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Worin unterscheiden sich Private Equity NXT und Private Equity PRO?

29. September 20267 Min. LesezeitDr. Martin Meuter

Private Equity NXT investiert über Co-Investments direkt in Unternehmen, Private Equity PRO als Dachfonds in ausgewählte Private-Equity-Fonds. Daraus folgen Unterschiede bei Einzahlung, Rückflüssen und Rückgabe. Auch bei Kosten und Anlegerkreis unterscheiden sich die beiden Produkte.

Key Takeaways
  1. Private Equity NXT beteiligt sich über Co-Investments direkt an Unternehmen, Seite an Seite mit Private-Equity-Fonds. Private Equity PRO hält Anteile an ausgewählten Private-Equity-Fonds.

  2. Bei Private Equity NXT wird der Anlagebetrag sofort vollständig eingezahlt, Erlöse werden wieder angelegt. Private Equity PRO ruft die Kapitalzusage schrittweise ab und schüttet Erlöse aus.

  3. Bei Private Equity NXT sind Verkauf und Rückgabe von Anteilen unter bestimmten Bedingungen möglich. Private Equity PRO ist ein geschlossener Dachfonds ohne reguläre Rückgabe.

  4. Private Equity NXT ist speziell für Privatanleger konzipiert. Private Equity PRO setzt eine Einstufung als semiprofessioneller oder professioneller Anleger voraus.

Institutionelle Anleger investieren auf unterschiedlichen Wegen in Private Equity. Zwei dieser Wege macht LIQID zugänglich: mit Private Equity PRO über einen Dachfonds, mit Private Equity NXT über Co-Investments.

Private Equity NXTPrivate Equity PRO
AnlageCo-Investments direkt in Unternehmen, Seite an Seite mit Private-Equity-FondsDachfonds mit ausgewählten Private-Equity-Fonds
EinzahlungVollständig bei der ZeichnungSchrittweise per Kapitalabruf, über etwa 5 Jahre
ErlöseWerden wieder angelegtWerden ausgeschüttet
Verkauf und RückgabeVerkauf an andere Anleger monatlich möglich, sonst Rückgabe mit Begrenzungen zum Ende des Quartals, das auf die Anmeldung folgtKeine reguläre Rückgabe, vorzeitiger Verkauf nur begrenzt
Empfohlener AnlagehorizontMindestens 5 JahreMindestens 10 Jahre
Verwaltungsgebühr2,49 % p. a.0,59–0,79 % p. a.
Laufende FondskostenRund 0,36 % p. a.Rund 0,20 % p. a.
Gewinnbeteiligung12,50 % nach 8,00 % p. a. Vorzugsrendite (Hurdle Rate)Keine auf Dachfondsebene
Gebühren und Gewinnbeteiligung (Carry) der Private-Equity-FondsKeineZielfonds erheben eigene Verwaltungsgebühren und Carry
BesteuerungWie ein InvestmentfondsSteuertransparent
AnlegerkreisPrivatanlegerSemiprofessionelle und professionelle Anleger
Mindestanlage20.000 €, mit Sparplan 10.000 €200.000 €, für professionelle Anleger 100.000 €

Wie investieren Private Equity NXT und Private Equity PRO?

Private Equity PRO ist ein geschlossener Dachfonds. Er investiert in ausgewählte Private-Equity-Fonds, die ihrerseits Unternehmen erwerben und entwickeln. Anleger halten Anteile am Dachfonds und sind über dessen Zielfonds an den Unternehmen beteiligt. Das Portfolio umfasst Fonds unterschiedlicher Vintages (Fondsjahrgänge). Über Secondary-Fonds kommen bestehende Beteiligungen früherer Vintages hinzu.

Private Equity NXT ist anders aufgebaut. Der Fonds beteiligt sich über Co-Investments direkt an ausgewählten Unternehmen, Seite an Seite mit Private-Equity-Fonds, die die jeweilige Transaktion anführen. Anleger halten Anteile an Private Equity NXT, nicht an den Private-Equity-Fonds, neben denen der Fonds investiert.

