Warum die Selektion der besten Venture-Capital-Fonds so wichtig ist

Venture Capital (VC) ist die Anlageklasse mit dem höchsten Renditepotenzial. Allerdings unterscheidet sich die Performance der Fonds erheblich: Während viele es nicht schaffen, das eingesetzte Kapital zurückzuverdienen, gibt es einige Fonds, die den Einsatz vervielfachen. Woran das liegt, und wie professionelle Investoren immer wieder die Top-Fonds finden, erfahren Sie in diesem Artikel.

Zuletzt aktualisiert: 20.05.22

Die Selektion der besten Venture-Capital-Fonds scheint auf den ersten Blick vergleichbar mit der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Am Markt existieren tausende Fonds, von denen nur einige wenige die Ergebnisse erzielen, für welche die Anlageklasse bekannt ist – nämlich Renditen deutlich über dem Aktienmarkt und sogar über denen von Private Equity.

Dass diese Renditen kein Traum sind, belegt unter anderem eine aktuelle Studie der Investmentgesellschaft Cambridge Associates. Sie vergleicht die Performance von Private-Equity- und Venture-Capital-Investments von 2005 bis 2017 und stellt fest: In lediglich zwei der zwölf betrachteten Jahre performte der amerikanische Private-Equity-Markt besser als der von Venture Capital. Auch im Vergleich mit anderen Assetklassen bietet VC im Schnitt die höchsten zu erwartenden Erträge.


Nur wenige VC-Manager erwirtschaften Top-Renditen

Hohe Renditen gehen meist jedoch auch mit einem hohen Anlagerisiko einher. So ist keine Seltenheit, dass Investoren in VC-Fonds Verluste erleiden. Wie kommt aber dann die deutliche Überrendite gegenüber anderen Anlageklassen zustande? Die kurze Antwort lautet: Die besten Fondsmanager erwirtschaften eine solche Überrendite, dass der VC-Markt verzerrt wird. Deutlich wird dies, wenn man sich die Erträge des Top-Quartils, also der besten 25 Prozent der VC-Fonds, im Vergleich zum Median anschaut. Die folgende Darstellung stammt aus deroben genannten Studie von Cambridge Associates und zeigt, wie viel größer die Ungleichverteilung bei VC-Fonds gegenüber Private-Equity-Fonds ist.

Abb Perzentile

Die Kernbotschaft für Anleger: In keiner Anlageklasse hat die Wahl des richtigen Fondsmanagers eine solch große Auswirkung auf die Performance wie im Venture-Capital-Bereich.

Ein Investment kann einen kompletten Fonds tragen

Wie kommt es zu diesen erheblichen Performance-Unterschieden

Dazu ist es wichtig zu verstehen, dass Venture-Capital-Investitionen als abhängig von sogenannten “Power Laws” gelten. Power Laws (“Potenzgesetze”) gibt es in vielen Bereichen, beispielsweise im Buchhandel. Hier besagt das Gesetz, dass ein kleiner Anteil an Autoren für einen großen Teil des Umsatzes der gesamten Branche verantwortlich ist. Dies bestätigt ein Blick auf die Bestseller-Listen, in denen immer wieder dieselben Namen zu finden sind.

Ähnlich ist es im VC-Bereich – nur dass hier wenige Portfoliounternehmen die Durchschnittsrendite in die Höhe treiben. Zu erklären ist das wie folgt:  Venture-Capital-Fonds steigen bereits früh in Unternehmen ein. Ihnen ist bewusst, dass einige der Start-ups scheitern werden. Aber wenn eines der jungen Unternehmen zu einem durchschlagenden Erfolg wird, kann der Fonds sein Anfangsinvestment vervielfachen. Wenn also auf die richtigen Start-ups gesetzt wird, reichen ein bis zwei gute Investments, um einen gesamten Fonds zu tragen. Diese Investments nennt man daher auch “Fund-Returner”.

Was das konkret bedeutet: Der Anteil an Fund-Returnern ist extrem gering. In den vergangenen Jahren waren es jeweils die besten 25 Investments, die im Schnitt 52 Prozent der gesamten Rendite des VC-Marktes einbrachten. Dem gegenüber stehen zahlreiche Investments, die nur eine geringe bis gar keine Rendite erwirtschafteten. Die besten VC-Fonds heben sich durch Investments in Fund-Returner ab und outperformen deutlich; im Schnitt haben sie ein bis zwei Fund-Returner im Portfolio.

