Private Equity Essentials

Welche Kapitalflüsse sind in einem Private-Equity-Dachfonds zu erwarten?

Bei Private-Equity-Dachfonds verpflichten sich Investoren, Kapital zur Verfügung zu stellen, das der Dachfonds nach und nach in Private-Equity-Fonds investiert, wodurch es zu besonderen Kapitalflüssen im Vergleich zu herkömmlichen Kapitalmarktinvestitionen kommt.

Autor:
Sebastian Knüchel
Datum:
September 21, 2023
Lesedauer:
11 Minuten

Kapitalzusage und Kapitalbindung: Die Besonderheiten von Dachfonds

Bei der Zeichnung eines Private-Equity-Dachfonds verpflichten sich Investoren dem Dachfonds gegenüber ein gewisses Kapital zur Verfügung zu stellen. Dieses Kapital, das auch Zeichnungssumme oder Kapitalzusage genannt wird, kann der Dachfonds dann über die Investitionsphase nach und nach Abrufen, um damit wiederum in Private-Equity-Fonds zu investieren. Aufgrund dieser Konstellation kommt es bei einem Dachfonds-Investments zu Kapitalflüssen, die sich deutlich von denen eines herkömmlichen Investments am Kapitalmarkt unterscheiden.

Warum das relevant ist: Investoren, die mit dem Gedanken spielen in Private Equity zu investieren, müssen sich bewusst sein, wie genau die Kapitalflüsse in einem Dachfonds funktionieren. Hierbei ist vor allem die Kapitalbindung, die sich von der Kapitalzusage unterscheidet, relevant.

Der Unterschied zwischen Kapitalzusage und abgerufenem Kapital

Der Unterschied zwischen Kapitalzusage und abgerufenem Kapital

Zunächst einmal ist bei der Auseinandersetzung mit den Kapitalflüssen zu beachten, dass sich die Kapitalzusage, also die Summe, die ein Investor in Private Equity investieren möchte, und das abgerufene Kapital unterscheiden können. Typischerweise rufen Private-Equity-Dachfonds das Kapital nicht auf einmal ab und beanspruchen effektiv meist nur ca. 80 Prozent des zugesagten Kapitals.

In der sogenannten Investitionsphase investieren die Zielfondsmanager die Kapitalzusagen der Anleger in der Regel nach und nach über die ersten fünf Jahre. Erwirbt ein Zielfondsmanager ein Unternehmen, dann finden Kapitalabrufe statt, in denen die Investoren einen gewissen Teil ihrer Kapitalzusage zur Verfügung stellen müssen.

Sobald Zielunternehmen veräußert werden, können die Dachfonds die Erträge entweder an die Investoren ausschütten, oder dazu nutzen, weitere Zielunternehmen zu erwerben. Gerade bei der Zeichnung von Secondary-Fonds kommt es früh zu Rückflüssen, da diese ihre Beteiligungen teilweise nach einer relativ kurzen Haltedauer veräußern können. In einigen Fällen finden Ausschüttungen also bereits in den Anfangsjahren statt. Dies führt dazu, dass Fondsmanager zwar fast 100 Prozent des geplanten Fondsvolumens und damit auch des zugesagten Kapitals investieren, jedoch aufgrund von reinvestierten Gewinnen nicht die vollen Kapitalzusagen der Investoren benötigen.

Private Equity Essentials

Sebastian Knüchel
CEO & Founder von LIQID

Typische Kapitalflüsse in einem Private-Equity-Dachfonds

Die folgende Grafik zeigt mögliche Kapitalflüsse eines Private-Equity-Investments auf. Diese Kapitalflüsse basieren auf den Annahmen, dass ein Investor 200.000 Euro in einen Dachfonds investiert und dieser eine Laufzeit von zwölf Jahren und eine Investitionsperiode von fünf Jahren hat.

Quelle: LIQID

Über die ersten fünf Jahre der Fondslaufzeit erfolgen regelmäßige Kapitalabrufe und das zugesagte Kapital wird kontinuierlich abgerufen. Gleichzeitig kommt es ab dem zweiten Jahr zu ersten Ausschüttungen an den Kunden, die sich aus Veräußerungen von Beteiligungen in den gezeichneten Secondary-Fonds ergeben. Dadurch wird die Kapitalbindung für die Investoren effektiv verringert. Über die Zeit steigen die Ausschüttungen in ihrer Höhe, sodass circa im vierten Jahr eine maximale Kapitalbindung von circa 80 Prozent der Kapitalzusage besteht.

Warum das relevant ist:
Die Kosten variieren stark sowohl auf der Ebene der Vermögensverwalter als auch auf Produktebene.

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Typische Kapitalflüsse in einem Private-Equity-Dachfonds

Typische Kapitalflüsse in einem Private-Equity-Dachfonds

Die folgende Grafik zeigt mögliche Kapitalflüsse eines Private-Equity-Investments auf. Diese Kapitalflüsse basieren auf den Annahmen, dass ein Investor 200.000 Euro in einen Dachfonds investiert und dieser eine Laufzeit von zwölf Jahren und eine Investitionsperiode von fünf Jahren hat.

Quelle: LIQID

Über die ersten fünf Jahre der Fondslaufzeit erfolgen regelmäßige Kapitalabrufe und das zugesagte Kapital wird kontinuierlich abgerufen. Gleichzeitig kommt es ab dem zweiten Jahr zu ersten Ausschüttungen an den Kunden, die sich aus Veräußerungen von Beteiligungen in den gezeichneten Secondary-Fonds ergeben. Dadurch wird die Kapitalbindung für die Investoren effektiv verringert. Über die Zeit steigen die Ausschüttungen in ihrer Höhe, sodass circa im vierten Jahr eine maximale Kapitalbindung von circa 80 Prozent der Kapitalzusage besteht.

Product Specialist – Private Markets, LIQID
Sebastian Knüchel

Sebastian ist Product Specialist im Private-Markets-Team bei LIQID. Neben seiner Tätigkeit in der Produktentwicklung sowie der internen und externen Kommunikation, verfasst er Artikel rund um das Thema Private Markets.