Beide Produkte streuen die Anlage über eine Vielzahl von Unternehmen. Private Equity PRO erreicht dies über mehrere Zielfonds und deren Manager. Private Equity NXT baut ein Portfolio einzelner Co-Investments auf.

Schema: Private Equity PRO investiert in einen EQT-Fonds, Private Equity NXT neben einem EQT-Fonds in Vinted

Wann zahlen Anleger ein und wann fließt Geld zurück?

Aus diesem unterschiedlichen Aufbau folgt, wann Anleger Geld einzahlen müssen und was mit Erlösen aus Unternehmensverkäufen geschieht.

Bei Private Equity PRO geben Anleger zunächst eine Kapitalzusage ab. Der Dachfonds ruft das zugesagte Kapital über etwa fünf Jahre schrittweise ab. Verkaufen die Zielfonds später Unternehmen, fließen Erlöse über den Dachfonds an die Anleger zurück. Kapital fließt also schrittweise hinein und zeitversetzt zurück.

Für die Abwicklung der Abrufe bietet LIQID einen Administrationsvertrag an. Dabei liegt der Betrag der Kapitalzusage zunächst in einem CORE oder SAVE Portfolio. Abrufe werden daraus bedient und Rückflüsse dort erneut angelegt. Anleger können die Abrufe aber auch über ein externes Konto bezahlen.

Bei Private Equity NXT zahlen Anleger den Anlagebetrag bei der Zeichnung vollständig ein. Es folgen keine Kapitalabrufe. Erlöse aus Unternehmensverkäufen legt der Fonds in neue Beteiligungen an, statt sie an Anleger auszuschütten. Wer Erträge aus der Anlage entnehmen möchte, muss deshalb Anteile verkaufen oder zurückgeben.

Wann können Anleger ihre Anteile verkaufen oder zurückgeben?

Private Equity PRO ist auf viele Jahre angelegt. Die vertragliche Fondslaufzeit beträgt zwölf Jahre und kann zweimal um jeweils ein Jahr verlängert werden. Ausschüttungen können deutlich vor Ende der Laufzeit beginnen. Eine reguläre Rückgabe der Anteile an den Fonds sieht Private Equity PRO während der Laufzeit jedoch nicht vor. Ein vorzeitiger Verkauf ist grundsätzlich möglich, hängt aber von einem geeigneten Käufer ab und kann mit einem deutlichen Abschlag verbunden sein.

Private Equity NXT hat keine vertragliche Mindesthaltedauer. Anleger können ihre Anteile monatlich anderen Anlegern zum Kauf anbieten. Ob ein Verkauf zustande kommt, hängt von der Nachfrage ab. Kommt er nicht zustande, sind Rückgaben an den Fonds zum Ende des Quartals vorgesehen, das auf die Anmeldung folgt. Eine am 15. Dezember angemeldete Rückgabe wird also zum 31. März wirksam. Der Fonds kann diese Rückgaben auf 5 % seines Volumens pro Quartal beziehungsweise 20 % p. a. begrenzen. In außergewöhnlichen Situationen sind weitere vorübergehende Einschränkungen möglich.

Um Rückgaben bedienen zu können, hält Private Equity NXT einen Teil des Fondsvermögens in liquiden Anlagen: Angestrebt sind 10–15 %. Die Unternehmensbeteiligungen selbst bleiben illiquide.

Der empfohlene Anlagehorizont beträgt bei Private Equity NXT mindestens fünf Jahre, bei Private Equity PRO mindestens zehn Jahre.

Was kosten die beiden Produkte?

Bei Private Equity PRO beträgt die jährliche Verwaltungsgebühr je nach Höhe der Kapitalzusage 0,59–0,79 %. Hinzu kommen laufende Fondskosten von rund 0,20 % p. a. und je nach Anteilsklasse eine Initialgebühr von 1,00 % der Kapitalzusage. Auf Dachfondsebene fällt keine erfolgsabhängige Gewinnbeteiligung (Carried Interest, Carry) an. Die Zielfonds erheben jedoch eigene Verwaltungsgebühren und Carry.

