Renditestark anlegen statt Strafzinsen zahlen

Immer mehr Banken verlangen mittlerweile auch von Privatkunden Negativzinsen. Diese Strafgebühr können sich Anleger allerdings sparen – wenn sie die richtige Konsequenz daraus ziehen.
Schon lange bekommen Sparer praktisch keine Zinsen mehr auf ihre Einlagen. Inzwischen müssen sie nicht mehr nur weitestgehend auf Zinsen verzichten, sondern immer häufiger sogar Strafzinsen (auch Negativzinsen genannt) dafür bezahlen, dass sie Geld auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto deponieren. Laut dem Vergleichsportal Verivox hat sich die Zahl der Banken und Sparkassen, die ihren Kunden Strafzinsen aufbürden innerhalb von zwölf Monaten fast verzehnfacht.
 
Demnach verlangen inzwischen 126 Geldhäuser Negativzinsen für größere Guthaben vor allem auf dem Tagesgeldkonto. Vor einem Jahr taten dies erst 13 Institute. Mittlerweile werden zudem häufiger niedrigere Summen belastet. So verlangen aktuell 27 Institute schon bei Anlagebeträgen unter 100.000 Euro Strafzinsen. Bei drei Banken müssen Sparer sogar schon ab dem ersten Euro Negativzinsen zahlen. (Stand: 9.9.2020).

 

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Einige Banken langen schon ab dem ersten Euro hin

Wichtigster Grund für diese Entwicklung sind die Strafzinsen, die Banken ihrerseits an die Europäische Zentralbank (EZB) für Geschäftsbanken hinaus. So müssen Geschäftsbanken 0,5 Prozent an die EZB zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Notenbank parken. Diese Kosten geben daher immer mehr Geldhäuser an ihre Kunden weiter:  Drei Institute gehen sogar über den Strafzins der EZB hinaus und belasten Guthaben oberhalb des jeweiligen Freibetrags mit minus 0,6 Prozent pro Jahr.
 
Um ihre Kunden nicht abzuschrecken, verwenden die Kreditinstitute einen anderen, viel harmloser klingenden Begriff für den Strafzins: Sie nennen ihn Verwahrgebühr oder Verwahrentgelt. Meist wird die Gebühr für Einlagen über 100.000 Euro erhoben.
 
Wie hoch und ab welchem Betrag die Strafzinsen anfallen, ist aber oftmals auch Verhandlungssache. Laut dem Vergleichsportal Biallo berechnet die Deutsche Bank zum Beispiel den Strafzins nach individueller Vereinbarung für sehr vermögende Privatkunden mit besonders hohen Einlagen. Ähnlich lautet die Regelung bei der Postbank und der Hypovereinsbank.
 
Bei der Commerzbank gilt eine ähnliche Regelung, allerdings schon für hohe (und nicht erst für sehr hohe) Einlagen – ohne das genau zu spezifizieren. In welche Richtung es geht, ist aber ziemlich klar: Bislang, so Finanzchef Stephan Engels, habe die Commerzbank so gut wie keinem Privatkunden Strafzinsen in Rechnung gestellt. Doch nun beginne man, Maßnahmen umzusetzen. „Das Potenzial ist sehr groß“, sagt Engels. „Wir fangen mit Kunden mit hohen Einlagen an.“ Bei den Strafzinsen für Firmenkunden ist die Commerzbank ohnehin schon führend: Laut Handelsblatt verlangt sie von manchen Mittelständlern bereits ab dem ersten Euro Strafzinsen.
 
Von allen Kunden schon ab dem ersten Euro berechnet der Online-Broker Flatex 0,5 Prozent Strafzinsen auf dem Wertpapierverrechnungskonto und ab 20.000 Euro auf dem Girokonto. Die Sparda-Bank Berlin nimmt 0,4 Prozent Strafzinsen ab 100.000 Euro auf dem privaten Tagesgeldkonto. Bei der Comdirect werden 0,5 Prozent für Beträge über 250.000 Euro fällig. Auch Europas größte Direktbank ING denkt laut der Nachrichtenagentur dpa über Strafzinsen nach. 
 
 
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Es geht auch anders: Positive Zinsen statt Strafzinsen
 
 
Einige Institute verlangen zwar formal keine Strafzinsen, haben aber eine andere Methode entdeckt, Sparer zur Kasse zu bitten: So nehmen laut Verivox 13 Banken eine Gebühr für das Tagesgeldkonto.  Dadurch entstünden faktisch Negativzinsen, auch wenn diese nicht als solche ausgewiesen würden. 
 
Doch es geht auch anders: Der digitale Vermögensverwalter LIQID zum Beispiel bietet mit seinem Angebot LIQID Cash ab 100.000 Euro Einlagesumme Tages- und Festgeld zu deutlich positiven Zinsen an. Möglich wird das durch intelligente Kooperationen mit Banken aus dem europäischen Ausland und einheimischen Instituten. Sorgen um die Sicherheit müssen sich die Kunden keine machen: Von der Einlagensicherung abgedeckt sind nicht nur – wie bei jedem einzelnen deutschen Kreditinstitut üblich – 100.000 Euro, sondern ein Vielfaches davon. Denn legt ein Kunde mehr als 100.000 Euro an, verteilt LIQID das Geld auf verschiedene Partnerbanken. Gebühren fallen bei LIQID Cash für die Kunden selbstverständlich keine an. 
 
 
 
 
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