzziele zu erreichen?

Erneuerbare Energien haben auch Nachteile

Eine Möglichkeit dies zu tun, ist es, auf Investments in bestimmte Branchen zu verzichten, die noch immer auf fossile Brennstoffe setzen. Denn mehr als die Hälfte des weltweiten Ausstoßes von Treibhausgasen hängt unmittelbar mit der Verbrennung fossiler Brennstoffe zusammen. Eine sinnvolle Strategie für Anleger ist es also bei der Wahl der Finanzprodukte, auf solche Negativ- oder Ausschlusskriterien zu achten.

Eine andere Strategie ist es, seine Investmententscheidung anhand von Positivkriterien zu treffen – also bewusst auf bestimmte klimafreundliche Projekte zu setzen. Doch auch wenn es widersprüchlich klingt: Das ist weniger einfach und aus nachhaltigen Gesichtspunkten problematischer als Negativkriterien anzuwenden.

Erneuerbare Energien zum Beispiel sind zwar eindeutig klimafreundlich und fallen in die Positivkriterien. Denn sie tragen dazu bei, den Klimawandel aufzuhalten. Auf der anderen Seite können sie aber Nachteile für Menschen und Umwelt mit sich bringen.

Nicht jede vermeintlich nachhaltige Anlage hält sozialen und ökologischen Prüfungen stand.

 

So kann zum Beispiel die Verwendung von Pflanzen wie Mais zur Energieerzeugung (etwa in Form von Biomasse) ökologische Probleme sogar noch verschärfen. Denn damit geht auch eine Ressourcenverschwendung einher: Je mehr Mais angebaut wird, desto mehr landwirtschaftliche Anbaufläche entfällt für andere Erzeugnisse.

Im Ergebnis kann die Erzeugung von Biomasse in riesigen Mengen den Hunger in der Welt verschärfen – und damit das Gegenteil dessen bewirken, was Anleger mit ihrem nachhaltigen Investment bezwecken.

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Ein zusätzliches Problem bei dieser Strategie: Anleger investieren dabei womöglich auch in Unternehmen, bei denen erneuerbare Energien nur einen Teil des Umsatzes ausmachen. Einen anderen Teil – oder womöglich sogar den Großteil des Umsatzes ­– erzielen die Unternehmen unter Umständen in unter nachhaltigen Gesichtspunkten kritischen Bereichen wie Kohle, Öl oder Atomkraft.

Anleger sind bei dieser Strategie also darauf angewiesen, dass ihre Bank ihnen reinen Wein einschenkt und veröffentlicht, in welche Branchen und Projekte ihre Gelder fließen. Das Problem dabei: Begriffe wie „klimafreundlich“ oder „nachhaltig“ sind gesetzlich nicht definiert. Auch gibt es noch keine unabhängige Kontrollinstanz, welche überprüft, dass das Kapital sachgerecht investiert wird.

Einfluss auf Konzern nehmen

Ein pragmatischerer Ansatz ist der Best-in-Class-Ansatz. Hier werden Unternehmen einer Branche ausgewählt, die im Branchenvergleich vergleichsweise nachhaltig agieren. Mitunter investieren die Fonds und ETFs (börsengehandelte Indexfonds) also bewusst auch in die oben genannten kritischen Branchen. Bisweilen sogar in Waffenhersteller oder Glücksspielanbieter – sofern sie ökologisch, sozial und ethisch verantwortlicher agieren als der Großteil der Konkurrenz.

Eine weitere Anlagestrategie ist es, bewusst in Unternehmen zu investieren, die unter nachhaltigen Gesichtspunkten problematisch sind. Das Ziel: dort dann aktiv Einfluss zu nehmen, um Veränderungen durchzusetzen. Realistisch betrachtet wird das jedoch nur Anlegern gelingen, die ein sehr großes Aktienpaket übernehmen.

Wer zum Beispiel mehr als 25 Prozent der Aktien eines Unternehmens erwirbt, dem gesteht das Aktienrecht eine Sperrminorität zu. Das bedeutet: Bei weitreichenden Entscheidungen der Hauptversammlung kann der Großaktionär sein Veto einlegen und die Beschlüsse somit torpedieren.

