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Was ist ein Private-Equity-Dachfonds?

24. September 20266 Min. LesezeitDr. Martin Meuter

Dachfonds bündeln das Kapital von Anlegern, um es in ein diversifiziertes Portfolio aus mehreren Private-Equity-Fonds zu investieren.

Key Takeaways
  1. Um in Private Equity zu investieren, setzen auch viele professionelle Anleger wie Family Offices und Stiftungen auf Dachfonds.

  2. Private-Equity-Dachfonds bündeln das Kapital vieler Anleger, um es in ein diversifiziertes Portfolio aus mehreren Private-Equity-Fonds zu investieren.

  3. Ein Private-Equity-Dachfonds kann das Rendite-Risiko-Profil optimieren und öffnet auch kleineren Anlegern den Zugang zu einem breit diversifizierten Private-Equity-Portfolio.

Private-Equity-Fonds verlangen typischerweise siebenstellige Mindestanlagen. Ein breit gestreutes Portfolio aus mehreren Fonds können deshalb in der Praxis nur sehr große professionelle Investoren selbst aufbauen. Auch viele Family Offices und Stiftungen setzen daher auf Dachfonds, die das Kapital vieler Anleger bündeln und über mehrere Zielfonds verteilen.

Was ist ein Private-Equity-Dachfonds?

Anders als ein klassischer Private-Equity-Fonds investiert ein Private-Equity-Dachfonds nicht in einzelne Unternehmen. Er bündelt das Kapital von Anlegern, um es in ein diversifiziertes Portfolio aus mehreren Private-Equity-Fonds, auch Zielfonds genannt, zu investieren.

Das Ziel eines Dachfonds ist es, ein optimiertes Rendite-Risiko-Profil für seine Anleger zu erreichen. Außerdem ermöglicht der Private-Equity-Dachfonds Anlegern mit vergleichsweise kleinen Investitionssummen Zugang zu einer diversifizierten Private-Equity-Allokation.

Wie funktioniert ein Private-Equity-Dachfonds?

Grundsätzlich wählt der Private-Equity-Dachfonds verschiedene Private-Equity-Fonds aus und dient Anlegern als Zugangsweg zu diesen Fonds. Seine wichtigste Aufgabe ist die systematische Diversifikation des gesamten Dachfondsportfolios. Insgesamt investieren Private-Equity-Dachfonds in der Regel in bis zu fünfzehn Zielfonds.

Die Dachfondsmanager versuchen, Überlappungen und Klumpenrisiken im Portfolio zu vermeiden, prüfen jeden einzelnen Zielfonds und steuern die Kapitalflüsse zwischen Anlegern und Zielfonds. So erreichen Anleger mit einer einzigen Anlage einen deutlich höheren Diversifikationsgrad als bei einer Investition in einen einzelnen Fonds.

In anderen Punkten ähnelt ein Private-Equity-Dachfonds einem klassischen Private-Equity-Fonds. Er hat eine bestimmte Laufzeit, in der Regel zehn bis zwölf Jahre. Der Lebenszyklus besteht ebenfalls aus einer Kapitalbeschaffungsphase, in der Kapitalzusagen eingesammelt werden, sowie einer Investitionsphase, in der Zielfonds gezeichnet werden und die Kapitalzusagen der Anleger nach und nach abgerufen werden.

Wertsteigerung und Exits, also die Verkäufe von Beteiligungen, finden auf Zielfondsebene statt. Erlöse aus den Exits werden an den Dachfonds ausgeschüttet. Diese können zunächst dafür genutzt werden, weitere Kapitalabrufe der Zielfonds zu bedienen, und werden zum Ende der Laufzeit an die Anleger ausgeschüttet.

Was sind die Vorteile eines Dachfonds?

Private-Equity-Dachfonds bieten eine Reihe von Vorteilen. Im Mittelpunkt stehen dabei das optimierte Rendite-Risiko-Profil und der Zugang zur Anlageklasse.

  • Ein breit gestreutes Portfolio aus mehreren Private-Equity-Fonds kann ein deutlich geringeres Ausfallrisiko haben als einzelne Fonds.
  • Eine vergleichbare Diversifikation über einzelne Fonds-Investments ist in der Praxis nur für sehr große professionelle Investoren erreichbar. Das liegt daran, dass Private-Equity-Fonds typischerweise siebenstellige Mindestanlagen erfordern.
  • Ein professioneller Dachfonds kann auch kleineren Anlegern einen Zugang zu den besten Private-Equity-Managern bieten. Diese nehmen für ihre Fonds meist nur Kapital von Großanlegern an, die schon lange in ihre Fonds investieren.
  • Erfahrene Dachfondsmanager verfügen über langjährige Expertise in Bereichen wie der Portfoliostrukturierung, der Due Diligence, dem Monitoring und dem laufenden Liquiditätsmanagement, die auch für professionelle Investoren eine große Herausforderung darstellen können.

