LIQID Income
Q1 2024

Quartalsupdate

Anlageklassen und Positioierung

Was hat die Märkte im ersten Quartal 2024 bewegt?

Im ersten Quartal von 2024 sind die Inflationsraten in der Eurozone und in Deutschland stetig zurückgegangen. In den USA zeigte sich die Inflation hartnäckig und fiel zuletzt höher aus als erwartet. Sowohl die Europäische Zentralbank (EZB) als auch die US-amerikanische Zentralbank (FED) ließen die Leitzinsen in Q1 2024 unverändert bei 4,5 Prozent bzw. 5,5 Prozent. Erste Zinssenkungen erwarten wir im Juni. Die USA überraschte mit soliden Wachstumszahlen, während das Wachstum in der Eurozone wie erwartet schlecht ausfiel.

Entwicklung der Inflation in den USA und in der Eurozone

Im Januar 2024 wurde in der Eurozone noch eine Inflationsrate von 2,8 Prozent gemessen. Im Laufe des Quartals fiel die Rate zunächst auf 2,6 Prozent und Ende März sogar auf 2,4 Prozent. In Deutschland betrug die Inflationsrate zuletzt nur 2,2 Prozent. Die USA begannen das Jahr mit einer höheren Inflationsrate von 3,4 Prozent, die vorübergehend auf 3,1 Prozent zurückging, aber Ende März mit 3,5 Prozent höher als erwartet notierte. Der Blick auf die Höchststände aus dem Jahr 2022 (10,6 Prozent in der Eurozone bzw. 9,1 Prozent in den USA) verdeutlicht aber auch, dass ein großer Teil des Weges zur erfolgreichen Inflationsbekämpfung bereits zurückgelegt wurde. Die Politik der Zentralbanken zeigt also grundsätzlich Wirkung. Die aktuellen Inflationsraten liegen aber weiter hinüber den 2-Prozent-Zielen der Zentralbanken. Inflationsrisiken, zum Beispiel in Form gestiegener Rohstoffpreise, haben zuletzt außerdem wieder zugenommen.

Vergangene und prognostizierte Zinsschritte der Europäischen Zentralbank

Aufgrund dieser Entwicklungen haben die Zentralbanken in Q1 2024 ihre Leitzinsen unverändert gelassen. In der Eurozone beträgt die Hauptrefinanzierungsrate 4,5 Prozent und der Einlagenzins 4,0 Prozent. Der FED Zinskorridor liegt weiterhin bei 5,25-5,50 Prozent. Erwartungen an erste Zinssenkungen entwickelten sich im ersten Quartal 2024 volatil, sowohl hinsichtlich des Zeitpunkts als auch des Umfangs. Ökonomen und Marktteilnehmer gehen derzeit davon aus, dass die EZB noch vor der FED mit Zinssenkungen beginnen könnte. Niedrigere Inflationsraten in der Eurozone, aber auch schlechtere Wirtschaftsdaten sprechen für diese Entwicklung. In ihrer Sitzung im Juni würde die EZB demnach die Leitzinsen um 0,25 Prozent senken. In Summe erwarten Experten für 2024 Zinssenkungen durch die EZB in Höhe von 0,75-1,00 Prozent.

Längere Zeit rechneten die Märkte ebenfalls mit einem ersten Zinsschritt der FED zum Ende des 2. Quartals. Eine Zinssenkung im Juni ist in den USA zwar nicht ausgeschlossen, aber infolge der unerwartet hohen Inflationsrate steigt die Wahrscheinlichkeit einer Verzögerung. In Summe sind für das Jahr 2024 in den USA zwar noch Senkungen in Höhe von 0,50-0,75 Prozent eingepreist. Zu Beginn des Jahres lag dieser Wert allerdings noch über 1,50 Prozent. Anders als in der Eurozone, geben solide Wachstumsraten der FED allerdings mehr Spielraum für längerfristig hohe Zinsen.

