Systematische Diversifikation

Professionelle Wealth Manager reduzieren mit systematischer Diversifikation nicht nur Risiken, sondern optimieren auch das Renditepotenzial in den Portfolios ihrer Kunden.
01 September 2023
8 Minuten
Dr. Martin Meuter
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Diversifikation bezeichnet die Streuung einer Anlage ĂŒber Sektoren, Regionen, WĂ€hrungen und Anlageklassen. Sie kann Risiken in einem Portfolio reduzieren und gleichzeitig die erwartete Rendite erhöhen. Deshalb gilt sie als der einzige „Free Lunch“, also die einzige Gratiszugabe, am Kapitalmarkt. WĂ€hrend eine systematische Diversifikation fĂŒr viele Privatanleger schwer umzusetzen ist, ist sie fĂŒr professionelle Wealth Manager unerlĂ€sslich.

Warum das relevant ist: Verschiedene Anlageklassen und Unteranlageklassen bewegen sich am Kapitalmarkt nicht im Gleichschritt, sondern in AbhÀngigkeit zueinander. Professionelle Vermögensverwalter nutzen diese wechselseitige Beziehung, um die Gewichte verschiedener Positionen in den Kundenportfolios ideal aufeinander abzustimmen und so Risiken zu minimieren bzw. die erwartete Portfoliorendite zu maximieren.

Dabei gilt zu beachten, dass eine Diversifikation nicht nur breit, sondern auch systematisch ist: Verschiedene Unteranlageklassen (wie z.B. europÀische Aktien und Gold) reagieren unterschiedlich auf dieselben Entwicklungen in Wirtschaft und Politik. Nur wenn ein Portfolio aus Unteranlageklassen besteht, deren wechselseitige Beziehung, auch Korrelation genannt, ideal aufeinander abgestimmt ist, werden die Vorteile der Diversifikation maximiert.

Abbildung: Auswirkung von Diversifikation auf unsystematisches und systematisches Risiko

Der grundsĂ€tzliche Effekt der Diversifikation auf das Portfoliorisiko ist in der Grafik dargestellt. Es wird deutlich, dass das unsystematische Risiko eines Portfolios, also der Teil des Risikos, der auf industrie- oder einzelanlagenspezifische Aspekte zurĂŒckzufĂŒhren ist, bereits durch die Kombination weniger Positionen stark reduziert werden kann. Der Effekt bleibt auch bei der Hinzunahme zusĂ€tzlicher Wertpapiere positiv, nimmt aber immer weiter ab. Im Gegensatz dazu lĂ€sst sich das systematische Risiko, also der Teil des Risikos, der auf VerĂ€nderungen der ökonomischen Rahmenbedingungen zurĂŒckzufĂŒhren ist nicht diversifizieren.

Diversifikation braucht System

In der Praxis zeigen sich im Hinblick auf eine optimale Diversifikation in den Kapitalmarkt-Portfolios vieler Privatanleger zwei Schwachstellen. Einerseits spielt ihr Heimatmarkt oft eine disproportional wichtige Rolle, was auch „Home Bias“ genannt wird. Deutsche Anleger z.B. vergessen, dass die deutsche Wirtschaft unter 5 Prozent der Weltwirtschaft und deutsche Aktien nur rund 2 Prozent des weltweiten Kapitalmarkts ausmachen. Andererseits verwechseln viele eine breite mit einer systematischen Streuung: Sie legen zwar in eine Vielzahl von Wertpapieren an, die aber hĂ€ufig in dieselben MĂ€rkte oder Sektoren investieren. Im Ergebnis steigen die Kosten, wĂ€hrend die Diversifikation leidet. Im schlimmsten Fall besitzen sie mehrere Wertpapiere, die in dieselben Unternehmen investieren, was zu Klumpenrisiken fĂŒhrt.

LIQID investiert konsequent global und systematisch diversifiziert. Dabei arbeitet LIQID mit den regelmĂ€ĂŸig aktualisierten Korrelationsanalysen des Kapitalmarkt-Teams der LGT, einer international fĂŒhrenden Privatbank, die sich seit mehr als 90 Jahren im Besitz der Fürstenfamilie von Liechtenstein befindet.

Dr. Martin Meuter

Head of Portfolio Management, LIQID

Als Head of Portfolio Management und GeschĂ€ftsfĂŒhrer der LIQID Asset Management verantwortet Martin zusammen mit dem Investment-Team von LIQID und den Experten der LGT Bank die strategische Allokation und Steuerung unserer Anlagestrategien im Wealth Management. Martin ist insbesondere fĂŒr quantitative Kapitalmarktanalysen zustĂ€ndig und hĂ€lt unsere Kunden außerdem ĂŒber die Entwicklung ihrer Portfolios informiert.

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