Wie Rebalancing Depots in turbulenten Zeiten schützt

Die LIQID Global- und LIQID Impact-Portfolios werden von einem regelbasierten Rebalancing-Algorithmus gesteuert. Dieser sorgt dafür, dass die Kursverluste in den Portfolios der meisten Kunden in der aktuellen Konsolidierung relativ moderat ausfallen. Anbieter, die auf andere Strategien setzen, können da weniger überzeugen. 



Die meisten Anleger, die ihre Entscheidungen selbst treffen, mussten in den vergangenen beiden Wochen mit ansehen, wie sich die Kursverluste ungebremst auf ihren Depotwert auswirkten, weil sie keine konkrete Risikoabsicherungsstrategie verfolgen. In derartigen Situationen sind Anleger im Vorteil, die ihr Vermögen von Experten verwalten lassen, die intelligente Absicherungsstrategien anwenden.

Grundsätzlich gilt natürlich sowohl für selbstverwaltete als auch für fremdverwaltete Depots: Je höher die Aktienquote zu Beginn der Konsolidierung war, desto höher fielen auch die Verluste für die Anleger aus. Intelligente Anlagestrategien steuern die Aktienquoten in den Depots jedoch so, dass die Risiken für den Anleger immer unter Kontrolle bleiben.

So funktioniert das Rebalancing bei LIQID

Bei LIQID können die Kunden zwischen zehn verschiedenen Risikoklassen wählen, je nach individueller Risikoneigung. In den Anlagestilen LIQID Global und LIQID Impact sorgt eine algorithmusbasierte Anlagestrategie dafür, dass die Aktienquoten stets der individuellen Risikoneigung des Kunden entsprechen – egal, was an der Börse gerade passiert. Diese Art der Risikosteuerung wird Rebalancing genannt.

Wie der Rebalancing-Algorithmus von LIQID funktioniert, lässt sich am besten anhand eines Beispiels erläutern. Nehmen wir an, ein Anleger hat einLIQID Global-50-Depot, das vereinfacht ausgedrückt aus rund 50 Prozent Aktien-Indexfonds (ETFs) und 50 Prozent Anleihen-ETFs besteht. Steigen nun die Aktienkurse über einen längeren Zeitraum kräftig, wie das bis Mitte Februar 2020 der Fall war, steigt automatisch auch der Aktienanteil im Portfolio. Sobald hier gewisse Schwellenwerte erreicht sind, greift der Algorithmus ein und verkauft automatisch Aktien-ETFs zugunsten von Anleihen-ETFs. Auf diese Weise wird der Aktienanteil im Portfolio regelmäßig auf die gewählten 50 Prozent zurückgefahren.

Ohne Rebalancing wäre der Aktienanteil in dem beispielhaft gewählten Global-50-Depot je nach Startzeitpunkt über die Jahre vielleicht auf 70, 80 oder gar 90 Prozent angestiegen. Damit wären die Verluste in diesem Depot seit Beginn der Kursschwäche Mitte Februar ungleich höher ausgefallen als es tatsächlich der Fall war. Der LIQID-Algorithmus hat also permanent für eine Begrenzung der Risiken gesorgt, was sich nun in der Konsolidierungsphase an den Märkten auszahlt. Nebenbei sei in diesem Zusammenhang erwähnt, dass das ausgeklügelte LIQID-Rebalancing nicht nur einem zu starken Anteil einzelner Anlageklassen im Portfolio entgegenwirkt, sondern auch Übergewichtungen einzelner Regionen verhindert – wodurch die Risiken weiter reduziert werden.

Warum Value at Risk für Anleger riskanter ist

Nicht alle Anbieter setzen indes auf Rebalancing. Eine andere gerne angewandte Strategie nennt sich Value at Risk (VaR). Es handelt sich um ein dynamisches (oder quantitatives) Risikomodell, das zu stark schwankenden Aktienquoten in den Portfolios führt. Konkret wird die Aktienquote bei der VaR-Strategie in Zeiten mit geringen Kursschwankungen hochgefahren und in Zeiten mit hohen Schwankungen deutlich reduziert. Die Idee dahinter: Gewinne werden laufen gelassen und Verluste werden begrenzt.

Doch was sich erfolgversprechend anhört, hat in der Praxis seine Tücken. Denn in Phasen steigender Aktienkurse ist die Volatilität (also die Kursschwankungen) tendenziell relativ gering, in Konsolidierungsphasen schnellt sie dagegen meist hoch. So auch diesmal: Mitte Februar 2020, als die Aktienmärkte weltweit noch auf Rekordniveau standen, war die Volatilität an den Börsen außerordentlich niedrig – die Anbieter, die auf die VaR-Strategie setzen, hatten ihre Aktienquoten also entsprechend hochgefahren. Deshalb erwischte es ihre Kunden mit der einsetzenden Konsolidierung der Aktienmärkte überproportional stark.  

Während das Rebalancing also eine antizyklische Anlagephilosopihie verfolgt, bei der Aktien möglichst teuer verkauft und nach Konsolidierungen günstig zurückgekauft werden, führt ein Value-at-Risk-Ansatz zu einem gegenteiligen, prozyklischen Verhalten: In positiven Marktphasen werden Aktien teuer gekauft und bei sinkenden Kursen verkauft und Verluste somit realisiert.

Wie problematisch die Value-at-Risk-Strategie für Anleger ist, verdeutlicht auch eine Studie des renommierten Instituts für Vermögensaufbau in München. Sie kommt zu dem Schluss, dass die Risiken bei Value at Risk deutlich höher sind als bei Rebalancing. Dieses höhere Risiko werde aber nicht durch entsprechend höhere Renditen für Value at Risk kompensiert. Im Gegenteil: Die Renditen von Rebalancing-Strategien seien höher.

„Die simulierte Risikostreuung (gemeint ist Value at Risk) weist über alle Zeiträume hinweg höhere Risikokennzahlen auf als der Rebalancing-Ansatz“, heißt es in der Studie. Und weiter: „Selbst nach einer Haltedauer von zehn Jahren können bei der volatlitätsgesteuerten Anlagestrategie noch relevante Verlustrisiken gemessen werden, während beim Rebalancing-Ansatz nach einer Haltedauer von zehn Jahren nur noch überschaubare Verluste plausibel erscheinen.“

Deutlicher hätten die Autoren der Studie die Defizite von Value at Risk und die Überlegenheit von Rebalancing kaum zum Ausdruck bringen können. 

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