Private Markets

Interview Venture Capital: Welche Chancen der aktuelle Markt bereit hält

Dezember 2023

Das Wichtigste in Kürze:

  • Venture-Capital-Manager investieren nach wie vor breit in die sich am schnellsten entwickelnden Technologiebranchen.
  • An der Spitze der Entwicklung steht zurzeit nach wie vor der Bereich Künstliche Intelligenz.
  • VenCap investiert mit Managern, die bereits vor Jahren in Unternehmen wie OpenAi investiert haben.
  • Im Allgemeinen vertraut VenCap auf die Fähigkeiten seiner Core Manager Trends im Venture-Capital-Markt zu erkennen, lange bevor diese in der breiten Öffentlichkeit ankommen.

Der Venture-Capital-Markt ist einer der dynamischsten Teile der Private Markets. Wenn man in Venture Capital erfolgreich sein möchte, heißt das, Trends früh zu erkennen und Gründer dabei zu unterstützen, ihr Unternehmen von der Idee bis zur Disruption ganzer Branchen zu begleiten. Für Anleger ist im Bereich Venture Capital der Schlüssel zum Erfolg der Zugang zu den besten Venture-Capital-Managern. Unser Partner VenCap ist seit Jahrzehnten auf dem Markt für Venture Capital aktiv und hat Beziehungen zu nahezu allen wichtigen Managern. In seiner Strategie setzt VenCap aktiv auf Investitionen in die Fonds einer kleinen Gruppe an Top-Managern.

Im Interview gibt Sion Evans, Senior Investment Manager bei VenCap, seine Einschätzung zum aktuellen Marktumfeld ab. Er erklärt, welche Branchen im Fokus der Manager stehen und was für Anleger sonst zurzeit noch relevant ist.

Der Markt für Start-Ups hat sich in den letzten Monaten verändert. Der Hauptfokus liegt anstatt auf FinTechs oder auf Konsumgüterunternehmen vermehrt auf künstlicher Intelligenz (KI). Wie agieren die Venture-Capital-Manager hier?

Sion Evans: Unsere Venture-Capital-Manager investieren nicht nur in Fintech- und Konsumgüterunternehmen. Das wollte ich zunächst klarstellen. Unsere Manager investieren breit gestreut in alle Sektoren. Ja, in FinTech und Konsumgüter, aber auch in Unternehmenssoftware, Cybersicherheit und Deep Tech. Um diese vertikale Diversifizierung zu erreichen, investieren wir hauptsächlich mit Generalisten. Ein weiterer Vorteil dieses Ansatzes ist, dass die Manager selbst entscheiden, wo sie ihre Zeit investieren, und nicht wir bei VenCap hier in Oxford. So sind wir immer einen Schritt voraus. Denn wenn ein Technologietrend für uns offensichtlich ist, ist es wahrscheinlich bereits drei bis fünf Jahre zu spät und die besten Investitionen sind bereits getätigt.

Die künstliche Intelligenz (KI) ist ein gutes Beispiel hierfür. KI ist derzeit das heißeste Thema auf dem Markt. Unsere Core-Manager, also die ausgewählten Manager, mit denen wir bei VenCap seit Jahren investieren, haben bereits seit einem Jahrzehnt in den Bereich KI investiert. Dazu gehört auch die 2019 getätigte Investition in OpenAI, den Entwickler von ChatGPT. Unsere Core-Manager haben es uns und unseren Anlegern ermöglicht, frühzeitig in dieses wichtige Unternehmen zu investieren, Jahre bevor der Hype begann. Zu einer Zeit, als die Bewertungen im Bereich KI relativ niedrig waren. Alle unsere Core-Manager beschäftigen sich derzeit mit KI. Angesichts des Hypes gehen sie dabei sehr selektiv vor. Ein großer Teil ihrer Arbeit besteht darin, abzuschätzen, wo die Wertschöpfung stattfinden wird. Sei es bei den großen Sprachmodellen selbst, bei der unterstützenden Infrastruktur oder bei den Endnutzeranwendungen.