Doch auch wer beispielsweise bei einem DAX-Konzern eine Beteiligung von drei oder fünf Prozent hält, ist schon ein gewichtiger Großanleger. Somit kann er allein aufgrund seiner Bedeutung einiges bewegen. Er kann zum Beispiel viel Druck auf den Vorstand ausüben und gezielt Veränderungen beim Thema Nachhaltigkeit herbeiführen.

Welche Fonds geeignet sind

Solche Großanleger sind häufig Fondsgesellschaften, also Emittenten von aktiven Fonds oder nachhaltigen ETFs. Und in die meisten dieser Fonds können auch Kleinanleger investieren. Durch die Auswahl der passenden Fonds können also auch sie zumindest indirekt Einfluss auf die Konzerne nehmen und nachhaltig Wirkung erzielen.

Die entscheidende Frage, die sich Anlegern stellt, lautet deshalb: Welche Fonds wählen? Eine Möglichkeit ist es, auf nachhaltige Fonds zu setzen. Diese Fonds sollten die so genannte ESG-Anlagestrategie verfolgen. ESG steht für:

  • Environment (Umwelt),
  • Social (Soziales) und
  • Governance (Regeln, Grundsätze sowie Führungspraktiken in Unternehmen).

Die Fonds sollten also nur in Firmen investieren, welche vorab definierte ökologische, soziale und ethische Anforderungen erfüllen. Einen Hinweis auf entsprechende Produkte kann das Forum für nachhaltige Geldanlagen bieten.

Allerdings sind Fonds, die wirklich nachhaltig investieren, nicht so einfach zu identifizieren. Manche vermeintlich grüne Geldanlage entpuppt sich bei genauerer Betrachtung schnell als Mogelpackung. Deshalb haben wir hier einige Tipps zusammengestellt, wie Sie nachhaltige Anlageprodukte erkennen können. Zudem erreichen Anleger, die nur in einen Fonds investieren, keine breite Diversifikation in ihrem Depot.

Dazu kommt, dass die Verwaltungskosten bei Banken, welche die Fonds ausgeben, in der Regel sehr hoch sind. Bis zu 2 Prozent Gebühren pro Jahr sowie ein Ausgabeaufschlag von bis zu 5 Prozent bei der Zeichnung eines Fonds sind keine Seltenheit. Für die Rendite ist das alles andere als zuträglich.

Nachhaltigkeit muss kein Rendite-Killer sein

Dabei können grüne oder ethische Geldanlagen durchaus mit herkömmlichen Fonds mithalten. In den vergangenen Jahren haben nachhaltige Fonds normale Fonds bei der Rendite sogar leicht übertroffen. Zahlreiche Studien kommen zu diesem Ergebnis, ermittelte das Institut für Vermögensaufbau.

Grundsätzlich aber gilt bei der Geldanlage: Je höher die Renditeaussicht, desto größer auch das Verlustrisiko. Als besonders riskant gelten geschlossene Fonds und Genussrechte (auch "Grüne Anleihen" oder "Green Bonds" genannt). Sie investieren in bestimmte klimafreundliche Projekte wie Windparks oder Solaranlagen und locken mit einer festen Verzinsung. Doch falls bei den Projekten etwas schiefgeht, müssen Anleger hier sogar mit einem Totalverlust ihrer Einlage rechnen.

Ein solches Risiko haben Anleger bei ETFs oder aktiven Fonds nicht, weil diese breit gestreut in viele unterschiedliche Unternehmen investieren. Mit LIQID Impact investieren sie beispielsweise überwiegend in Unternehmen mit einem guten bis sehr guten ESG-Rating und erzielten damit bisher exzellente Renditen. Sie legen ihr Kapital zu exklusiven Konditionen und mit der Expertise unseres Partners HQ Trust, Deutschlands renommiertestem Multi-Family-Office, an. Ab 100.000 Euro profitieren sie von geringen Kosten, transparenten Strukturen und individueller Betreuung.

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