Erwartetes Wirtschaftswachstum im ersten Quartal

In der Eurozone entwickelte sich das Wirtschaftswachstum wie erwartet schlecht. Das für Q1 erwartete annualisierte reale Wirtschaftswachstum betrug zu Beginn des Jahres und zum Ende des ersten Quartals 0,1 Prozent. Insbesondere Deutschland trug mit einer erwarteten Wachstumsrate von -0,1 Prozent zu dieser schlechten Entwicklung bei. Einen Lichtblick stellte Spanien dar, das von einer starken Erholung im Tourismus profitierte. In den USA entwickelte sich das reale Wirtschaftswachstum in Q1 wesentlich besser als zu Beginn des Jahres angenommen. Die annualisierte erwartete Wachstumsrate für das erste Quartal 2024 vervierfachte sich von 0,50 Prozent Anfang Januar auf 2,0 Prozent Ende März. Im zweiten und dritten Quartal erwarten Ökonomen allerdings eine Abschwächung in den USA. Grund dafür sind unter anderem Schwächen im privaten Konsum, der durchgestiegene Kosten zunehmend unter Druck gekommen ist. Eine mögliche Stütze bieten Zinssenkungen, die im vierten Quartal zu einer Wiederbeschleunigung des Wachstums führen könnten.

Auf das Gesamtjahr gesehen liegt das erwartete reale Wirtschaftswachstum in den USA mit 2,1 Prozent hinter dem von 2023. Auch global verlangsamt sich das Wachstum, obgleich ein „Soft-Landing“ der Weltwirtschaft weiterhin möglich erscheint. Der Internationale Währungsfonds (IMF) prognostiziert für 2024 ein globales Wirtschaftswachstum von 3,1 Prozent, das ungefähr dem Niveau des Vorjahres entspricht, aber unter dem langfristigen Durchschnitt liegt. Fraglich bleibt, ob China positive Wachstumsimpulse setzen kann. Stattdessen richtet sich das Augenmerk zunehmend auf Indien, das China schon im Jahr 2028 als Wachstumsmotor der Welt ablösen könnte, wie eine Analyse von Bloomberg News zeigt.

Geopolitische Risiken trugen auch im ersten Quartal 2024 zur Unsicherheit bei. Der Krieg in der Ukraine und die Angst vor einer Eskalation im Mittleren Osten stellen eine unmittelbare Gefahr für globale Lieferketten und den Welthandel dar. Unklarheiten über den Wahlausgang in den USA und die Konsequenzen einer Trump-Präsidentschaft sorgten für zusätzliche Anspannung unter Marktteilnehmern.

Quellen: LIQID, LGT, Bloomberg,OECD, Morningstar.

Wie haben sich einzelne Anlageklassen entwickelt?

Die globalen Aktienmärkte sind mit starker Wertentwicklung in das neue Jahr gestartet. Im ersten Quartal konnten sie rund 10,5 Prozent zulegen. Anleihenmärkte entwickelten sich im Wesentlichen seitwärts, wobei Euro-Staatsanleihen und Euro-Unternehmensanleihen im März leicht positive Renditen erwirtschafteten. Alternative Anlagen wie Gold und Rohstoffe entwickelten sich positiv mit Zuwächsen von 8,7 bzw. 4,2 Prozent.

Gestützt von soliden Wirtschaftsdaten und guten Unternehmensgewinnen konnten insbesondere US-Aktien sehr gute Renditen aufweisen. Der Anteil von großen High-Tech-Unternehmen wie Apple, Microsoft oder Nvidia an der gesamten Marktkapitalisierung des S&P 500 ist zwar noch hoch, aber die Dominanz der sogenannten „Magnificent 7“ (Mag 7) hat im Vergleich zum Vorjahr deutlich abgenommen: Inklusive Mag 7 hat der S&P 500 im ersten Quartal 12,8 Prozent an Wert gewonnen. Exklusive Mag 7 waren es 12 Prozent. Im Vorjahr trugen die großen Tech-Unternehmen über 80Prozent zum gesamten Wertzuwachs des Index bei. Zwar konnte z.B. Nvidia weiterhin von dem KI-Boom profitieren und legte im ersten Quartal rund 90 Prozent zu. Apple und Tesla wiederum mussten Kursverluste von 6,3 Prozent bzw. 28 Prozenthinnehmen.

Japanische Aktien entwickelten sich ähnlich stark wie amerikanische. Der MSCI Japan Index legte im ersten Quartal rund 13 Prozent zu. Ein schwacher Yen, der Japans Exportwirtschaft begünstigte und fundamentale Wirtschaftsreformen sind als Hauptgründe zu nennen. Europäische Aktien profitierten von überraschend starken Unternehmensgewinnen und legten in Q1 7,6 Prozent zu.

