Private Markets

Das Family Office: eine Klasse für sich

September 2023

Das Wichtigste in Kürze:

  • Family Offices verwalten das Vermögen einer oder mehrerer vermögender Familien.
  • In Europa sind die meisten Family Offices in Großbritannien und im DACH-Raum zu finden.
  • Die Anlage­strategie richtet sich stets nach den Zielen der Ver­mögens­eigner.

In Deutschland tauchen Family Offices immer wieder in der Presse auf oder sind Teil der Diskussion, wenn es um die besten An­lage­stra­te­gien geht. Doch was genau ist ein Family Office? Welchen Zweck verfolgen sie und wo sind sie zu finden? Wie schaffen sie Mehrwert für ihre Anleger und was hat sie in der Vergangenheit so erfolgreich gemacht? Wir möchten Ihnen das Konzept des Family Office näher bringen und Ihnen zeigen, warum auch Sie so investieren sollten, wie es ein Family Office tut.

 

Was ist ein Family Office?

Family Offices sind private Unternehmen, die gegründet wurden, um Vermögen nachhaltig und langfristig anzulegen und sich um alle finanziellen Belange ihrer Eigner zu kümmern. Der Name „Family Office“ rührt daher, dass die Ini­tia­toren in der Regel vermögende Familien sind. Ein bekanntes Family Office in Deutschland ist beispielsweise HQ Trust, das Family Office der Familie Harald Quandt.

Neben der traditionellen Ver­mögens­ver­wal­tung bieten Family Offices eine Reihe von spezialisierten Dienstleistungen an, wie zum Beispiel die Planung von Immo­bi­li­en­in­ves­ti­tionen, Immo­bi­li­en­ver­wal­tung, Steuer­op­ti­mierung, die Planung von phi­lan­thro­pischen Projekten und den Ver­mögens­transfer zwischen den Generationen.

Neben den traditionellen Family Offices, die sich auf die finanziellen Angelegenheiten einer einzelnen Familie konzentrieren, haben sich in den letzten Jahren sogenannte Multi Family Offices (MFOs) am Markt etabliert. Diese verwalten das Vermögen mehrerer Familien oder auch anderer institutioneller Anleger. Durch die Bündelung von Ressourcen verfügen MFOs aufgrund ihrer Größe über ein höheres Maß an Fi­nanz­ex­per­tise und profitieren von über Jahre gewachsenen Netzwerken an Investoren, Beratern und Unternehmern. Anders als in einem Single Family Office (SFO), also einem Family Office, das nur eine Familie vertritt, besteht allerdings ein geringeres Level an In­di­vi­dua­lität der Dienstleistung. MFOs bieten ihren Kunden ebenso maßgeschneiderte Lösungen an, gehen aber unter Umständen nicht so detailliert auf die Bedürfnisse und die Ziele ihrer Kunden ein wie ein SFO.

In Kürze: Family Offices legen das Geld vermögender Familien an. Neben der klassischen Ver­mö­gens­ver­waltung kümmern sie sich auch um Immo­bi­li­en­ver­wal­tung und Steuer­fragen und planen den langfristigen ge­ne­ra­tionen­über­grei­fenden Ver­mögens­trans­fer.

Wo findet man Family Offices?

Family Offices sind ein globales Phänomen. In den USA ist diese Form der Ver­mö­gens­ver­wal­tung ebenso vertreten wie in Europa und Asien. Die Verbreitung über verschiedene Regionen spiegelt die weltweite Nachfrage nach anspruchsvollen Lösungen für eine individuelle Ver­mö­gens­ver­wal­tung wider.

Standorte von europäischen Family Offices

21 Standorte von europäischen Family Offices
Quelle: Campden Wealth Global Family Office Study 2022

Betrachtet man den europäischen Markt, so sind laut einer Studie von Campden Wealth Großbritannien und die Schweiz die wichtigsten Regionen. Die DACH-Region insgesamt macht mit 27 Prozent der relevanten Family Offices einen Großteil des europäischen Marktes aus.

Global betrachtet zeigt sich in den letzten Jahren, dass der Markt für Family Offices deutlich wächst. Der Gesamtwert des Marktes für Family Offices lässt sich schwer berechnen, da Daten hierzu nicht öffentlich sind. Laut einer Studie der UBS aus dem Jahr 2023, bei der 230 Family Offices befragt wurden, liegt das gesamte verwaltete Vermögen der Teilnehmer bei knapp 500 Milliarden US-Dollar. Campden Wealth schätzt den Gesamtwert des von Family Offices weltweit verwalteten Vermögens auf knapp 400 Milliarden US-Dollar.