Was gibt es bei Private-Equity-Dachfonds zu beachten?

Auch wenn Private-Equity-Dachfonds viele Vorteile bieten, gibt es Risiken und potenzielle Nachteile, die zu berücksichtigen sind:

  • Ein Private-Equity-Dachfonds bringt eine weitere Kostenebene mit sich. Wird der Fonds nicht kosteneffizient aufgesetzt, kann sich das nachteilig auf die Rendite auswirken.
  • Private-Equity-Dachfonds unterliegen grundsätzlich denselben Risiken wie andere Private-Equity-Investments.
  • Kein Risiko im eigentlichen Sinne, aber dennoch zu beachten: Private Equity ist grundsätzlich eine langfristige und illiquide Anlageklasse, das gilt auch für Private-Equity-Dachfonds. Das zugesagte Kapital bleibt entsprechend über einige Jahre hinweg gebunden.

Wie unterscheiden sich Dachfonds von klassischen Private-Equity-Fonds?

Klassische Private-Equity-Fonds und Private-Equity-Dachfonds unterscheiden sich in einer Reihe von Merkmalen:

MerkmalEinzelner Private-Equity-FondsDachfonds
InvestitionszielInvestiert in einzelne UnternehmenInvestiert in andere Private-Equity-Fonds
EinstiegsschwelleTypischerweise ab siebenstelligen SummenBereits ab niedrigen sechsstelligen Summen
AusfallrisikoVergleichsweise höherVergleichsweise geringer
DiversifikationVergleichsweise geringerVergleichsweise höher
Portfoliounternehmen10–15> 150

Für wen eignet sich ein Private-Equity-Dachfonds?

Private-Equity-Dachfonds eignen sich für Anleger, die auf der Suche nach einem systematisch diversifizierten Private-Equity-Portfolio sind, denen aber das Kapital oder die Expertise fehlt, selbst ein solches Portfolio aufzubauen.

Da es sich bei Private Equity um eine illiquide und langfristige Anlageklasse handelt, sollten Anleger auf das zugesagte Kapital während der Laufzeit des Fonds verzichten können. Außerdem ist die Anlageklasse nur für erfahrene Anleger geeignet.

Fazit

Ein Private-Equity-Dachfonds investiert nicht in einzelne Unternehmen, sondern in mehrere Zielfonds. So erreichen Anleger mit einer einzigen Anlage einen deutlich höheren Diversifikationsgrad und erhalten bereits ab niedrigen sechsstelligen Summen Zugang zur Anlageklasse.

Dem stehen eine zusätzliche Kostenebene und eine Kapitalbindung über die Laufzeit von in der Regel zehn bis zwölf Jahren gegenüber. Für erfahrene Anleger mit langem Anlagehorizont, denen Kapital oder Expertise für ein eigenes Portfolio aus Private-Equity-Fonds fehlt, ist ein Dachfonds deshalb ein naheliegender Weg in die Anlageklasse.

LIQID bietet dafür Private Equity PRO an, einen Private-Equity-Dachfonds, der inzwischen in der sechsten Fondsgeneration angeboten wird. LIQID und HQ Capital wählen die Zielfonds gemeinsam aus. HQ Capital ist ein globaler Private-Equity-Spezialist, entstanden als Private-Equity-Arm des Family Office der Unternehmerfamilie Harald Quandt, und seit 2017 LIQIDs Partner für Private Equity PRO. Private Equity PRO investiert in dieselben Fonds renommierter Private-Equity-Manager weltweit und zu denselben Konditionen wie die institutionellen Kunden von HQ Capital. Die Gebühren auf Dachfondsebene liegen auf dem Niveau eines ETF, und HQ Capital berechnet keine zusätzliche Gewinnbeteiligung. Die Zielfonds erheben weiterhin ihre eigenen Gebühren und Gewinnbeteiligungen.

Private Equity PRO hat eine Laufzeit von zwölf Jahren und ruft das Kapital über mehrere Jahre ab. Über ein verknüpftes CORE oder SAVE Portfolio lassen sich die Kapitalabrufe automatisch bedienen. Der Fonds richtet sich an semiprofessionelle Anleger im Sinne von § 1 Abs. 19 Nr. 33 KAGB ab 200.000 € und an professionelle Anleger ab 100.000 €.

Autor

Dr. Martin Meuter

Managing Director und Head of Portfolio Management

Dr. Martin Meuter leitet das Portfolio Management und ist Geschäftsführer der LIQID Asset Management. Er ist seit 2022 bei LIQID und steuert unser Investmentteam sowie die Zusammenarbeit mit den Partnern LGT, HQ Capital, VenCap und Neuberger. Zuvor beriet er Banken und Versicherungen im Bereich Investment- und Risikomanagement. Er hat einen Bachelor der TU München, einen Master der Erasmus Universität Rotterdam und einen Doktortitel in Finanzwirtschaft der Universität zu Köln.