Der andere Schlüsselfaktor ist die Qualität der Unternehmer. Handelt es sich um Weltklasseleute oder um Unternehmer, die dem nächsten heißen Trend hinterherjagen? Man darf auch nicht vergessen, dass unsere Core-Manager weiterhin Frühphaseninvestitionen in Bereichen tätigen, die nicht im Rampenlicht stehen. Das sind die Investments, die das Potenzial haben, in drei bis fünf Jahren der nächste heiße Trend zu sein. Es ist ein bisschen so, als würde man 2019 in KI investieren.

Ihr habt in den letzten Monaten in einige interessante Fonds investiert. Kannst Du ein paar Worte zu Mayfield und Polychain verlieren und erklären, warum Ihr mit diesen Managern zusammenarbeitet?

Sion Evans: Mayfield ist einer unserer in den USA ansässigen Core-Manager. Es handelt sich um eine der ältesten Venture-Capital-Firmen der Branche mit einer Erfolgsbilanz von über 50 Jahren. Mayfield ist dafür bekannt, eine strenge Investitionsdisziplin mit der Fähigkeit zu verbinden, Zugang zu wichtigen Unternehmen in der Frühphase zu erhalten. Investitionsdisziplin bedeutet, dass das Portfolio mit einem hohen Anteil an eigenem Kapital und einer angemessenen Fondsgröße aufgebaut wird. Es wird nicht nach heißen Deals mit hohen Bewertungen gejagt. Dieser Ansatz hat sich zum Beispiel bei den frühen Investitionen in das Ride-Sharing-Unternehmen Lyft und das Softwareunternehmen HashiCorp als sehr erfolgreich erwiesen. Beide Unternehmen sind mittlerweile börsennotiert.

Polychain ist kein Core-Manager, sondern bietet ein komplementäres Engagement im Bereich Blockchain und Digital Assets. Wir haben Polychain aufgrund seiner branchenführenden Expertise und Erfolgsbilanz in der Nische der technischen Blockchain-Infrastruktur investiert. Der Blockchain- und Digital-Asset-Sektor steht derzeit bei Investoren hoch im Kurs. Unsere Manager widmen ihm schon lange viel Zeit. Es ist erwähnenswert, dass unsere Manager bereits 2013 begonnen haben, in Blockchain-Geschäftsmodelle zu investieren. Diese Technologie hat nach wie vor das Potenzial, die Welt durch die effiziente Digitalisierung von Eigentum zu verändern. Polychain ist gut positioniert, um dieses Potenzial auszuschöpfen.

 

Gab es in der letzten Zeit Entwicklungen am Markt, die Du besonders hervorheben willst?

Sion Evans: Im letzten Quartal konnten wir einen deutlichen Anstieg der Sekundärmarkt-Angebote am Venture-Capital-Markt feststellen. Bei einer Sekundärmarkttransaktion handelt es sich um den Erwerb einer Position in einem bestehenden Fonds im Gegensatz zu einer Beteiligung an einem neuen Vehikel. Angesichts des derzeitigen Mangels an Exits in der Branche sind diese Transaktionen eine wichtige Möglichkeit für bestehende Investoren, um Liquidität zu generieren. VenCap ist hier gut positioniert, da wir bereits Zugang zu den besten Managern haben. Wir kennen die zugrunde liegenden Unternehmen und haben das Kapital, um zu kaufen, wenn andere Investoren in Fonds unserer Core-Manager zum Verkauf gezwungen sind.

Im dritten Quartal haben wir eine Reihe von Transaktionen abgeschlossen, bei denen wir hochwertige Vermögenswerte zu attraktiven Abschlägen auf den Nettoinventarwert erworben haben. Obwohl sich diese Transaktionen noch in einem sehr frühen Stadium befinden, ermöglichen sie frühe Ausschüttungen und tragen dazu bei, die J-Curve abzuflachen, also die Fondsperformance frühzeitig im Fondslebenszyklus in den positiven Bereich zu bringen.

Gut zu wissen: Wir haben uns dazu entschlossen für die zweite Generation von LIQID Venture das Fondsvolumen ein letztes mal zu erweitern. Wir wollen so noch mehr Anlegern Zugang zu der einzigartigen Expertise von VenCap ermöglichen. Der letzte Zeichnungsschluss in diesem Jahr findet am 18. Dezember statt.

Hinweis: Investitionen in Venture Capital richten sich nur an erfahrene Anleger, die in der Lage sind, mindestens 200.000 Euro zu investieren. Vergangene Wertentwicklung ist kein Indikator für künftige Entwicklung.