Auf Europa entfallen davon rund 150 Milliarden US-Dollar, was die Bedeutung des europäischen Marktes nochmals unterstreicht. Die Größe der einzelnen Family Offices variiert jedoch erheblich. Kleine SFOs verwalten Vermögen in der Größenordnung von zehn Millionen Euro, wohingegen große SFOs Beträge von mehreren Milliarden US-Dollar verwalten. Große MFOs verwalten vereinzelt auch mehrstellige Milli­arden­be­träge.

Bedeutende Beispiele für Family Offices in Deutschland sind das bereits erwähnte Multi Family Office der Familie Quandt, HQ Trust, oder das Single Family Office ATHOS aus München. Letzteres hat kürzlich das deutsche Hy­giene­un­ter­nehmen Schülke übernommen. In der Vergangenheit trat es auch als Grün­dungs­in­vestor des Impf­stoff­her­stellers BioNTech auf.

In Kürze: Family Offices gibt es auf der ganzen Welt. Insgesamt verwalten sie für ihre Kunden wohl fast 500 Milliarden US-Dollar. In Europa gibt es die meisten Family Offices in Großbritannien und in der DACH-Region.

Welche Aufgaben hat ein Family Office?

Ein Family Office spielt eine vielfältige Rolle bei der Verwaltung und Vermehrung des Vermögens seiner Kunden. Neben den traditionellen Funktionen der Ver­mögens­ver­wal­tung werden Family Offices mit Aufgaben betraut, die die Ziele ihrer Kunden hinsichtlich langfristigen Wachstums, systematischer Di­ver­sifi­kation und effektiver Risi­ko­kon­trolle widerspiegeln.

Die Sicherung und Vermehrung des Vermögens seiner Kunden steht natürlich im Vordergrund. Dazu entwickeln die Anlage­experten individuelle Anlage­stra­te­gien, die den Anla­ge­zielen und der Risi­ko­neigung der Kunden entsprechen und in der Regel weniger auf kurzfristige Gewinne als auf langfristiges Wachstum ausgerichtet sind.

Dazu gehört natürlich auch eine systematische Di­ver­si­fi­kation. Diese setzen Family Offices nicht nur über Strategien und Regionen um, sondern vor allem durch eine breite Anlage in eine Vielzahl traditioneller und alternativer Anlageklassen. Dazu gehören klassische Anla­ge­mög­lich­kei­ten wie die globalen Aktien- und Rentenmärkte, aber auch ein ausgewiesener Fokus auf alternative Investments wie Private Equity, Venture Capital und Private Credit. Ziel der Asset­allo­ka­tion von Family Offices ist die systematische Optimierung des Rendite-Risiko-Profils der Kun­den­port­fo­lios.

Wie bereits erwähnt, umfassen die Aufgaben eines Family Office selbstverständlich auch Tätigkeiten, die über die klassische Ver­mö­gens­ver­wal­tung hinausgehen. Dazu gehören beispielsweise die umfassende Beratung der Anleger hinsichtlich langfristiger Ver­mögens­steue­rung, Überwachung und Beratung auch hinsichtlich alternativer Anlagen wie Kunst­werken und Immobilien sowie die Beratung hinsichtlich Ver­mögens­über­tra­gungen über Generationen hinweg. Bei den vermögenden Familien, die ihr Vermögen in Family Offices verwalten lassen, liegt hier ein besonderer Fokus. Der langfristige An­lage­ho­ri­zont und die maßgeschneiderte An­lage­stra­te­gie zielen seit jeher darauf ab, das Vermögen der jeweiligen Familie nachhaltig zu sichern.

Gut zu wissen: In den kommenden Monaten werden wir verstärkt über die Welt der Family Offices berichten. Da Family Offices in der Vergangenheit bewiesen haben, dass sie in der Lage sind, außergewöhnliche An­la­ge­er­fol­ge für ihre Kunden zu erzielen, sind wir der Meinung, dass jeder Anleger sich an Family Offices orientieren sollte. Bei LIQID versuchen wir, unseren Kunden die Möglichkeit zu eröffnen, genau wie ein Family Office zu investieren.