Ein Beispiel für ein solch extrem erfolgreiches Investment liefert die Venture-Capital-Gesellschaft Redpoint mit ihrem Investment in Snowflake, ein Cloud-Unternehmen aus Kalifornien. Redpoint hat im Oktober 2014 in das Start-up investiert, das damals mit 75 Millionen US-Dollar bewertet war, und es weiterentwickelt. Bei seinem Börsengang sechs Jahre später hat Snowflake eine Bewertung von 33,2 Milliarden US-Dollar erreicht und konnte Ende 2020 sogar eine Marktkapitalisierung von 80 Milliarden US-Dollar aufweisen. Insgesamt hat das Unternehmen somit seit der Finanzierungsrunde von Redpoint seinen Wert mehr als vertausendfachtAbb Snowflake

Was frühere Performance über künftige Ergebnisse aussagt

Auffällig ist, dass diese oben erwähnte Outperformance nicht beliebig zwischen den Fondsmanagern wechselt. Tatsächlich schaffen es extrem erfolgreiche Investoren oftmals auch in Zukunft zu den besten 25 Prozent zu gehören. Die untenstehende Tabelle veranschaulicht dies: Fondsmanager, die in der Vergangenheit zum besten Quartil zählten, schafften dies auch zu 44,6 Prozent mit ihren Folgefonds. Dagegen bleiben schwächere Manager meist auch in der neuen Fondsgeneration zurück.

Abb Quartile VC-1Aber woran liegt es, dass einige Manager kontinuierlich besser abschneiden als andere? Dazu gibt es zwei Erklärungsansätze:

1. Netzwerk und Know-how: VC-Fonds bringen in der Regel nicht nur finanzielle Mittel in ihre Zielunternehmen ein, sondern unterstützen diese auch operativ. Für Start-ups kann dies besonders wichtig sein. Sie nutzen die Expertise und das Netzwerk der Investoren als Wachstumsmotor und können so schneller Ziele erreichen oder Herausforderungen mithilfe der Erfahrung ihrer Partner lösen. Daher arbeiten junge Unternehmen, anders als an der Börse, nicht zwangsweise mit dem Meistbietenden zusammen, sondern wollen den besten Partner für ihre Idee gewinnen. Dies ermöglicht erfolgreichen VC-Managern mit viel Erfahrung und einem umfangreichen Netzwerk, häufiger von Unternehmen oder Co-Investoren angefragt zu werden. Unbekannte Fonds oder Manager mit schlechten Ergebnissen in der Vergangenheit sind für die jungen Unternehmen weniger interessant. Diese können daher oft nur in Start-ups investieren, die für andere Manager nicht attraktiv genug waren.

2. Later Stage statt Early Stage: Viele Top-VC-Manager, die schon erfolgreich in Early Stage Start-ups investiert waren, wählen für spätere Fonds eher sogenannte “Later-Stage-Investments”: Investments in junge Unternehmen, die bereits erste Umsätze aufweisen und ein fertiges Produkt haben. In dieser Phase lässt sich besser einschätzen, ob sich Unternehmen weiter behaupten können. Somit sinkt das Investmentrisiko. Um Zugang zu diesen reiferen und besonders vielversprechenden Start-ups zu bekommen, spielt das eigene Netzwerk eine besonders große Rolle. Unbekannten oder wenig angesehenen Fonds ist es damit nahezu unmöglich, in sie zu investieren.


Wie können Anleger diese Information nutzen?

Anleger können mit diesem Wissen verschiedene Fonds-Performances der vergangenen Jahre vergleichen und sich so unter den Top-Managern der Vergangenheit die raussuchen, auf die sie nun auch in Zukunft setzen wollen. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass der Name der Fondsgesellschaft alleine nicht zählt – es müssen auch die Teams hinter den Fonds beachtet werden. Denn meistens sind es die Manager selbst, die über das Netzwerk verfügen.

Allerdings ist dies nur in der Theorie so einfach, wie es klingt. In der Realität sind die Top-Fondsmanager so gefragt, dass sie Investorengelder ablehnen müssen. Es ist somit schwierig, Zugang zu den Top-Fonds zu bekommen – insbesondere für Privatpersonen, denn das Mindestinvestment in diese Fonds liegt in der Regel im mittleren siebenstelligen Bereich.

Warum das wichtig ist: Sehr erfolgreiche Fondsmanager nehmen häufig nur Investoren in ihre neuen Fonds auf, mit denen sie bereits in der Vergangenheit zusammengearbeitet haben. Für neue Interessenten gibt es somit in der Regel keine Möglichkeit, sich zu beteiligen.

Dazu kommt, dass die Investition in nur einen Fonds risikobehaftet ist. Denn auch die Top-Performer der Vergangenheit können einmal einen schwachen Fonds auflegen.

Ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis weisen Dachfonds wie LIQID Venture auf. Sie investieren breit diversifiziert in Fonds, die auf unterschiedliche Branchen und Regionen fokussiert sind. Durch seinen Partner VenCap kann LIQID seinen Kunden zudem Zugang zu einigen der erfolgreichsten Fondsmanager der vergangenen Jahre bieten.

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