Bei Private Equity NXT beträgt die Verwaltungsgebühr 2,49 % p. a., hinzu kommen laufende Fondskosten von rund 0,36 % p. a. Bei einem erfolgreichen Unternehmensverkauf fällt eine erfolgsabhängige Gewinnbeteiligung (Carry) von 12,50 % an, nachdem Anleger auf ihren Anteil an der Transaktion eine Vorzugsrendite (Hurdle Rate) von 8,00 % p. a. erhalten haben. Der Fonds zahlt weder Verwaltungsgebühren noch Carry an die Private-Equity-Fonds, neben denen er investiert.

Welche Renditen streben die Produkte an?

Private Equity PRO strebt nach Kosten eine Rendite von 12–15 % p. a. an, gemessen als interner Zinsfuß (Internal Rate of Return, IRR). Diese Kennzahl berücksichtigt, wann Kapital abgerufen und ausgeschüttet wird. Private Equity NXT strebt nach Kosten langfristig 10–12 % p. a. an. Diese Zielspanne beruht auf einer Prognose für ein semi-liquides Portfolio aus Co-Investments.

Wie werden Gewinne besteuert?

Private Equity PRO ist steuertransparent strukturiert. Bei Privatpersonen unterliegen 60 % der Gewinne aus Unternehmensverkäufen dem persönlichen Steuersatz (Teileinkünfteverfahren). Zeichnet eine GmbH Anteile an Private Equity PRO, sind 5 % dieser Gewinne steuerpflichtig. Für vermögensverwaltende GmbHs ergibt sich daraus ein effektiver Steuersatz von unter 1 %. Bei Gesellschaften, die nicht rein vermögensverwaltend tätig sind, kann zusätzlich Gewerbesteuer anfallen.

Private Equity NXT wird wie ein Investmentfonds besteuert. Gewinne aus dem Verkauf oder der Rückgabe von Anteilen unterliegen bei Privatpersonen der Abgeltungsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Auch eine jährliche Vorabpauschale kann anfallen.

Die steuertransparente Struktur von Private Equity PRO ist vor allem für Gesellschaften von Bedeutung. Welche Belastung tatsächlich entsteht, hängt von der Rechtsform und den Verhältnissen des Anlegers ab.

Wer kann in welches Produkt investieren?

Private Equity PRO steht semiprofessionellen und professionellen Anlegern offen. Die Mindestkapitalzusage beträgt 200.000 € für semiprofessionelle und 100.000 € für professionelle Anleger. Neben dem Betrag ist die entsprechende Einstufung Voraussetzung.

Private Equity NXT richtet sich an Privatanleger mit langfristigem Anlagehorizont. Die Mindestanlage beträgt 20.000 € bei einer einmaligen Einzahlung. Mit einem monatlichen Sparplan von mindestens 200 € sinkt sie auf 10.000 €.

Fazit

Private Equity PRO organisiert die Anlage als Dachfonds mit Kapitalzusagen, Abrufen und Ausschüttungen. Private Equity NXT organisiert sie als fortlaufendes Co-Investment-Portfolio mit vollständiger Einzahlung, Wiederanlage von Erlösen und bedingten Möglichkeiten zum Verkauf oder zur Rückgabe von Anteilen.

Welches Produkt infrage kommt, bestimmen zuerst die Einstufung des Anlegers und die Mindestanlage. Danach entscheiden vor allem der gewünschte Umgang mit Kapitalflüssen, der Anlagehorizont, die Möglichkeiten zu Verkauf und Rückgabe sowie die steuerliche Situation. Beide Produkte eröffnen Zugang zu einem breit gestreuten Private-Equity-Portfolio, fügen sich aber auf unterschiedliche Weise in das übrige Vermögen ein.

Autor

Dr. Martin Meuter

Managing Director und Head of Portfolio Management

Dr. Martin Meuter leitet das Portfolio Management und ist Geschäftsführer der LIQID Asset Management. Er ist seit 2022 bei LIQID und steuert unser Investmentteam sowie die Zusammenarbeit mit den Partnern LGT, HQ Capital, VenCap und Neuberger. Zuvor beriet er Banken und Versicherungen im Bereich Investment- und Risikomanagement. Er hat einen Bachelor der TU München, einen Master der Erasmus Universität Rotterdam und einen Doktortitel in Finanzwirtschaft der Universität zu Köln.