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So funktioniert der Börsenhandel

Wozu dient der Börsenhandel?

An einer Börse werden Wertpapiere gehandelt, also im Wesentlichen Aktien und Anleihen, ETFs, aktive Fonds und Derivate. Der Börsenhandel dient dazu, Käufer und Verkäufer zusammenzubringen und sorgt dafür, dass die Wertpapiere zu einem möglichst marktgerechten Preis gehandelt werden. Der Marktpreis einer Aktie wird Aktienkurs (oder Börsenkurs) genannt und richtet sich nach Angebot und Nachfrage. Als Kurswert wird der Preis bezeichnet, den Anleger insgesamt bei einem Kauf bezahlen: also der Kurs der Aktie multipliziert mit der Anzahl der gekauften Aktien.

 

Wie oft werden Aktien gehandelt?

Die Aktien von großen Unternehmen wie den 30 DAX-Konzernen werden sehr häufig gehandelt. Denn bei diesen Aktien gibt es eine sehr hohe Marktliquidität: Es sind sehr viele Aktien im Umlauf, wovon ein Teil regelmäßig den Besitzer wechselt. Oftmals kommt es zu mehreren Transaktionen pro Minute, manchmal sogar zu mehreren Transaktionen pro Sekunde von Aktien eines Unternehmens. Die Aktien von kleinen Unternehmen werden dagegen meist viel seltener gehandelt, denn bei ihnen ist die Marktliquidität gering. An manchen Tagen kommen bisweilen sogar gar keine Börsenumsätze in diesen Aktien zustande.

 

Wie viele Handelsplätze gibt es?

In Deutschland gibt es acht Wertpapierbörsen: Frankfurt am Main, Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Hannover, Düsseldorf und Tradegate (ebenfalls in Berlin). Einige Banken und Broker bieten aber auch einen außerbörslichen Aktienhandel an. Als Handelspartner für den Kunden treten sie dann oftmals selbst auf: Kauft ein Kunde Aktien, verkaufen sie ihm diese aus ihrem Bestand. Will er dagegen Aktien verkaufen, nehmen sie diese in ihren Bestand auf. Welche Kosten fallen für den Börsenhandel an? Für den Börsenhandel entstehen Kosten. Der Präsenzhandel, bei dem Börsenhändler und Kursmakler physisch auf dem Parkett anwesend waren, wurde mittlerweile zwar fast überall durch Computer ersetzt. Doch auch deren Betriebssysteme kosten Geld und verursachen deshalb Börsenplatzkosten. Und Börsenbetreiber wollen ja auch Geld verdienen. Sie nehmen deshalb in der Regel für jede Transaktion ein Entgelt sowohl vom Käufer als auch vom Verkäufer.

 

Welche Kosten fallen für die Bank oder den Broker an?

Für Anleger, die Wertpapiere kaufen oder verkaufen, kommen zu den Börsenplatzkosten noch die Brokerkosten hinzu: Das ist das Entgelt, das die Bank oder der Broker nimmt, bei dem der Kunde sein Depot unterhält. Zusammengefasst werden die Kosten für den Wertpapierhandel als Transaktionskosten bezeichnet. Für Kunden des digitalen Vermögensverwalters LIQID fallen keine Transaktionskosten an. Diese sind von der jährlichen Verwaltungspauschale mit abgedeckt.

 

Was können Anleger tun, die mit fallenden Kursen rechnen? Wer mit fallenden Kursen rechnet, kann zunächst natürlich die Wertpapiere in seinem Depot verkaufen – sofern er welche hat – und diese dann später zu einem günstigeren Preis zurückkaufen. Doch auch ohne die entsprechenden Wertpapiere im Depot können Anleger an fallenden Kursen verdienen: durch so genannte Leerverkäufe. Das funktioniert nach folgendem Prinzip: Der Anleger leiht sich das entsprechende Wertpapier gegen eine Gebühr von einem anderen Anleger und verkauft es. Später kauft er es zu einem günstigeren Kurs zurück und gibt es dem Eigentümer zurück. Leerverkäufe sind natürlich sehr riskant. Denn steigt der Kurs, muss der Anleger die geliehenen Wertpapiere, die er verkauft hat, später zu einem höheren Kurs wieder zurückkaufen.

 

Gibt es für Privatanleger eine sinnvolle Alternative zu Leerverkäufen?

Leerverkäufe sind Privatanlegern aufgrund des hohen Risikos und auch des großen Aufwands für die Wertpapierleihe nicht zu empfehlen. Privatanleger können sich sinnvoller und auch einfacher mit dem Kauf von Verkaufsoptionen (sogenannten Puts) gegen fallende Kurse absichern. Puts sind so konstruiert, dass ihr Kurs steigt, wenn der Kurs des Wertpapiers, das sie abbilden fällt – und umgekehrt. Allerdings sollten langfristig orientierte Anleger keine großen Summen für die Absicherung aufwenden, weil solche Maßnahmen auf Dauer die Rendite eines Depots stark schmälern.

 

Was braucht man für den Einstieg an der Börse?

1. Grundvoraussetzung ist die Eröffnung eines Wertpapierdepots bei einer Bank oder einem Broker. Sinnvoll ist es die Konditionen genau zu vergleichen, denn diese unterscheiden sich sehr stark.

2. Günstige Konditionen bieten in der Regel Online-Broker und Direktbanken an. Eher teuer ist das Depot bei der Hausbank oder bei anderen Filialbanken. Oftmals fällt auch eine Mindestgebühr an. Immer üblicher werden auch Flatrates, die es erlauben für einen Pauschalpreis so oft zu handeln, wie man möchte. Das lohnt sich in der Regel aber nur für Anleger, die ihr Depot häufig umschichten.

3. Ist das Depot eröffnet, kann es losgehen. Nun stellt sich die Frage, welche Wertpapiere gekauft werden sollen. Grundsätzlich gilt die alte Börsenweisheit: Nicht alle Eier in einen Korb legen. Sprich: das Geld möglichst über verschiedene Anlageklassen, Branchen und Regionen streuen. Das sorgt für Risikostreuung und Diversifikation. Darüber hinaus sollte man bei jedem Wertpapier auf das Chancen-Risiko-Verhältnis achten. Für welchen Mix man sich am Ende entscheidet, hängt auch von den individuellen Zielen, der Anlagedauer und der Risikobereitschaft ab.

4. Bei vielen Anbietern können Wertpapiere mittlerweile per Smartphone über eine Trading-App gehandelt werden. Das ist sehr bequem, verleitet mitunter aber zu schnellen, unüberlegten Anlageentscheidungen.

5. Über den richtigen Einstiegszeitpunkt sollten sich Börsenanfänger nicht allzu viele Gedanken machen. Die Erfahrung lehrt: Je früher man an der Börse investiert, desto besser. Wer in jungen Jahren einsteigt, dem können auch heftige Rückschläge wie während der Corona-Krise, als die Weltaktienmärkte um über 30 Prozent nachgaben, nichts anhaben. In der Vergangenheit hat die Börse solche Rücksetzer stets wieder aufgeholt.

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