Grundsätzlich geben Anzeichen auf eine Erholung im Industriesektor Hoffnung auf einen„breiteren“ Markt. Die eingepreisten positiven Entwicklungen (hohe Unternehmensgewinne und niedrige Inflationsraten), sowie die hohen Bewertungsniveaus bergen allerdings Risiken für Rückschläge.

Die Entwicklung an den Anleihemärkten war geprägt von den volatilen Erwartungen an die Zinspolitik der Zentralbanken. Bereits Ende letzten Jahres preisten die Märkte eine Vielzahl von Zinssenkungen ein. Nach der Jahresendrallye von 2023 entwickelten sie sich daher zunächst seitwärts. Die Möglichkeit auf eine Verzögerung erster Zinssenkungen drückte insbesondere in den USA die Preise von Anleihen. Eine Verengung der Kreditrisikoaufschläge sowie die hohe laufende Verzinsung wirkten dieser Dynamik entgegen. In Summe konnten Hochzinsanleihen und Schwellenländeranleihen ersten Quartal 2024 solide Wertzuwächse von 2,2 bzw. 4,4 Prozent erzielen. Euro-Staatsanleihen und Euro-Unternehmensanleihen mit guter bis sehr guter Bonität beendeten das Quartal ungefähr auf dem gleichen Kursniveau wie zu Quartalsbeginn.

Die Entwicklung alternativer Anlagen war insbesondere von geopolitischen Spannungen geprägt. Eine Rekordnachfrage beflügelte insbesondere den Goldpreis. Denn in unsicheren Zeiten gilt Gold für Anleger als „Safe-Haven Asset“. In einem Umfeld sinkender Zinsen nimmt die Nachfrage sogar noch zu, da zinstragende Instrumente an Attraktivität verlieren. Die Goldnachfrage wurde zusätzlich durch massive Zukäufe von Zentralbanken angekurbelt. In Summe legte der Goldpreis im ersten Quartal 8,7 Prozent zu. Rohstoffe beendeten das Quartal mit 4,7 Prozent im Plus.

Quellen: LIQID, LGT, Bloomberg,OECD, Morningstar.

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Wie hat sich LIQID Income entwickelt?

LIQID Income hat sich im ersten Quartal 2024 erwartungsgemäß positiv und wenig volatil entwickelt.

Innerhalb des Portfolios zeigte insbesondere der Lyxor Smart Overnight Return ETF einen deutlichen Wertzuwachs in Höhe von 1,11 Prozent. Auch der Amundi Euro Corporate 0-1 ETF erzielte mit plus 0,96 Prozent eine gute Performance. In der sicherheitsorientierten Strategie konnten alle anderen Wertpapiere ebenfalls positive Renditen generieren.

Die Entwicklung der Wertpapiere spiegelt auch die Tatsache wider, dass der Geldmarktzinssatz derzeit höher ist als der Zinssatz für sehr kurzfristige Anleihen. Für das Jahr 2024 erwarten Ökonomen und Marktteilnehmer sukzessive eine Normalisierung der Zinsstrukturkurve. Infolgedessen würden kurzfristigeAnleihen wieder höhere Endfälligkeitsrenditen aufweisen als Geldmarktinstrumente.

Das sagen unsere Kunden

Aktuelle Allokation von LIQID Income

In Summe erwirtschaftete LIQID Income eine Rendite nach Kosten in Höhe von 0,8 Prozent. Der kumulierte Geldmarktzins, der die Benchmark des Portfolios darstellt, erwirtschaftete eine Rendite von 1,0 Prozent. Seit Auflage am 21.06.2023 bis zum 31.03.2024 hat das Portfolio 2,9 Prozent Rendite nach Kosten erzielt. Das entspricht einer annualisierten Rendite von 3,7 Prozent.

Die aktuelle Allokation entspricht der des vorherigen Quartals: Geldmarktinstrumente machen circa 18 Prozent des Portfolios aus. Hinzu kommen 70 Prozent ultrakurz-und kurzlaufende Unternehmens- und Staatsanleihen mit sehr gutem Kreditrating. Die verbleibenden 12 Prozent entfallen auf Unternehmensanleihen mit einer Laufzeit von 0-3 Jahren und einem sehr guten Kreditrating (10 Prozent) bzw. auf die operative Cash-Quote (2 Prozent).

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